Nikotinsucht: Rauchstopp-Pillen extrem gefährlich

Wer mit Nikotinersatz vom Glimmstängel loskommen will, lebt gefährlich
Nicht nur Nikotin an sich ist schädlich – auch der Entzug per Pille kann vielleicht das Leben kosten

Depression und Selbstmord: Studie zeigt, dass Medikamente gegen die Zigarettensucht offenbar alles andere als harmlos sind

Wer mit Nikotinersatz vom Glimmsängel loskommen will, lebt womöglich gefährlich. Amerikanische Forscher des Institute for Safe Medication Practices in Philadelpia haben eigenen Angaben zufolge in einer Studie herausgefunden, dass beispielsweise die Rauchstopp-Pille Champix depressiv macht und sogar zum Suizid führt.

Das Medikament, das in den USA unter dem Namen Chantix vertrieben wird, ist seit 2007 auch in Deutschland auf dem Markt. Nebenwirkungen wie Übelkeit, Schlafstörungen, Verstopfung oder Bluthochdruck waren damals offenbar bereits bekannt. Nun vermuten Wissenschaftler einen engen Zusammenhang zwischen der Pille und psychischen Erkrankungen wie Depressionen und Selbstmordgedanken.

Für die Studie sammelten die Forscher alle Fälle, in denen Ärzte oder Verbraucher Nebenwirkungen meldeten, die unmittelbar mit dem Medikament in Verbindung standen. Das Ergebnis: Bei rund einem Viertel dieser Fälle hatten die Betroffenen schwere psychische Störungen wie Depressionen entwickelt. Rund 300 Menschen, die Champix innerhalb von 4 Jahren einnahmen, begingen Selbstmord, so das Ergebnis der Studie.

Auch Professor Rainer Thomasius, Ärztlicher Leiter des Zentrums für Suchtfragen der Uniklink Hamburg, rät von Pillen wie Champix ab. "Das beste und gesündeste Mittel, um mit dem Rauchen aufzuhören, ist eine Therapie", so der Sucht-Experte.

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