Studien an Sportlern: Ab wann spricht man von Sportsucht?

Läufer beim Marathon in Rom 2007
Schack: "Je mehr Hobbysportler sich an einen Marathon herantrauen, desto mehr Süchtige wird es geben"

Sportsucht ist eines der Forschungsthemen des Sportpsychologen Thomas Schack: Zu unterscheiden sind Sportbindung und Sportsucht

Studien von Thomas Schack, Sportpsychologe an der Uni Bielefeld, bei Marathonläufern und anderen Sportlern kamen zu einem interessanten Ergebnis: "Viele hielten sich für süchtig, obwohl sie es gar nicht waren." Vor ihrer Befragung dachten dies 35 Prozent. Aber nur bei etwa fünf Prozent der Probanden konnte eine Sucht festgestellt werden. "Man muss unterscheiden zwischen einer Sportbindung, die äußerst intensiv sein kann, und einer Sportsucht", erklärt der Experte. "Jeder Sportler hat so eine Bindung. Aber nur wenige sind süchtig. Entscheidend ist zum Beispiel nicht die Anzahl der Laufkilometer, sondern warum ein Sport betrieben wird."

Ob süchtig oder nicht: Auffällig ist, dass immer mehr Sportler immer mehr wollen. Steigende Teilnehmerzahlen bei Marathons lassen vermuten, dass Hobbysportler ihren Körper zunehmend an die Grenze der Leistungsfähigkeit bringen wollen. Zwischen 1997 und 2007 stieg die Zahl der Läufe in Deutschland um knapp 250 Prozent, von 71 auf 177. Fast 140 000 Läufer erreichten vergangenes Jahr die Ziellinie. "Je mehr Hobbysportler es gibt, die sich an einen Marathon herantrauen, desto mehr Süchtige wird es geben", prophezeit Schack.

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