Samenqualität: Alles, was Männer über Sperma wissen müssen

In der US-Pornoszene gibt es Tricks, um die Spermamenge zu erhöhen

Was wissen Sie über Ihr Sperma? Können Sie es frischer, schneller oder leckerer für die Liebste machen? Die wichtigsten Fakten rund um die Qualität des Samens

In diesem Artikel

Die 16 spannendsten Fakten über Ihr Sperma

Haben Sie sich mal Gedanken darüber gemacht, dass Ihre Samenflüssigkeit einiges über Sie aussagen kann? Viele Faktoren entscheiden über Qualität, Geschmack, Geruch und natürlich über seine Spritzigkeit. Es ist an der Zeit, sich dem Quell unserer Männlichkeit mal etwas intensiver zu widmen.

  • Die Spermamenge liegt im Schnitt zwischen 2 bis 6 Millilitern. Ob Sie mehr oder weniger produzieren, sagt nichts über die Zeugungsfähigkeit aus.
  • Die Spermienproduktion im Hoden bringt es pro Sekunde auf etwa 1200 Spermien. Allerdings haben Studien ergeben, dass die durchschnittliche Spermaproduktion in den letzten Jahrzehnten stetig abgenommen hat. So hat ein Ejakulat heutzutage nur noch eine Spermiendichte von etwa 66 Millionen Samen während es vor einigen Jahrzehnten noch weit über 100 Mille waren.
  • Nur die Hälfte aller Spermien, die sich im Ejakulat befinden, sind voll beweglich.
  • Ein Spermium ist nicht größer als 0,06 Millimeter.
  • Die flinken Schwimmer wachsen im Nebenhoden heran und warten auf ihren Einsatz.
  • Der erste Samenerguss findet im Zuge der Pubertät zwischen 11 und 15 Jahren statt. Ab diesem Zeitpunkt ist ein Junge zeugungsfähig.
  • Der Geruch von Sperma wird sehr unterschiedlich beschrieben, er reicht von weißem Moschus, über Kastanienblüte bis zum Meeresduft oder Chlor.
  • Der Geschmack wird meist als nussig, salzig oder milchig beschrieben und kann, wie der Geruch, durch aromareiche Lebensmittel beeinträchtigt werden.
  • Bis zur Eizelle der Frau legt das Spermium einen Weg von etwa 15 Zentimetern zurück.
  • Ein Spermium ist ausdauernd. Es überlebt im Gebärmutterhals im Durschnitt 5 bis 7 Tage. Vorraussetzung ist allerdings, dass sie dort ankommen. In der Vagina überleben Spermien nur ein paar Stunden.
  • Die Spermaqualität unterleigt im Laufe des Jahres zyklischen Schwankungen. Spanische Forscher erwiesen: Im Frühjahr, ab März; steigt sowohl die Gesamtzahl der männlichen Geschlechtszellen an, als auch die der beweglichen, also zeugungsfähigen. Im Herbst, um September, fällt die Zahl wieder ab. „Frühlingsgefühle“ haben also scheinbar einen Sinn in der Evolution: Sie sollen die gute Qualität unters Volk bringen.
  • Höchstes registriertes Tempo einer Ejakulation ist 17 km/h, Rekordweite 29,7 Zentimeter.
  • Eine Portion Sperma hat etwa 5 bis 25 Kalorien. Im Vergleich so viel wie eine Handvoll Chips.
  • Spermien haben ein rudimentäres Gedächtnis. Das vermuten schweizer Forscher. Solche Spermien die erst nach links abegbogen sind, bogen bei der nächsten Kreuzung nach rechts ab. Die Forscher gehen außerdem davon aus, dass die Spermien im Rudel miteinander kommunizieren. 
  • Die Menge des Samenerguss eines Mannes in seinem gesamten Leben beträgt durchschnittlich 50 bis 70 Liter.
  • Nach einer Sterilisation kommt noch ein Ejakulat, allerdigs "light", also ohne Spermien.
Weibliche Hormone als Wegweiser zur Eizelle
Spermien sind keine Einzelkämpfer

