Wochenend-Aktivitäten: 48 Stunden Sex

Erfülltes Sexleben: Kennen Sie Ihre Vorlieben
Okay, das Wochenende kann losgehen!

Wir hätten da einen Vorschlag. Zwei Tage Sex nonstop. Wie damals am Anfang. Und so könnte die Sache laufen:

Samstagmorgen, und Sie haben nur Einkaufen im Kopf? Wollen nichts wie raus aus der Kiste, weil der Gemüsehändler gleich schließt? Nichts gegen Ihren Ehrgeiz, Ihre Partnerin haushälterisch und auch kochtechnisch zu befriedigen. Aber früher war doch irgendetwas anders? Da hatten Sie nachts feuchte Träume und nach dem Aufwachen andere Ambitionen. Weil Sie mit dieser Morgen-Erektion niemals das Haus hätten verlassen können, ohne verhaftet zu werden. Da sind Sie immer erst zu Ihrer Maus unter die Decke gekrochen. Und hatten beide Riesenspaß. Was hat sich da verändert?

Eigentlich nichts. In Ihrer Beziehung ist alles in Butter – keine Rede davon, dass erotisch die Luft raus ist. Im Gegenteil: Nicht nur, dass Sie gern für sie kochen. Wenn Sie in der Küche werkeln, kommt Ihnen auch oft der Gedanke, zugunsten eines Quickies das Essen anbrennen zu lassen. Doch dann piept die Eieruhr, es stehen Freunde vor der Tür, das Handy klingelt. Aufgeschoben ist nicht aufgehoben, denken Sie. Aber Achtung: Wenn Sex zu oft warten muss, schleicht sich die Lust zum Fenster hinaus. Ohne Vorwarnung.

Lassen Sie es nicht so weit kommen! Gönnen Sie sich eine erotische Auszeit – zeitlich und räumlich. Lieben Sie auswärts. In einem ganz normalen deutschen Drei- oder Vier-Sterne-Hotel. Natürlich geht das auch eine Nummer kleiner. Wir geben Ihnen Tipps, wie Sie an zwei Tagen voll auf Ihre Kosten kommen. Hier ist der ultimative 48-Stunden-Ratgeber für das perfekte Sex-Wochenende. Sie können das alles selbstverständlich auch zu Hause tun. Vorausgesetzt, die Küche bleibt kalt.

Die Tage vor dem Wochenend-Trip
Gute Planung ist die halbe Lust. Betrachten Sie sich als der Sex-Event-Manager Ihrer Partnerschaft. Deshalb: Strategisch vorgehen. Fangen Sie mit Ihren Vorbereitungen schon vor dem Wochenende an. Neben der Buchung eines Zimmers gehört dazu auch ein kleines Opfer. Verzichten Sie auf Sex. Mogeln Sie sich raus, wenn Ihre Freundin zu fummeln beginnt und schauen Sie notfalls gemeinsam mit ihr „Ally McBeal“. Einige Tage Enthaltsamkeit machen Sie beide nur noch schärfer. Wenn sie richtig sauer und vielleicht auch noch misstrauisch wird („Betrügst Du mich?“ oder „Bin ich Dir zu dick?“), versuchen Sie es mit Hinhaltetaktik. Verweisen Sie auf eine große Überraschung, mit der Sie sie verwöhnen werden (von hinten bis vorne …). Eine recht vage Ansage über Ihr Vorhaben, Sie zu entführen, sollten Sie ohnehin machen. Damit sie nicht ihre Tante aus Bottrop einlädt.

Freitagnachmittag
Sie sollten im Büro frühzeitig Schluss machen und ein gutes Feinkostgeschäft ansteuern. Auf der Einkaufsliste sollte all das stehen, was man für einen kräftigenden und stimulierenden Imbiss braucht: Obst, Meeresfrüchtesalat, Käse, Baguette. Hauptsache, Sie empfangen sie mit einem Snack, dem man ansieht, dass Sie sich Gedanken gemacht haben. Ein liebevoll arrangiertes Picknick im Bett kommt sogar noch besser, als ein Besuch im teuersten Hotelrestaurant. Den Schampus (oder Sekt) nehmen Sie aus der Minibar – damit er schön kalt ist. Für ein Getränk aus der Mini-Bar müssen Sie zwar tief in die Tasche greifen, doch Was-kostet-die-Welt-Gesten finden auch bescheidene Frauen sexy. Was brauchen Sie noch? Auf jeden Fall nichts Vernünftiges, wie Socken und Regenjacke. Eigentlich reichen zwei Zahnbürsten. Die Garderobe lässt sich auf jene Kleidungsstücke reduzieren, die Sie ihr am liebsten ausziehen.

