Warnsignale: Diese 7 Schmerzen sollten Sie nicht ignorieren

Bauchschmerzen können ein Zeichen für eine Entzündung im Bauchraum sein
Nehmen Sie Schmerz nicht einfach hin. Sie sind die Warnsignale des Körpers, dass etwas nicht stimmt

Als echter Kerl wissen Sie ganz genau, was bei Schmerzen zu tun ist: die Zähne zusammenbeißen – und durch! In manchen Fällen funktioniert diese Strategie allerdings nicht. Bei diesen 7 Schmerzen sollten Sie Hilfe lieber annehmen

1. Plötzlich auftretende, heftige Schmerzen in der Leistengegend

So heftig wie ein Freistoß von Roberto Carlos, der Ihnen direkt in den Unterleib geht. Später schwellen mit hoher Wahrscheinlichkeit die Hoden an.

Diagnose: Es könnte sich um eine Hodentorsion handeln. Normalerweise baumelt der Hoden am Samenstrang und ist unten am Hodensack verankert. Ist die Verankerung schwach, kommt es in gefährlichen Situationen zu einer Verdrehung des Samenstrangs, die auch die Blutzufuhr abdreht. Innerhalb von sechs Stunden muss ein Arzt den Hoden entwirren, sonst hat dessen letztes Stündchen geschlagen.

Behandlung: Der Urologe tastet den Hoden ab und macht eine Ultraschallaufnahme. Nicht selten ist eine Operation angezeigt.

2. Ständige Schmerzen in den Füßen oder in den Schienbeinen

Am schlimmsten schmerzt es, wenn Sie Sport machen. Aber auch beim Nichtstun spüren Sie’s entweder im Fußrücken oder im Schienbein.

Diagnose: Vermutlich handelt es sich um einen Ermüdungsbruch. Wie jedes andere Körpergewebe regeneriert sich Knochen kontinuierlich selbst. „Wenn Sie aber so hart trainieren, dass Ihre Knochen keine Gelegenheit haben sich selbst zu heilen, können sie brechen“, so Dr. Andrew Feldman, Arzt des NHL-Eishockey-Teams New York Rangers.

Behandlung: Radioaktive Marker machen eine Stressfraktur im Röntgenbild sichtbar. Dann ist erst einmal Schluss mit Laufen. Im schlimmsten Fall müssen Sie für einige Wochen Gips tragen.

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3. Ein schneidender Schmerz im Bauch

Fast wie ein Messerstich – aber die Attacke kommt von innen

Diagnose: Weil der Raum hinter Ihrem Waschbrettbauch vollgestopft ist mit Organen, kann der Schmerz auf eine Entzündung von Blinddarm, Bauchspeicheldrüse oder Gallenblase hindeuten. Keines dieser Organe darf platzen und möglicherweise Eiter in den Bauchraum ergießen. Dann bestünde Lebensgefahr.
Behandlung: „Schmerzt es unten rechts, ist wahrscheinlich der Blinddarm schuld“, sagt Professor Siegfried Kra von der Universität Yale. Hinter Schmerzen im Oberbauch kann man die Gallenblase vermuten. Das Pankreas meldet sich dagegen mit Qualen unterhalb des Brustbeins und erhöhten Enzymwerten im Blut.

4. Vorübergehende Brustschmerzen

Heftiger Schmerz, der plötzlich auftritt und rasch verschwindet

Diagnose: In diesem Fall könnte es sich um eine Magenverstimmung handeln – oder auch um einen Herzinfarkt. „Selbst wenn die Schmerzen nur von kurzer Dauer sind, können sie doch ein ernst zu nehmendes Anzeichen sein“, mahnt Dr. John Stamatos, medizinischer Direktor der North Shore Pain Services in Long Island. Ein Blutgerinnsel in einer der Koronararterien könnte den Blutfluss zu einer Herzregion blockieren. Bei rund der Hälfte aller Herzinfarkte tritt der Tod nach drei bis vier Stunden ein.
Behandlung: Ein Bluttest gibt Hinweise auf beschädigtes Herzgewebe. Behandlungsmöglichkeiten: Ballondilatation, Bypass.

>>> Herzinfarkt oder Sodbrennen: So erkennen Sie den Unterschied

5. Beinschmerzen mit Schwellung

Ihre Wade bringt Sie geradezu um vor Schmerz. Sie ist geschwollen, berührungsempfindlich und warm

Diagnose: Sie sitzen sechs Stunden oder länger auf der Stelle, etwa auf einem Langstreckenflug. Das Blut versackt in Ihren Unterschenkeln und verklumpt zu einem Gerinnsel. Ist es groß genug, verstopft es eine tiefe Beinvene. Dummerweise ist das Erste, was Sie dann tun möchten, nämlich kratzen, zugleich das Schlimmste: „Durch die Bewegung kann der Klumpen zu den Lungen wandern. Mit tödlichen Folgen“, sagt Experte Stamatos.
Behandlung: Eine Venografie per Röntgengerät spürt Thrombosen auf. Der Phlebologe (Venenarzt) wird versuchen, Blutklumpen mit Medikamenten aufzulösen.

6. Hartnäckige Rückenschmerzen

Als hätten Sie sich gerade am Kleiderschrank verhoben. Übliche Behandlungsmethoden (Wärme, Ruhe, Schmerzmittel) bringen keine Abilfe

Diagnose: „Wenn sie nichts mit Verheben zu tun haben, können plötzlich auftretende Rückenschmerzen ein Hinweis auf ein Aneurysma sein“, so Professor Kra. Am gefährlichsten sind die krankhaften Erweiterungen Ihrer Blutgefäße, wenn die Aorta betroffen ist. Aber keine Sorge, schließlich wird der Schmerz nachlassen – gleich nachdem die Hauptschlagader geplatzt ist.
Behandlung: Eine Computertomografie bringt an den Tag, wo das Aneurysma steckt und wie groß es ist. Dann gibt’s Medikamente oder eine Operation.

>>> Das Anti-Rückenschmerzen-Workout

7. Schmerzen beim Urinieren

Sie stöhnen beim Pinkeln, allerdings nicht vor Lust. Außerdem könnten Sie schwören, dass Ihr Urinstrahl einen rostigen Farbton hat

Diagnose: Der schlimmste Fall? „Blasenkrebs“, sagt Dr. Joseph A. Smith, Chefarzt für Urologie an der Vanderbilt-Universität. Rauchen ist übrigens der gewichtigste Risikofaktor für diese vierthäufigste Krebserkrankung bei Männern. Aber vielleicht ist es auch nur eine Blasenentzündung.
Behandlung: Wenn in Ihrem Urin keine Entzündungsbakterien zu finden sind, wirft der Urologe einen Blick in die Blase. Einen Tumor behandelt der Arzt operativ oder er ordnet eine Chemotherapie und/oder Bestrahlungen an.

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