Technik-Trend: 3D-Fernsehen ohne Brille

Die Zukunft des 3D-Fernsehens
Wenn es nach Toshiba geht, soll 3D zu Hause auch bald schon ohne Shutterbrille möglich sein

Was die aktuelle 3D-Technik fürs Wohnzimmer taugt und ob sich das Warten auf die nächste Evolutionsstufe lohnt

Immer mehr 3D-Fernseher finden ihren Weg in die Regale, doch so wirklich durchsetzen will sich die neue Innovation fürs Heimkino noch immer nicht. Kein Wunder, denn es mangelt weiterhin an 3D-Inhalten durch passende Filme und Fernsehprogramme. Da hilft auch nicht das Feature einiger Fernseher, 2D-Bilder auch in 3D umwandeln zu können, denn die Qualität kann kaum überzeugen. Und wenn ein Film dann mal extra für 3D gedreht wurde, nervt die Brillenpflicht, die mit etwa 120 Euro pro Brille auch nicht gerade günstig ist. Ein weiterer Kritikpunkt: In der Regel sind 3D-Brillen nur mit hauseigenen Fernsehgeräten kompatibel.

Das kommt auf Sie zu
Die TV-Hersteller haben die Problematik erkannt und forschen mit Hochdruck an einer 3D-Technik, die ohne Brille funktioniert. Größte Hürde: Das System muss mit Kopfbewegungen und unterschiedlichen Blickwinkeln umgehen können. Toshiba hat im Januar auf der Unterhaltungselektronikmesse CES in Las Vegas einen ersten Prototypen vorgestellt, der selbst aus spitzem Blickwinkel funktionieren und mit leichten Kopfbewegungen zurechtkommen soll. Die Marktreife sieht das Unternehmen jedoch nicht vor 2012. In Sachen Brillenkompatibilität hat die Firma XpanD, deren 3D-Darstellungsverfahren in vielen deutschen Kinos zu sehen ist, eine erste universelle Shutterbrille in Arbeit, die mit allen gängigen Marken funktionieren soll. Laut XpanD steht die "X103"-Brille kurz vor der Markteinführung.

Warten oder kaufen?
In den Kinos ist zu sehen, wie berauschend 3D sein kann. Die Technik fürs Wohnzimmer ist genauso ausgereift, birgt viel Potential, doch ist sie auch mit hohen Kosten verbunden und bietet derzeit nur wenig passende Inhalte. Außerdem zeigt die Industrie, dass hier in nächster Zeit noch viel Neues auf uns zukommen wird. Technikbegeisterte, die jeden 3D-Evolutionssprung mitmachen wollen, können jetzt schon zugreifen. Alle anderen warten zumindest so lange, bis das Angebot an 3D-Filmen und -Sendungen umfangreicher wird und die Preise sinken. Wer auf 3D ohne Brille spekuliert, kann mit ausgereiften Geräten erst in einigen Jahren rechnen.

Tipp: Der 3D-Trend hat auch einen schönen Nebeneffekt für Schnäppchenjäger: Die Preise für normale Flach-TVs waren noch nie so günstig. Gute 40-Zoll-Geräte gibt’s bereits für knapp 600 Euro – Tendenz fallend!

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