Die 8 größten Sperma-Mythen

  • Das Spermium kämpft sich als Einzelkämpfer zur Eizelle: Nein, der Weg durch die Gebärmutter zur reifen Eizelle geschieht unter Mithilfe des Körpers Ihrer Partnerin. Das weibliche Hormon Progesteron weist Spermien offenbar gezielt den Weg zur Eizelle. Produziert wird das Hormon in Zellen, die die Eizelle umhüllen. Schütten diese Zellen das Sexualhormon aus, so eine Bonner Studie, erhöht sich der Kalziumgehalt im Spermium, welcher die Schlagweise und -kraft der Geißel (des "Samenschwanzes") beeinflusst. Auf diese Weise steuere die Eizelle die Spermien an ihr Ziel, so das Wissenschaftlerteam um Studienleiter Benjamin Kaupp vom Forschungszentrum Caesar (Center of Advanced European Studies and Research.
  • Der Laptop auf dem Schoß schadet den Spermien: Das ist nicht erwiesen. Belegt ist nur, dass ein Notebook auf dem Schoß, dem Hoden kräftig einheizt – vor allem, wenn der Nutzer dabei die Oberschenkel geschlossen hält. Männerarzt Wolfgang Schulze von der Uniklinik Hamburg wendet sich gegen Spekulationen, dies könne die Fruchtbarkeit beeinträchtigen: „Manche Forscher scheinen über viel Zeit und eine mitunter doch recht schlicht anmutende Fantasie zu verfügen.“ Die wenigsten balancieren ihr Laptop beim Arbeiten täglich stundenlang auf den Beinen. Da wird die Fortpflanzung eher an akuten Rückenschmerzen scheitern. 
  • Sexuelle Abstinenz verbessert die Spermaqualität: Bisher hat man zeugungswilligen Paaren geraten, den Samen des Erzeugers für die fruchtbarsten Tage der Frau anzusparen. Ganz nach dem Motto: weniger ist mehr. Das ist falsch, behaupten jetzt israelische Wissenschaftler. Für eine Studie der Ben-Gurion-Universität untersuchten sie 7000 Spermaproben von 6000 Männern. Das Ergebnis war verblüffend: Nach ein bis zwei Tagen ohne Sex sinkt die Qualität des Spermas, die Anzahl der zeugungsfähigen Samenzellen nimmt dann deutlich ab. "Schon zwei Tage Abstinenz machen die Spermien weniger beweglich", so der Leiter der Forschungsgruppe, Elljahu Levitas.Laut aktueller Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sollen Männer mit Zeugungsproblemen mindestens zwei bis sieben Tage auf Sex verzichten, bevor sie ihr Sperma untersuchen lassen, um die bestmögliche Qualität abzuliefern.Doch die neue Studie spricht dagegen. "Ein längerer Aufenthalt im Hoden führt für manche Samenzellen offenbar zu Müdigkeit", sagte Levitas. Zurückhaltung für´s Wunschkind ist also nicht mehr angesagt, wenn man den Wissenschaftlern glauben kann.
  • Wer häufig onaniert, dem geht das Sperma aus: Nichts als Ammenmärchen. Auch das mit den 3000 Schuss im Leben eines Mannes. Denn anders als natürliche Ressourcen wie Erdöl oder Kohle ist der männliche Samen kein knappes Gut. Der Körper produziert es von der Pubertät bis zum Tod unentwegt. Die Angst, dass Ihnen einmal der Saft ausgeht, ist also unbegründet. Daran ändern auch häufige Samenergüsse – egal ob mit oder ohne Partnerin – rein gar nichts. Zumal das Sperma nur zu einem geringen Anteil aus Spermien besteht. Vivien Marx schreibt dazu in ihrem "Samenbuch": "Sperma entstammt zu etwa 50 bis 70 Prozent den Samenblasen, zu zehn bis 30 Prozent der Prostata und zu etwa zehn Prozent den Nebenhoden. Nur ein Prozent sind Spermien." Die Menge des Ergusses ist jedoch individuell sehr unterschiedlich. Zudem spielen die Zeitspanne der sexuellen Abstinenz, die Länge des Vorspiels und auch psychologische Prozesse eine wichtige Rolle. Wer über einen längeren Zeitraum ohne ersichtlichen Grund einen Schwund an Samenerguss feststellt, sollte sich zur Sicherheit einmal ärztlich untersuchen lassen.
  • Sauna ruiniert die Samenzellen: Heiß wird es in der Sauna, ja. In der Badewanne übrigens auch. Es gibt aber keine Untersuchungen, ob darunter die Spermaqualität leidet.Bedenkt man die Zeit, die Bildung und Reifung des Spermiums in Anspruch nehmen, besteht vermutlich keine ernste Gefahr. „Die Fertilität finnischer Männer wurde bislang jedenfalls nicht als unterdurchschnittlich beschrieben“, so der Androloge Professor Walter Krause von der Universitätsklinik Marburg. Sitzen Sie etwa über Stunden in einer über 45 Grad Celsius heißen Wanne? Nein? Also keine Panik!
  • Handystrahlung tötet Spermien: Zwar wurden im Rahmen zweier Studien langsamere Spermien bei Männern entdeckt, die öfter ein Handy in der Hosentasche oder am Gürtel bei sich trugen. Nach Ansicht vieler Experten ist das allerdings kein Grund, Alarm zu schlagen. Die Forscher stellen die Ergebnisse der Kollegen in Frage, da die Forscher wesentliche Störfaktoren, etwa das Rauchen, nicht berücksichtigt haben. Der Hamburger Androloge Schulze bezweifelt, dass das Mobiltelefon den Hoden überhaupt zu nahe kommt: „Und selbst wenn dies mal geschehen sollte, ergibt sich daraus keine größere Gefahr für die reproduktive Gesundheit des Mannes.“
  • Benzindämpfe schaden dem Sperma: Benzin ist schon seit langer Zeit bleifrei. Und das tut auch dem männlichen Kraftstoff gut, denn Blei ist ein Zellgift, das nicht allein den Hoden schadet.
  • Wenn es nicht spritzt, sondern läuft, stimmt was nicht: Falsch."Bei einem Orgasmus ziehen sich abwechselnd der innere und der äußere Blasenmuskel zusammen. Die Kraft des Samenergusses hängt davon ab, wie oft das passiert und in welcher Reihenfolge", erklärt der Bochumer Urologe Dr. Rainer Brinkmann. Unterschiedliche Druckverhältnisse entstehen, die dazu führen, dass Sperma verschieden herausgeschossen wird. Mit der Potenz hat das nichts zu tun. Der Fachmann: "Wie bei allen Körperfunktionen gibt es auch beim Samenerguss individuelle und situationsbedingte Unterschiede."
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Was schadet der Samenqualität?

