Know-How: 10 Begriffe, die Sie kennen sollten

Wer sich mit der eigenen finanziellen Situation auseinander setzt, kommt schnell zu der Erkenntnis, dass auf dem Finanzmarkt eine eigene Sprache gesprochen wird

Niemand verlangt von Ihnen, dass Sie den Börsenjargon perfekt beherrschen. Allerdings sollten Ihnen einige grundsätzliche Begriffe geläufig sein, damit Ihnen kein windiger Berater etwas aufschwatzen kann. Außerdem erwecken Sie mit ein bisschen Insiderwissen bereits den Anschein, sich dem Thema "Finanzen" genähert zu haben.

Market Timing

Market Timing bezeichnet die Taktik, den besten Zeitpunkt zum Einstieg in bzw. Ausstieg aus dem Markt abzupassen –, was im Prinzip unmöglich ist, da niemand die Entwicklung der Börsen vorhersagen kann. Beginnen die Aktienkurse zu fallen oder zu stagnieren, steigt die Versuchung, Beteiligungen zu verkaufen. Oder dann wieder anzulegen, wenn der nächste Kursanstieg in Aussicht ist. Theoretisch klingt dies sinnvoll.

Praktisch bestehen aber kaum Aussichten, mit einer solchen Strategie Erfolg zu haben. Ein extremes Sinken der Kurse kommt oft plötzlich und ist von kurzer Dauer. Gleiches gilt für Kurssprünge. Dabei werden die großen Gewinne meist gleich zu Beginn eines Aufschwungs gemacht.

Ein Beispiel: Berechnet wurde dabei das Durchschnittswachstum pro Jahr bei einer Anlage über 15 Jahre. Anleger A betrieb „Market Timing“ und verpasste die besten 10 Tage. Somit erzielte er im Schnitt ein Plus von 3,2 Prozent Plus pro Jahr. Anleger B blieb investiert und erreichte einen jährlichen Zuwachs von jährlich 9,0 Prozent. (Quelle: Datastream, MSCI Europe Index, Gesamterträge in Euro vom 26. 4. 1990 – 26. 4. 2005.)

Zinseszinseffekt

Zinseszinseffekt nennt man den Umstand, dass sich die Erträge eines Investments erhöhen, wenn man die ausgeschüttete Renditesumme wieder anlegt, statt sie auszahlen zu lassen. Werden Zinsen und Erträge einer Kapitalanlage wieder angelegt, werden darauf ebenfalls Zinsen und Erträge gezahlt. Über die Jahre ergibt sich daraus ein überproportionaler Wertzuwachs. Wenn Sie also früh genug anfangen, können Sie auch mit kleinen Sparraten ein ansehnliches Vermögen aufbauen. Je später Sie mit der Anlage beginnen, desto höhere Beträge müssen Sie aufwenden, um das gleiche Ziel zu erreichen.

Cost-Average-Effekt

Der Cost-Average-Effekt (Durchschnittskosten-Effekt) meint die sinnvolle und günstige Nutzung der Anteilskursschwankungen. Wer zum Beispiel einen Sparplan hat und regelmäßig einen bestimmten Betrag in einen Fonds investiert, gleicht etwaige Schwankungen der einzelnen Aktien wieder aus. Allerdings ist Ausdauer gefragt. Denn wer jedes Mal nervös wird, wenn einer „seiner“ Kurse ins Trudeln gerät, macht sich diesen langfristigen Effekt kaputt. Der "Cost-Average-Effekt" ist um so größer, je länger die Dauer der Einzahlungen und je stärker die Preisschwankungen sind.

Performance

Die Performance beschreibt die Wertentwicklung eines Investments oder eines Portfolios. Bei Investmentfonds wird die Entwicklung vergleichbarer Anlageobjekte mit ähnlichen Anlagestrategien berücksichtigt.

Rating

Rating ist die Bewertung der Kreditwürdigkeit von Unternehmen oder Regierungen, die Anleihen ausgeben. Anleihen mit hoher Bonität, also BBB oder darüber, werden als „Investment Grade“ bezeichnet, Anleihen mit geringer Bonität als „Speculative Grade“.

