Personal Trainer: 12 Anzeichen für einen schlechten Trainer

Nicht jeder Personal Trainer macht seinen Job gut.
Er macht Selfies, statt Sie zu coachen: Einen guten Fitness-Trainer zu finden, ist gar nicht so leicht

Coole Sprüche, aber nichts dahinter? Nicht jeder Personal Trainer macht seinen Job gut. 12 Tricks, mit denen Sie einen schlechten Fitness-Coach entlarven

Einen guten Fitness-Trainer zu finden, ist gar nicht so leicht. Ohne Coach geht es aber auch nicht, insbesondere wenn Sie Einsteiger sind oder ein neues Trainingsziel vor Augen haben. Ein guter Personal Trainer soll Ihnen mit hilfreichen Tipps zur Seite stehen, Sie motivieren und zu Ihrem Fitness-Ziel führen. Blöd nur, wenn er oder sie keine Ahnung hat. 12 Anzeichen, an denen Sie sofort erkennen, dass Sie jemanden vor sich haben, der sich gar nicht auskennt:

1. Der Personal Trainer fragt nicht nach Verletzungen

Bevor das Training startet, sollte sich der Trainer über vergangene oder aktuelle Verletzungen bei Ihnen erkundigen. Immerhin ist er für Ihr Wohl verantwortlich und soll Ihnen einen Trainingsplan erstellen, der zu Ihnen passt. Verletzungen müssen dabei dringend berücksichtigt werden, um keine (weiteren) Schäden zu verursachen und Übungen gegebenenfalls anzupassen, erklärt Andi Goller, Trainerausbilder aus Hamburg. 

2. Der Personal Trainer legt mit Ihnen keine konkreten Ziele fest

Um Erfolge beobachten zu können, müssen Sie ein konkretes Ziel vor Augen haben. Das sollte auch ein guter Trainer wissen. Außerdem ist es wichtig, den Trainingsplan regelmäßig an Ihr Ziel anzupassen. Damit Sie immer am Ball bleiben, sollte der Trainingsplan individuell an Ihre Leistungsfähigkeit angepasst, trotzdem anspruchsvoll, messbar und zeitlich begrenzt sein. 

3. Der Personal Trainer behauptet "Das Warm-Up können Sie weglassen."

Zu jedem guten Training gehören Warm-Up und Cool-down. Bevor Sie mit dem Workout starten, müssen Sie Ihren Körper auf Betriebstemperatur und Ihr Herz-Kreislaufsystem in Schwung bringen. Beim Krafttraining ist es zudem empfehlenswert, die zu trainierenden Muskeln mit geringem Gewicht aufzuwärmen. So sorgen Sie dafür, dass diese gut durchblutet werden, wodurch sich der Trainingseffekt vergrößert. Gleichzeitig können Sie mit weniger Gewicht an der korrektern Ausführung arbeiten. Ein Warm-Up schützt zudem vor Verletzungen. Danach zügig mit dem eigentlichen Workout starten.

4. Der Personal Trainer behauptet: "No pain, no gain. Schmerzen müssen sein."

Damit ein Muskel wächst, muss ein Reiz gesetzt werden, der den Muskel zum Ermüden bringt. Dafür muss es schon ein bisschen ziehen. Das hat aber in keinem Fall etwas mit starken Schmerzen zu tun. Wenn es sich wie elektrisiert anfühlt oder in den Körper ausstrahlt, ist das ein Warnsignal. Darauf sollten Sie hören. Für optimalen Muskelaufbau sollten Sie nach der letzten Wiederholung im Satz keine weitere schaffen. Aber nicht weil es so schmerzt, sondern weil Ihr Muskel nicht mehr kann. Trainieren Sie nicht bis zur Schmerzgrenze, das Verletzungsrisiko ist viel zu hoch.  

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5. Der Personal Trainer spricht nicht über Kosten

Kosten sind für viele ein unangenehmes Thema. Das ist aber kein Grund, dieses zu umgehen. Transparenz ist das A und O für gegenseitiges Vertrauen. Deshalb sollte ein guter Trainer alle anfallenden Kosten von vornherein offen legen. 

6. Er sagt: "Am besten essen Sie vor und nach dem Training nichts, immerhin wollen Sie abnehmen."

Wenn Sie trainieren und Muskeln aufbauen wollen, braucht Ihr Körper Energie. Gerade wenn Sie ein intensives Krafttraining vor sich haben, ist es wichtig, die Kohlenhydratspeicher aufzufüllen, betont Experte Goller. Nach dem Training empfiehlt er eine eiweißreiche, nicht zu schwere Mahlzeit. Das unterstützt Regeneration und Muskelaufbau. Denn Ihre Muskeln können nur wachsen, wenn ihnen Proteine als Futter zur Verfügung stehen. Hungern Sie, holt sich Ihr Körper die notwendige Energie fürs Training aus den Muskeln. Anstatt an Masse zuzulegen, erzielen Sie damit den entgegengesetzten Effekt.