  • Rauchen: Wer raucht, dessen Anzahl und die Konzentration der Spermien nehmen ab. Die Samenzellen von Rauchern sind langsamer und häufiger krankhaft verändert. Auch das Seminalplasma – mit 90 Prozent der weitaus größte Teil des Ejakulats, insgesamt 2 bis 6 Milliliter – leidet. Normalerweise liefert es Nährstoffe für die Spermien und macht sie flinker. Kein Wunder also, dass Professor Wolfgang Schulze, Androloge am Uniklinikum Hamburg, an erster Stelle den Verzicht auf Glimmstängel nennt, um die Spermaqualität zu verbessern. „Das Rauchen aufzugeben erhöht die Chance, ein Kind zu zeugen, um 30 Prozent“, sagt er.
  • Übergewicht: Die Qualität der Spermien steht in einem Zusammenhang mit dem Body-Mass-Index, kurz BMI. Unter 1500 dänischen Wehrpflichtigen fanden Forscher der Universität Kopenhagen schlechtere Ejakulatwerte bei Probanden mit BMI-Werten unter 20 und über 25.
  • Die falsche Ernährung: Einzelne Lebensmittel und Nahrungsbestandteile stehen im Verdacht, die Spermaqualität zu beeinträchtigen – allen voran Soja mit seinen pflanzlichen Östrogenen. In großen Mengen sind Östrogene Gift für die Hoden. „Grundsätzlich ist mit einem Einfluss von Sojaprodukten auf die Spermazellenbildung zu rechnen“, sagt Professor Walter Krause, Androloge an der Universitätsklinik Marburg. Diese negative Wirkung bestätigt auch eine irische Studie des Royal Victoria Hospital in Belfast. Dr. Sheena Lewis rät zu weniger Soja, wenn Männer bezüglich ihrer Spermaqualität Probleme haben. Zu bedenken gibt sie, dass Sojaproteine als billiger Fleischersatz mittlerweile vielen Lebensmitteln beigemischt sind, etwa Pizza und anderen Fertiggerichten.
  • Langes Sitzen: Langes Sitzen im Auto erhöht die Hodentemperatur. Ob sich das tatsächlich auf die Spermienproduktion auswirkt, scheint jedoch der Faktor Zeit zu bestimmen. Bis so eine Samenzelle von Kopf bis Schwanz komplett fertig ist, dauert es nämlich gut zwei Monate, da richten ein paar Stunden Hitze nicht gleich Schaden an. Bedenklich kann es für Profis werden, etwa für italienische Taxifahrer. Im Vergleich zu anderen Männern weisen diese bei einer Untersuchung der Universität Rom häufiger krankhafte Veränderungen des Ejakulats auf, besonders dann, wenn sie schon lange im Beruf waren und gerne die Sitzheizung laufen ließen. Eine deutliche Beeinträchtigung zeigt sich auch, wenn schwere landwirtschaftliche oder industrielle Maschinen bewegt werden, wahrscheinlich auf Grund der starken Vibrationen. Übrigens: Wer den ganzen Tag über sitzt, sollte gelegentlich die Haltung wechseln. So sinkt die Hodentemperatur schon ein wenig. Auch langes Sitzen im Auto erhöht die Hodentemperatur.
  • Chemikalien: Manchen Umwelteinflüssen ist man schutzlos ausgesetzt. Gefährlich kann zum Beispiel das Hormon Östrogen werden. Durch die massive Verbreitung der Anti-Baby-Pille gelangen Östrogene ins Grund- und Trinkwasser. Außerdem enthalten viele Industrieprodukte Stoffe, die wie Östrogene wirken, etwa polychlorierte Biphenyle (PCB, weit verbreitet als Weichmacher in Plastik) oder Insektizide wie DDT (Dichlordiphenyltrichloretan. Allerdings liegt die Stärke dieser so genannten Xenoöstrogene oftmals erheblich unter der des natürlichen Östrogens. Facharzt Krause gibt Entwarnung: „Insgesamt ist das Risiko, dass der Mann durch Umwelteinflüsse verweiblicht oder Schäden seiner Fruchtbarkeit erleidet, eher gering.“