Ragings geben auch Auskunft über die Qualität von Fonds. Es gibt eine Reihe von Agenturen, die solche Bewertungen vornehmen. Sie geben eine erste Orientierung über die Qualität von Geldanlagen. Die bekanntesten Rating-Agenturen sind Standard & Poor’s, Feri Trust und Lipper.

Portfolio

Portfolio ist der Begriff für den gesamten Bestand an Investments, die ein Anleger besitzt. Er kann die Summe an Wertpapieren, aber auch an unterschiedlichen Anlageformen bezeichnen. Mit einem einzelnen Investment werden Sie kaum all Ihre Bedürfnisse abdecken können. Einen Teil Ihres Kapitals brauchen Sie unter Umständen kurzfristig, einen anderen Teil möchten Sie langfristig anlegen. Sinnvoll ist es deshalb, Kapital auf unterschiedliche Anlagen zu verteilen. So stellen Sie sich ein eigenes „Portfolio“ zusammen, das ganz auf Ihre individuellen Bedürfnisse zugeschnitten ist.

Wie Sie Ihr persönliches Portfolio aufbauen, sollte von verschiedenen Faktoren abhängen: Ihrem Alter, Ihrer Risikobereitschaft, Ihrem Anlagehorizont und davon, ob Sie Ihre Gewinne als regelmäßiges Einkommen nutzen oder wieder anlegen wollen.

Aktives und passives Fondsmanagement

Viele Anleger beurteilen Aktien häufig danach, wie sich der DAX 30 entwickelt. Doch ein Aktienmarkt ist mehr als nur ein Leitindex. Der DAX 30 repräsentiert lediglich die 30 größten börsennotierten Unternehmen in Deutschland. Hierzulande gibt es jedoch weitaus mehr Anlagechancen. Erfahrene Aktienfondsmanager haben bewiesen, dass sie mit Fachwissen solche Unternehmen aufspüren können, die den Anlegern ein wesentlich höheres Renditepotenzial bieten. Aktives Fondsmanagement orientiert sich allein an den Entscheidungen des Fondsmanagers. Er wählt im Idealfall aufgrund von Recherchen und Analysen die seiner Meinung nach aussichtsreichsten Aktien aus.

Passiv gemanagte Fonds – so genannte Indexfonds oder Index Tracker – setzen sich genau so zusammen wie der Index, auf den sie sich beziehen. Dafür sind also keine aufwändigen Recherchen nötig. Ein solcher Fonds wählt Titel nicht aus, weil sie vielversprechend sind, sondern weil sie zum Index gehören – und hält sie auch dann, wenn sie überteuert sind oder an Wert verlieren. Ein aktiv gemanagter Fonds hingegen kauft eine Aktie ausschließlich wegen ihrer Wachstumsaussichten und verkauft sie auch wieder, wenn die Renditechancen sinken.

Geldmarktfonds

Sie bestehen überwiegend aus Wertpapieren des Geldmarkts. Da diese wenig Risiko aufweisen, sind die Erträge von Geldmarktfonds vergleichsweise gering. Sie eignen sich besonders für Anleger, die ihr Geld nur für kurze Zeit anlegen möchten.

Rentenfonds

Sie enthalten festverzinsliche Wertpapiere, auch Anleihen, Renten oder Bonds genannt. Staaten oder Unternehmen geben solche Wertpapiere heraus, um ihren Finanzbedarf, beispielsweise für Investitionen, zu decken. Der geliehene Betrag (Kredit) wird verzinst und am vereinbarten Fälligkeitsdatum zurückgezahlt. Aus Sicht der Anleger bringen Anleihen höhere Erträge als Geldmarkttitel, da auch sie ein höheres Risiko aufweisen. Rentenfonds wählen Anleihen nach Kriterien wie Zuverlässigkeit des Schuldners, Zinshöhe oder Restlaufzeit aus.

Aktienfonds

Sie beteiligen sich mit dem Geld der Kunden an Unternehmen, die an der Börse notiert sind. Ihre Erträge sind in der Regel höher als die Erträge von Geldmarkt- und Rentenfonds. Dafür ist das Risiko aber auch höher. Aktien und Aktienfonds können sich auf zweierlei Arten und Weisen lohnen: Durch den Anstieg des Aktienkurses und/oder durch Dividenden (Gewinnbeteiligung der Aktionäre an der Aktiengesellschaft).

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