Akne: handeln statt abwarten

Akne: handeln statt abwarten
Nur weil die Eltern früher auch unter Akne litten, sollten Jugendliche die unschönen Pusteln nicht einfach "aussitzen"

Kai Mainhardt* (18), Schüler aus Leonberg, hielt Pickel für normal – die hatte sein Vater (40) früher auch. Doch seine wurden so schlimm, dass er sich entschloss, Pillen zu nehmen, erzählt er im Interview

Hatten Ihre Eltern früher auch Akne?
Mein Vater hatte immer nur einige Pickelchen, aber meine Mutter litt auch darunter.

Wann ging es bei ihnen los mit den Pickeln?
Vor etwa 4 Jahren. Anfangs waren es nur Mitesser und kleinere Pickel. Ich habe sie weitgehend ignoriert, weil ich das alles für normal hielt.

Und wann fanden sie es nicht mehr normal?
Ich habe natürlich auch die üblichen Produkte gegen unreine Haut benutzt, aber die halfen nicht, im Gegenteil. Ich bekam unter der Haut Knoten, die wehtaten.

Welche Körperteile sind denn davon betroffen?
Bei mir lediglich das Gesicht. Auf dem Rücken oder an den Schultern habe ich nichts.

Wann wurde der Arztbesuch unausweichlich?
Vor rund 2 Jahren. Zunächst habe ich von ihm empfohlene Pflegeprodukte benutzt und die Haut ab und zu von einer medizinischen Kosmetikerin ausreinigen lassen. Man soll die Pickel ja nicht selbst ausdrücken, und bei den Knoten unter der Haut funktioniert das eigentlich sowieso nicht. Trotzdem habe ich es früher natürlich immer wieder mal versucht. Als ich dann beim Arzt in Behandlung war, habe ich damit aufgehört. Wirklich geholfen hat allerdings keine von diesen Maßnahmen.

Jetzt sieht man kaum noch was von der Akne. Was hat geholfen?
Der Hautarzt hat mir dann Tabletten mit dem Wirkstoff Isotretinoin empfohlen. Erst war ich nicht so begeistert – schließlich können die auch ganz schön heftige Nebenwirkungen haben. Aber dann haben mir immer mehr Menschen geraten, die Therapie anzufangen. Meine Eltern waren auch dafür, haben die Entscheidung allerdings mir überlassen. Dann empfahl noch ein zweiter Hautarzt die Tabletten, und ich beschloss dann doch, sie zu nehmen.

Und wie lange dauerte es, bis diese Tabletten Wirkung zeigten?
Ich nehme sie jetzt seit gut 3 Monaten und bin wirklich zufrieden mit der Wirkung. Mitesser gibt es schon noch, aber Pickel und Pusteln habe ich kaum mehr – vor allem keine schmerzhaften Knoten.

Müssen Sie auf gewisse Dinge achten, etwa die Art, sich zu Ernähren?
Ich esse jetzt nicht mehr so viel Süßes. Entscheidend ist allerdings, sich gründlich zu waschen. Wenn ich das nicht wie gewohnt machen kann, etwa im Zeltlager, wird's trotz der Pillen wieder schlimmer.

Hat sich auf Grund der Therapie Ihr Selbstbewusstsein verbessert?
Schon. Es war zwar nicht so, dass ich die ganze Zeit über meine Pickel nachgedacht habe. Aber ich bin sehr froh, dass sie endlich weg sind.

* Name von der Redaktion geändert

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