  • Stress: Psychische Belastungen bremsen die Produktion des männlichen Samens. Das hat sich die Natur schlau ausgedacht, damals, als unsere Ahnen noch durch die Wildnis streiften. Wenn da der Löwe aus dem Busch sprang, nützte es einem Mann herzlich wenig, gerade in diesem Moment viele Spermien zu produzieren. Dann hieß es entweder flüchten oder angreifen, und dafür braucht der Körper alle Energie, auch jene, die sonst den Hoden zusteht. Für gutes Sperma und Fortpflanzung sorgt man besser später, wenn wieder Ruhe eingekehrt ist. Seitdem haben sich die Belastungen, denen wir ausgesetzt sind, gewandelt. Stress am Arbeitsplatz wird häufig zur Dauerbelastung, bei der sich Entspannungsphasen gar nicht mehr einstellen. Bei Patienten der Praxis für Fortpflanzungsmedizin BKS in Hamburg fanden die Ärzte krankhafte Ejakulatwerte vor allem bei Probanden, die sich stark an traditionellen, männlichen Eigenschaften wie Dominanz, Stärke und Konkurrenzbereitschaft ausrichteten. Professor Kerrin Christiansen, Humanbiologin an der Universität Hamburg, vermutet hier die Wurzel des Übels: „Immer die Position des Alpha-Männchens zu erreichen, jede Konkurrenzsituation anzunehmen und erfolgreich zu bestehen, das ist in der heutigen Gesellschaft gar nicht mehr möglich.
  • Parfum: Kinderwunsch? Dann begutachten Sie die Inhaltsstoffe Ihres täglichen Duftwässerchens. Forscher von der Havard-Universität haben jetzt nämlich herausgefunden, dass Ihr Eau de Toilette Schäden im Sperma hervorrufen kann.Die Wissenschaftler fanden heraus, dass ein Zusammenhang besteht zwischen der Nutzung von Diethylphthalat, einem häufigen Inhaltsstoff von Parfums, und Fehlern in der Sperma-DNA. Die Substanz wird trotz Protesten von Umweltschützern immer noch in der Parfumindustrie eingesetzt. Die Studie, an der 168 Männer teilnahmen, wurde im Fachmagazin "Environmental Health Perspectives" des US-Department of Health and Human Services veröffentlicht.
  • Viel befahrene Straßen: Feinstaub ist offenbar gefährlich für Sperma. Zumindest bei Mäusen erhöht sich die Mutationsrate am Erbgut um 60 Prozent, wenn die Tiere längere Zeit stark verschmutzte Luft einatmen, stellten kanadische Mediziner fest. Eine Übertragung dieser Feststellung auf Menschen sei nicht ausgeschlossen.Für die Studie setzten die Wissenschaftler ihre Labormäuse an die freie Luft: Mehrere Woche lebten die Tiere in der Nähe zweier Stahlwerke und einer Hauptverkehrsstraße in der Industriestadt Hamilton (Ontario) in speziellen Behältern. Die Kontrollgruppe atmete die selbe Luft, aber über Filter gereinigt. Ergebnis: Nach etwa vier Monaten Wochen fanden die Mediziner eine erhöhte Mutationsrate im Erbgut der Feinstaub-Mäuse, die wiederum Ursache für Erkrankungen sein können.Warum Schmutzpartikel in der Lunge Schäden im Sperma verursachen, ist noch unklar. Das Forscherteam um Carole Yauk plant dazu weitere Tests.
  • Alkohol: Ein maßvoller Alkoholkonsum schadet nicht, ab 40 Gramm Alkohol pro Tag (etwa 1 Liter Bier oder 0,5 Liter Wein) ist allerdings mit negativen Folgen zu rechnen.
Ananas lässt Sperma fruchtig süß schmecken
Es stimmt: Ananas macht Sperma süß