Wir gehen mal davon aus, dass Sie als guter Liebhaber Sexspielzeug (zum Beispiel einen schönen Dildo) und erotische Literatur zu Hause haben – denn das gehört unbedingt in den Koffer. Wir empfehlen „das Obszöne Werk“ von Georges Bataille. Sie können aber auch was nehmen, was jeder kennt, wie „Die Geschichte der O.“. Sollte Ihr Bücherschrank diesbezüglich Lücken aufweisen, gehen Sie zurück zu Montag – und in die nächste Buchhandlung. Wer so intellektuelle Kost (und trotzdem schweinische) wie Georges Bataille kauft, muss sich übrigens vor der Buchhändlerin nicht schämen.

Denken Sie an Verhütungsmittel, falls nötig. Und Ihre Rasier-Utensilien natürlich. Weil Sie sie erstens nicht pieken wollen – ja, und zweitens, weil Sie damit möglicherweise eine lang gehegte sexuelle Fantasie in die Tat umsetzen werden. Weiterhin benötigen Sie: ein Mensch-Ärgere-Dich-Nicht-Spiel, ein Kartenspiel, ein Diktiergerät und eine Taschenlampe. Wundern Sie sich jetzt nicht über diese erst mal unerotischen Accessoires, wir erklären Ihnen noch, was Sie damit anfangen können. Was Sie getrost zu Hause lassen dürfen: ihre Baumwollhöschen. Denn an diesem Wochenende trägt sie entweder klein und durchsichtig oder gar nichts.

Freitagabend
So, jetzt packen Sie Ihr Mädel ins Auto und starten. Gegen 19 Uhr sollten Sie einchecken. Wichtig ist, dass Sie alle Alltäglichkeiten im Auto besprechen. Ihr Wochenende sollte an der Hoteltür beginnen. Auch wenn Sie die Vorbereitungen und das Packen ordentlich angeheizt haben – fallen Sie bitte nicht schon im Aufzug über sie her. Denn der besondere Kick für diesen Freitagabend ist: Erlaubt ist nur, was Lust macht. Eins aber nicht: schon voll zur Sache kommen. Nachdem sie sich die Tränen der Rührung über Ihre Überraschung aus den Augen gewischt hat, gibt’s erst mal was zu futtern und Sie erklären die Regeln für den heutigen Abend. Sie werden erstaunt sein, was Ihnen alles so einfällt (Petting ist dafür ein ausgesprochen verharmlosender Begriff). Eines versprechen wir Ihnen: Noch vor Mitternacht fallen Sie in Tiefschlaf.

Samstagmorgen
Ein Vorspiel ist jetzt komplett überflüssig. Sie können sicher sein, dass der Akt nach den selbst auferlegten Grenzen des letzten Abends explosiven Charakter haben wird. Danach gleich noch mal, oder Sie lassen Sie sich nun das Frühstück ans Bett bringen. Anschließend sollten Sie die Badewanne testen. Zunächst, wie gut man darin baden kann. Später, wie gut man darin Sex machen kann. In vielen Hotels gibt es große Wannen, in denen man bequem zu zweit neue Stellungen ausprobieren kann.

So, dreimal am Vormittag reicht dicke. Schon zu viel? Auch okay. Dann lassen Sie halt ein Nümmerchen weg. Sie sollen hier ja nicht den Sex-Zampano mimen, sondern genießen. Nach dem Bad kuscheln Sie sich beide in die Bademäntel und gehen zurück ins Bett. Spielen Sie den erotischen Märchenonkel und lesen Sie ihr vor. Bei Literatur beträgt die erotische Halbwertszeit von Frauen je nach Typ 15 bis 45 Minuten. Länger müssen Sie nicht lesen. Wer Lust hat, greift beim Buchweglegen zum Rasierzeug und setzt die oben genannte Fantasie vorsichtig in die Tat um. Wer darauf keine Lust hat, greift gleich wieder zur Partnerin.

Samstagnachmittag
An dieser Stelle empfehlen wir ein Nickerchen. Erstens macht Sex müde und zweitens ist ja Wochenende. Hinter Ihnen liegen also fünf anstrengende Arbeitstage, und den Jobstress sollten Sie auch im Hotel lassen. Dieser Nachmittag sollte also auch den Worten gehören. Jedes Paar hat ein paar organisatorische Sachen zu besprechen, vielleicht hat einer von Ihnen sogar gerade eine konkrete Sorge. Verwechseln Sie Ihr erotisches Abenteuer nicht mit einem kühlen Seitensprung. Im Gegenteil. Das gerade Erlebte wird in Ihnen eine große Bereitschaft für gemeinsame Lösungen hinterlassen. Die Annahme, Ihr Sex sei weniger geworden, weil Sie mehr Sorgen teilen, ist falsch. Er ist weniger geworden, weil Sie sich von ihm haben an die Wand drücken lassen.

