Gesund bräunen: Die 8 häufigsten Sonnenschutz-Irrtümer

Sonnencreme schützt nicht ewig vor Sonnenbrand
Sonnencreme schützt nur kurze Zeit vor Sonnenbrand

Ob wasserfeste Cremes und T-Shirts wirklich vor sonnenbedingten Hautschäden bewahren, lesen Sie hier

  • Irrtum 1: Sonnenschutz mit hohem LSF verhindert Bräune
    Viele Menschen meinen, dass ein Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor (LSF) das Braunwerden verhindert - und benutzen stattdessen Produkte mit zu niedrigen Faktoren. "Das stimmt nicht", sagt Dr. Emil Andonov von der Uniklinik Tübingen, "Auch mit einem starken Sonnenschutz wird man braun. Ein hoher Lichtschutzfaktor schützt vor Sonnenbrand und trägt dazu bei, dass die Bräune länger hält."
  • Irrtum 2: Nachcremen verlängert die Schutzzeit
    Falsch - die Wirkung von Sonnenschutzmitteln hält nur für eine gewisse Zeit. Das heißt, durch wiederholtes Eincremen – besonders nach dem Baden – kann man den Schutz zwar erneuern, nicht aber verlängern. Viele Menschen meinen außerdem, dass sie, sobald sie braun sind, keinen Sonnenschutz mehr brauchen. Das stimmt nicht: Die Bräune ist nur ein gewisser Schutz vor der aggressiven UV-Strahlung. Andonov: "Auch gebräunte Haut nimmt bei intensiver Bestrahlung Schaden, nur werden die Folgen erst später, zum Beispiel in Form von vorzeitiger Hautalterung und Altersflecken, sichtbar."
  • Irrtum 3: Solariumbesuche bereiten die Haut auf die Sonne vor
    Die UVA-Strahlen in Solarien bräunen die Haut zwar schneller als natürliches Sonnenlicht, diese Bräune geht aber schnell wieder weg und sie baut nicht die natürliche Lichtschwiele auf, die vor Sonnenbrand schützt. Noch dazu ist die UVA-Dosis in Solarien bis zu zehnmal höher als in der Sonne – und somit auch schädlicher.
  • Irrtum 4: Im Schatten und bei bewölktem Himmel braucht man keinen Sonnenschutz
    Eincremen ist auch hier empfohlen, denn bis zu 85 Prozent der Strahlungsintensität werden von Sand, Wasser oder Gebäuden reflektiert. Und auch Sonnenschirme oder Wolken halten die Strahlen der Sonne nicht vollständig ab! Andonov: "Die Haut bräunt auch im Schatten – zwar langsamer, aber dafür dauerhafter. Und schöner."
  • Irrtum 5: Im Wasser ist man sicher
    Das Gegenteil ist der Fall, denn wenn Sonne auf das Wasser scheint, verstärkt die Oberfläche des Wassers die Strahlen! Im Wasser wirkt die Sonne somit stärker - und zwar bis zu einen halben Meter unter der Oberfläche. Hier kommen noch bis zu 60 Prozent der UVB- und sogar 85 Prozent der UVA-Strahlen an. Andonov: "Wasserfeste Produkte halten besser und schützen die Haut mehr vor Chlor- und Meerwasser - aber auch hier muss die Haut mehrmals am Tag eingecremt werden."
  • Irrtum 6: Gefährlich ist nur ein Sonnenbrand
    Auch ohne Sonnenbrand kann die UV-Strahlung der Haut Schaden zufügen. Verantwortlich für einen Sonnenbrand, wie auch für die gewünschte, langanhaltende Bräune, sind vor allem die energiereicheren UVB-Strahlen. Die langwelligen UVA-Strahlen sind dagegen für die schnelle, kurzanhaltende Bräunung der Haut verantwortlich. Sowohl UVA wie auch UVB sind für die vorzeitige Hautalterung und ein erhöhtes Hautkrebsrisiko verantwortlich. Je länger man der Bestrahlung ausgesetzt ist, desto höher ist das Risiko, bleibende Schäden zu erleiden.
  • Irrtum 7: Kleidung ist ein idealer Sonnenschutz
    Stimmt nur bei spezieller UV-Schutz-Kleidung aus atmungsaktiven Hightechfasern. Andonov: "Ein Baumwoll-T-Shirt hingegen lässt je nach Maschendichte, Farbe und Abnützung durch das Waschen die UV-Strahlen mehr oder weniger durch." Faustregel: je dunkler und dichter der Stoff desto höher der Schutz.
  • Irrtum 8: Sonnenbäder stärken das Immunsystem
    "Ganz im Gegenteil. Nach neuesten Erkenntnissen werden die Abwehrkräfte durch UV-Strahlung geschwächt. Deshalb tritt Herpes besonders gern im Sommerurlaub auf und andere Krankheiten wie z.B. Neurodermitis oder Schuppenflechte können sich bessern", sagt Andonov.
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