Diese Tricks verbessern die Samenqualität

So wird Sperma leckerer: Salzig, milchig, nussig – so schmeckt Sperma pur. Medikamente und bestimmte Nahrungsmittel verfälschen den Geschmack von Sperma hingegen bis ins Widerliche. Dies fand die Hamburger Sexualtherapeutin Angelina Borgaes bei einer Testreihe mit 50 Frauen heraus. Vor allem Bier, Knoblauch und Aspirin verderben den Appetit auf orale Liebe gründlich. 1,5 Liter Ananassaft hingegen verleihen den Spermien eine süßlich, liebliche Geschmacksnote. Die Sexualtherapeutin warnte davor, die Liebesnacht mit einem kräftig knoblauchgewürzten Essen zu beginnen. Dann schmeckt Sperma säuerlich, faulig und muffig. An Abwaschwasser fühlten sich Frauen erinnert, deren Partner zu viel (mind. 5) Bier getrunken hatten, denn das lässt das Sperma schal schmecken. Und wer mit etlichen (mind. 5) Aspirintabletten seine Kopfschmerzen verjagt hat, der verjagt auch eine für orale Liebe empfängliche Partnerin. Der Schuss Sperma schmeckt dann ausgesprochen fies, herb oder bitter – genauso wie nach zu viel Fleisch, Salz oder Spargel. In den USA gibt es jetzt ein Medikament, das den Geschmack von Sperma verbessern soll. Das Pulver, das unter der Bezeichnung Semenex im Internet angeboten wird, enthält verschiedene Fruchtextrakte in hoher Konzentration. Es wird in einem Glas Wasser aufgelöst, wirkt innerhalb eines Tages.