Samstagabend
Reden macht hungrig. Was halten Sie von einem Abendessen im Hotelrestaurant (ohne Höschen). Mit ganz besonderen Spielregeln. Von Gang zu Gang wechselnd müssen Sie die Fragen des anderen beantworten. Tabus gibt’s dabei nicht: „Wie fühlt es sich genau an, wenn ich in deine feuchte Muschi dringe?“ Mal schauen. Ob Sie es bis zum Dessert aushalten.

Mit einem Spiel geht es auch auf dem Zimmer weiter. Einem Spiel für Erwachsene … Wie wäre es zum Beispiel mit einem Strip-Mensch-ärgere-Dich-nicht? Oder Sie zocken um Sex. Wer eine Runde gewinnt, darf sich was wünschen – auch solche Dinge, die er sich sonst vielleicht nicht zu wünschen wagt.

Wer Gesellschaftsspiele hasst, kann natürlich auf Rollenspiele ausweichen. Auch Doktorspiele sind ein wunderbarer Scharfmacher. Zaubern Sie Ihre kleine Maglite-Taschenlampe aus der Tasche und untersuchen Ihre Partnerin damit. Dabei muss Sie selbstverständlich den Anweisungen des Arztes folgen: „Strecken Sie bitte mal die Zunge heraus.“ – „Machen Sie sich unten rum frei und legen Sie sich hin.“ Abschließen können Sie diesen Abend mit einem Mitternachtsnacktschwimmen im Pool. Wenn Sie dann immer noch nicht genug haben sollten und die anderen Gäste verschwunden sind – treiben Sie es doch mal auf dem Sprungbrett...

Sonntag früh
Guten Morgen. Haben Sie gut geschlafen? Dann erinnern Sie sich bestimmt noch an den Anfang? An die Stelle, wo es um Ihre Morgen-Erektion ging? Nutzen Sie diese und die Sonntagmorgenstunde richtig aus. So früh am Tag strotzt Ihr Blut vor Testosteron. Es ist Zeit für eine ausgiebige Abschiedsnummer. Hören Sie auch nicht auf, wenn der Zimmerservice mit dem Frühstück kommt …
Heute steht der Abschied an – also lenken Sie ruhig das Gespräch darauf. Ihre Partnerin wird Sie verliebt anschauen, Sie in den Arm nehmen. Mit so einem Feuerwerk der Liebe hatte sie sicher nicht gerechnet.

Nutzen Sie ihre Dankbarkeit ein bisschen aus. Bitten Sie Ihre Freundin um eine kleine Privat-Vorführung ihrer Lust – nur für Sie. Vielleicht zieht sie sich ja noch einmal verführerisch vor Ihnen aus, vielleicht macht sie es sich sogar vor Ihren Augen selbst. Dabei könnte auch der Dildo zum Einsatz kommen. Und das Diktiergerät. Schalten Sie es heimlich ein und nehmen Sie die Geräusche auf, die Ihre Süße beim Masturbieren macht. Alle. Bis zum süßen Ende. Und schalten Sie dann ab. Die Aufnahme bleibt Ihr Geheimnis – zumindest jetzt noch.

Sonntagabend
Wieder zu Hause. Verhindern Sie, dass Sie die Normalität sogleich einholt. Erhalten Sie sich den Zauber der Liebe. Lassen Sie den Fernseher aus, die Post ungeöffnet und Ihren Terminkalender zu. (Es sei denn, Sie suchen nach einem Termin, an dem Sie das Wochenende wiederholen können. Ganz Pfiffige haben beim Auschecken einen Sonderrabatt fürs nächste Mal ausgehandelt.) Gehen Sie früh zu Bett. Denn erstens sind Sie sicher müde und zweitens haben Sie ja noch eine Überraschung. Sobald Ihre Maus neben Ihnen liegt, schalten Sie das Diktiergerät ein. Was jetzt passiert, können wir nur vermuten. Vielleicht fliegt das Gerät aus dem Bett. Oder ihr Höschen. Für ein letztes, schönes Mal an diesem Wochenende.

Sponsored SectionAnzeige