Lebensziel Rockband: Alles nur ein Traum?

Hier entsteht ein Konzeptalbum
„Unser größter Traum war es, Musik nach eigenen Vorstellungen zu machen.“

Sylvan haben es bewiesen: Nur wer an sich glaubt, kommt ans Ziel

Wonach streben Sylvan dann, wenn es nicht das große Geld ist? Ist es Ruhm? In den bisherigen Dimensionen hat Prominenz durchaus ihren Reiz. „Ich stand mal an der Ampel, da zeigte ein Autofahrer neben mir auf den Sylvan-Aufkleber an meinem Motorrad und sagte: ,Geile Band!‘“, erzählt Sebe. „Der hat vielleicht geguckt, als ich das Visier hochklappte!“ Volker legt nach: „Als ich mal per EC-Karte bezahlt habe, guckte der Verkäufer auf die Unterschrift und sagte: ,Söhl? Der Söhl von Sylvan?‘ Ich dachte, ich spinne!“

Marco bleibt nüchtern: „Ich glaube nicht, dass es das ist, was uns glücklich machen würde – auf der Straße von jedem erkannt zu werden.“ Die anderen nicken. Was aber dann? Wenn’s nicht die dicke Kohle, nicht der Ruhm ist, wie wäre es dann mit Ehre? Treffer! Damit kann man sie kriegen. Lieber ein hochgelobter Geheimtipp sein als eine Art Modern Talking, die zwar CDs verkauft haben wie blöd, aber keiner will’s gewesen sein. „Dass eine Band wie Tokio Hotel bekannter ist und mehr CDs verkauft als wir, interessiert mich überhaupt nicht, denn denen wird nie ein Peter Gabriel auf die Schulter klopfen“, sagt Matthias. Ist das seine größte Sehnsucht? „Ja, die Anerkennung durch die eigenen Idole bedeutet mir am meisten. Darum war ich überglücklich, als Marillion, mein größtes Vorbild, uns als ihre Vorgruppe ausgewählt haben.“

Vor der Probe heißt es erstmal schleppen, aufbauen und Kabel verlegen
Echte Rockmusiker tragen ihre Instrumente noch selber

Gegen kommerziellen Erfolg haben sie gar nichts
Ihre nächste CD haben Sylvan bewusst produziert, um den Fluch des ewigen Geheimtipps zu brechen. „Presets“ ist der Versuch, „radiotauglicher zu werden, ohne dass wir uns dabei verbiegen müssen“, erklärt Matthias. Ein einziger Hit könnte schon reichen. „Wie bei Marillion. Die durch ,Kayleigh‘ entstandene Fan-Gemeinde war groß genug, dass die Band auch heute noch von ihrer Musik leben kann – übrigens ganz ohne Plattenfirma.“ Diese Tatsache erscheint Sylvan besonders attraktiv, denn so sehr sie sich nach professioneller Unterstützung sehnen, so sehr fürchten sie die Einmischung in ihre künstlerische Freiheit. „Unser größter Traum war es, Musik nach eigenen Vorstellungen zu machen“, erzählt Matthias. „Das haben wir uns erarbeitet, und wir werden es uns von niemandem wegnehmen lassen.“

Die fünf zweifeln, ob man sich überhaupt an eine Plattenfirma binden sollte. Oft genug würden Künstler nach anfänglichem Hype fallen gelassen und erhielten nur noch wenig Unterstützung, hingen aber noch Jahre in einem Vertrag fest, der sie zur Ablieferung von Alben zwingt. „Dank des Internets geht es heute auch anders“, sagt Marco. „Auf unserer My-Space-Seite hören sich täglich fast 200 Leute die Soundschnipsel an, und viele kaufen dann die CDs.“ Dennoch: Wenn „Presets“ es ins Radio und in die Läden schaffen soll, brauchen Sylvan einen Vertriebspartner.

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