Fittere Spermien durch Sport: Zwar erhöht Sport die Temperatur der Hoden, aber selbst ein paar Stunden Training täglich haben keinen schädlichen Einfluss. So ist zum Beispiel ein Laufpensum von 60 Kilometern pro Woche unbedenklich. „Problematisch wird es nur bei extrem hartem Ausdauersport“, sagt Professor Frank Sommer, Leiter der Klinik für Männergesundheit am Uniklinikum Hamburg. Bei diesen Sportlern treten Symptome auf, die man sonst nur im Alter findet: niedrige Testosteronwerte, hohes Osteoporose-Risiko, Verlust der Libido – und schlechte Spermaqualität. Und das, obwohl die Männer gesund wirken und sich auch so fühlen. Aber auch hier gibt es Gegenmittel. „Wenn die Betroffenen die Einheiten auf 90 Minuten begrenzen, dafür jedoch intensiver trainieren, können sie ihren Testosteronspiegel erhöhen und so ihre Spermienproduktion ankurbeln.“ Auch zusätzliches Krafttraining – im Gegensatz zu reinen Ausdauereinheiten – steigert den Testosteronwert und reaktiviert die Hoden. Wer zu Hormonpräparaten greift, sollte sich im Klaren sein, dass er dadurch zwar einen muskulösen Körperbau vorantreiben kann, die Männlichkeit untenherum allerdings rapide abbaut. Wenn das Gehirn signalisiert, dass genug Testosteron vorhanden ist, fahren die Hoden die körpereigene Produktion zurück. Das kann damit enden, dass sie überhaupt keine Samenzellen mehr herstellen. Nach dem Absetzen der Präparate ist diese negative Wirkung aber zum Glück umkehrbar.

Guter Samen dank Selbstbefriedigung: Es ist das beste Argument, wenn Sie erwischt werden: wer regelmäßig Sex hat oder onaniert steigert damit die Qualität seiner Samenzellen.„Sperma wird normalerweise nach drei, vier Tagen schlecht“, sagt der britische Evolutionsbiologe Robin Baker. Mittels Selbstbefriedigung wird man altes Sperma los; neues, fruchtbareres Material kann nachrücken. Und das bitte regelmäßig. Denn absterbende Rest-Spermien schädigen durch ihre giftigen Zerfallsprodukte auch frisch produzierte, top-fitte Kollegen. „Spätestens bereits nach acht bis zehn Tagen ist Sperma endgültig hinüber“, so der Hamburger Fortpflanzungsexperte Dr. Gerd Bispink.

Gesunde Spermien dank Kaffee: Ein brasilianisches Team der Universität São Paulo fand heraus, dass Kaffeetrinker besseres Sperma besitzen. In ihrer Studie untersuchten die Forscher 750 Männer. Interessantes Ergebnis: Sowohl Kaffee-Junkies (mehr als sechs Tassen pro Tag) als auch moderate Kaffeetrinker haben aktivere Spermien als Koffein-Abstinenzler.

Potenter dank richtiger Kleidung: Tragen Sie lieber keine Skinny-Jeans. „Allzu enge Jeans, die Hoden an den Körper pressen, können durchaus negativ wirken“, so Diplom-Mediziner Jens Jacobeit, Internist am Endokrinologikum Hamburg.

