Bäckereien und Imbissbuden verströmen köstliche Düfte, im Supermarkt werden Sie zu Probierhäppchen genötigt, Süßkram lauert in Automaten auf dem Bahnsteig und an den Kassen von Kiosken, Tankstellen, Kinos. Auch in Ihren eigenen vier Wänden sind Sie nicht sicher, sobald Sie den Fernseher anschalten: Etwa jeder dritte Werbespot dreht sich um Nahrungsmittel, pro Stunde kommt man da schnell auf 20 Foodspots und mehr – natürlich nicht für Äpfel oder Vollkornprodukte, sondern meist für hochverarbeitete Produkte wie Tiefkühlpizza und Schokoriegel.
... während man sich vor
Süßwaren-Spots kaum retten kann
Gesundes kommt zu kurz
Insgesamt 655 Millionen Euro wurden 2004 in die Werbung für Süßes, Knabberzeug und Eiscreme gesteckt, fast genauso viel in die für Bier. Um Obst und Gemüse anzupreisen wurde dagegen weniger als 1 Prozent dieser Summe ausgegeben. Bei der CMA, der Centralen Marketing-Gesellschaft der deutschen Agrarwirtschaft, sucht man sogar vergeblich nach einem Werbeetat für Gemüse.
„Das liegt am Äquivalenzprinzip“, sagt Kerstin Krohn, die für den Werbeetat der CMA verantwortlich ist. „Wer viel einzahlt, bekommt auch viel heraus.“ Produzenten von Fleisch und Milch müssen wegen hoher Umsätze viel zahlen, deshalb tauchen ihre Produkte auch in den meisten Spots und Anzeigen der CMA auf. Immerhin wirbt die neueste Kampagne Produktübergreifend für Kochen mit frischen Zutaten und genussvolles Essen, da landet auch mal Gemüse auf dem Anzeigenteller.
Im Jahr 2004 wurden insgesamt 1671 Millionen Euro für Nahrungsmittelwerbung ausgegeben, davon
636 für Bier,
571 für Süßwaren,
76 für Mineralwasser (auch mit Aroma),
61 für Limo und Cola,
41 für Saft und Schorle,
41 für Eis,
24 für Chips und würziges Gebäck,
19 für süßes Gebäck und
12 für Früchte und Gemüse.
Weitere 190 Millionen Euro flossen in die Werbung für andere Nahrungsmittel.
Quelle: Nielsen Media Research GmbH












































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