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7. Der Personal Trainer ist übergewichtig und hat keine Muskeln

Das Aushängeschild eines jeden Trainers ist sein Aussehen. „Jeder Beruf zeigt sich im Äußeren, beim Trainer ist das in jedem Fall ein sportlicher, gepflegter Body“, so Goller. Ein Trainer verspricht Ihnen immerhin, dabei zu helfen, fitter zu werden und Muskeln aufzubauen. Wie glaubwürdig ist das, wenn er das nicht selbst verkörpert?

8. Der Personal Trainer verordnet hauptsächlich Brust-, Bizeps- und Schulter-Übungen. Begündung: "Sie wollen ja schließlich krass aussehen.“

Natürlich wollen Sie das. Einseitige Trainingspläne sind aber trotzdem schlecht, warnt der Experte. Viel zu schnell besteht die Gefahr, dass Sie spezielle Muskelpartien zu stark beanspruchen. Die Folgen: muskuläre Dysbalancen und kaum Trainingsfortschritte. Denn fehlt den Muskeln die Erholungsphase, können sie nicht wachsen. Mit einem einseitigen Trainingsplan wird das schneller passieren. Und ehrlich gesagt: Ein breites Kreuz auf zwei dünnen Beinchen ist nicht besonders attraktiv.  

9. Der Personal Trainer korrigiert Sie nicht

Auf die korrekte Ausführung sollte ein Trainer besonders achten. Das ist seine Hauptaufgabe. Von der Durchführung einer Übung hängt ab, wie effektiv der entsprechende Muskel gefordert wird. Deshalb sollte ein Trainer Sie genau beobachten und Sie gegebenenfalls korrigieren. Das ist außerdem wichtig, um Verletzungen vorzubeugen. 

10. Der Personal Trainer behauptet, Sie brauchen Zusatzprodukte

Ein guter Trainer schwatzt Ihnen nicht irgendwelche Zusatzprodukte auf, die Sie scheinbar dringend benötigen. Seine Aufgabe ist es nicht, etwas zu verkaufen, sondern Sie bestmöglich zu betreuen und Sie beim Erreichen Ihrer Ziele zu unterstützen. Diese können Sie auch ohne Zusatzprodukte erreichen. Nahrungsergänzungsmittel wie Eiweißpulver sind mit der richtigen Ernährung nicht zwingend erforderlich. Wer darauf achtet, was er isst, kann alle wichtigen Nährstoffe auf natürliche Weise zu sich nehmen. Auch wenn ein Trainer Ihnen zusätzliches Equipment verkaufen will, sollten bei Ihnen die Warnglocken läuten. Ein guter Trainer kennt genug Übungen, die ohne teure Hilfsmittel durchzuführen sind, weiß der Experte.

11. Der Personal Trainer nimmt sich kaum Zeit für Sie und behauptet "Wir müssen uns beeilen."

Klar, Sie sind nicht der einzige Kunde. In dem Moment, in dem ein Trainer mit Ihnen trainiert, sollte sich das aber so anfühlen. Er sollte mit seiner vollen Aufmerksamkeit bei Ihnen sein, um Sie optimal zu unterstützen und dafür sorgen, dass Ihr Workout effektiv ist. Viele Discounter-Studios sehen im Personal Training das schnelle Geld und bieten diesen Service vermehrt an. Damit das Konzept aufgeht, muss jeder Trainer eine bestimmte Menge an Kunden betreuen. Für Sie könnte das zur Massenabfertigung werden. Erste Zeichen dafür: Ihr Trainer wirkt als stände er unter Zeitdruck und betont andauernd, dass Sie sich beeilen müssen. 

12. Er empfiehlt Ihnen primär Crunches, um am Bauch abzunehmen

So einfach ist es leider nicht. An welchen Stellen Sie abnehmen, können Sie sich nicht aussuchen. Da hilft auch kein intensives Training der speziellen Körperpartien. Zumal die Bauchmuskeln eine relative kleine Muskelgruppe sind, die wenig Energie verbrauchen bzw. Fett verbrennen. Wenn Sie Ihren Körperfettanteil verringern möchte, sollten Sie auf eine gesunde Ernährung achten und Muskeln am ganzen Körper aufbauen. Denn mehr Muskeln steigern auch Ihren Kalorienverbrauch. 

>>>  So finden Sie einen guten Personal Trainer

Unser Experte: Andi Goller ist Heil- und Sportheilpraktiker, Fitnesspädagoge und angehender Medizinpädagoge. Der REEBOK-Mastertrainer ist Bereichsleiter für das Thema Grouptraining bei der Safs & Beta Bildungsakademie.



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