Fidele Spermien dank der richtigen Ernährung: Eine ausgewogene Ernährung hält auch ihre Spermien gesund. Diese 7 Dinge sollte auf Ihrem Sperma-Speiseplan stehen:

  1. Selen: Selen kurbelt die Produktion im Hoden an. Frisch produzierte Spermien sind anfällig für schädliche Einflüsse von außen, etwa durch Umweltgifte. Selen ist wichtiger Bestandteil einer Hülle, die Samenzellen umgibt und sie davor schützt. Ein Mangel an dem Spurenelement wirkt negativ auf Anzahl und Qualität der Spermien. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt, jeden ­Tag rund 50 Mikrogramm Selen aufzunehmen. Top-Quellen sind beispielsweise Sonnenblumenkerne und Kokosflocken (davon jeweils 1 Esslöffel unter Müsli, Jogurt oder Obstsalat mischen). Ebenfalls zu empfehlen: 1 bis 2 Portionen Fisch pro Woche.
  2. Pflanzenstoffe: Sie machen Spermien flinker. In Brokkoli und anderen Kohlsorten sind viele antioxidative Pflanzenstoffe enthalten. „Sie verbessern die Beweglichkeit der Spermien, schützen sie vor schädlichen Umwelteinflüssen“, sagt Männerarzt Sommer. Tipp: Machen Sie einmal in der Woche einen Brokkoli-Auflauf und essen Sie zum Grillkotelett nicht nur Kartoffelsalat, sondern auch mal eine Portion Sauerkraut.
  3. Zink: Es verbessert den Wirkungsgrad Ihrer Spermien. Dieses Spurenelement drosselt den Energiebedarf der Samenzellen und sorgt dafür, dass genug Kraft für den Endspurt in der Gebärmutter und dem Eileiter bleibt. Viel Zink enthalten Austern, Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte sowie – perfekt für die Grillsaison – Lamm-, Rind- und Putenfleisch.
  4. Vitamin E: Vitamin E hält die Samenzellen gesund. Nüsse enthalten viel Vitamin E, das die Fruchtbarkeit bei Mann und Frau unterstützt, indem es die Bildung von gesunden Spermien fördert und ihre Beweglichkeit erhöht. Greifen Sie lieber zu Nüssen, statt abends vorm Fernseher Unmengen an Chips zu futtern. Auch bewusstes Kochen mit hochwertigem Pflanzenöl aus Raps, Sonnenblumen oder Oliven sorgt für eine optimale Qualität Ihrer Spermien.
  5. Vitamin C: Es ist enthalten in Zitrusfrüchten, Hagebutten und Sanddorn.
  6. B-Vitamine und Folsäure: Munternmüde Spermien auf und sind enthalten in Haferflocken, Erbsen, Bohnen sowie in Lachs, Kleieflocken, verschiedenen Kohlsorten, Muscheln, Hering und Rindfleisch. 
  7. Omega-3-Fettsäuren: Sie haben eine günstige Wirkung auf die Hodenfunktion und sind zum Beispiel enthalten in Walnüssen, Leinsamenöl und Seefisch.
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Wenn nichts mehr hilft, hilft der Ganz zum Arzt bei vorzeitigen Samenergüssen
Nicht wegen jedem Problem müssen Sie gleich zum Doc

Probleme mit dem Sperma

Die meisten Veränderungen von Konsistenz, Geruch und Farbe sind nicht weiter schlimm. Bei einigen anderen sollten Sie zum Arzt gehen. Hier die häufigsten Angstmacher:

Es ist gelblich und klumpig: Keine Sorge! Aus biologischer Sicht ist das sehr sinnvoll. "Sperma gerinnt unmittelbar nach dem Samenerguss, damit es nicht zu schnell wieder aus der Scheide herausläuft. Bei längerer Enthaltsamkeit nimmt die Spermamenge zu und damit auch die Menge der gerinnbaren Anteile", sagt Urologe Dr. Rainer Brinkmann von der Bochumer Ruhr-Universität. Nach 15 bis 20 Minuten verflüssigt sich das Ejakulat durch Samenbläschen-Enzyme.

Schmerzen bei der Ejakulation: Die sollten Sie aus dem Bett direkt zum Urologen führen. Eventuell sind Samenblase, Prostata oder Harnwege entzündet.

Blut im Sperma: Ruhig Blut! Beim Ejakulieren reißt manchmal ein Blutgefäß. "Dann tritt nach dem Samenerguss häufig ein Ziehen auf", sagt Dr. Pedram Derakhshani vom Westdeutschen Prostatazentrum in Köln. Trotzdem sollten Sie vorsichtshalber zum Urologen gehen, um Schlimmeres auszuschließen.

Trockener Orgasmus: Wenn beim Orgasmus keine Samenflüssigkeit kommt, sollten Sie mit dem Arzt sprechen. Eine medikamentöse Behandlung kann helfen

Erfolgloser Kinderwunsch: Etwa 7 Prozent aller deutschen Männer – das sind immerhin 2,5 Millionen – haben Probleme mit der Fruchtbarkeit. Viele merken es erst, wenn sie sich Nachwuchs wünschen. Meist folgt dann der Gang zum Arzt, aber nicht immer gibt es erfolgreiche Mittel und Wege und Tipps, schlaffe Spermien auf Trab zu bringen. Deshalb ist es besser, wenn Sie sich jetzt schon darum kümmern, nicht zuletzt, weil hochwertiges Sperma auch ein Zeichen guter Gesundheit ist. Laut der Universität Marburg leben Männer mit Top-Samen länger als solche, die beim Vergleich schlechter abschneiden – dabei geht’s um immerhin 4 Jahre! Grund genug, um mehr darüber zu erfahren, was in Ihren Hoden vor sich geht und welchen Einfluss Sie darauf haben.

Was taugen Furchtbarkeitstests für Zuhause?

Spermatests für zu Hause sollen Männern verraten, wie es um Ihre Fruchtbarkeit bestellt ist. Ein Redakteur hat 3 Artikel getestet.

Das Nachzählen könnte etwas kompliziert werden: Ein gesunder Mann hat zwischen 300 und 500 Millionen Samenzellen pro Milliliter Ejakulat. Das reicht locker für Kind und Kegel:Laut Weltgesundheitsorganisation gilt ein Mann schon als fruchtbar, wenn er mehr als 15 Millionen Spermien besitzt. Gewissheit darüber sollen neuerdings Sperma-Schnelltests für zu Hause liefern, die es jetzt in jeder Apotheke gibt – und die ein Men’s-Health-Redakteur ausprobiert hat. Dafür ließ er sein Sperma zunächst im Labor untersuchen und verglich danach das Ergebnis mit den Heim-Versionen (siehe unten). Die Aussagekraft dieser Selbsttests ist jedoch umstritten. Dr. Andrea Salzbrunn, Andrologin im Uniklinikum Hamburg, gibt zu bedenken: „Nur ein normal geformtes Spermium ist auch in der Lage, in die Eizelle einzudringen.“Viel wichtiger als die Quantität ist also die Qualität. Und die lässt sich ausschließlich durch ein Spermiogramm im Labor feststellen (die Kosten von ungefähr 300 Euro werden bei unerfülltem Kinderwunsch oft von der Krankenkasse übernommen). Salzbrunn: „Dabei wird die Menge des Ejakulats, der pH-Wert, der Nährstoffgehalt und die Anzahl der Spermien sowie deren Beweglichkeit und Form gemessen.“ Übrigens: Unser Kollege muss sich deshalb keine Gedanken machen.

  1. Fertiquick von Nano Repro, zirka 50 Euro
    Handhabung: Zunächst muss Sperma in einen Becher. Mittels Pipette gibt man etwas davon zu einer Lösung in eine Flasche. Mix auf Teststreifen, nach 7 Minuten ist das Ergebnis da. Fazit Simpel und schnell. Der Test gibt als einziger eine grobe Einschätzung über die vorhandenen Spermien (20, 5 oder 0 Millionen).
  1. Test-Point von Fertipro, etwa 20 Euro
    Handhabung Hier muss Sperma in ein enges Röhrchen (schwierig). Dann ein paar Tropfen einer Lösung hinzugeben, Rohr 1 Stunde in warmes Wasser stellen. Eine Farbskala verdeutlicht, ob der Test positiv oder negativ ist. Fazit: Komplizierter und vergleichsweise langwieriger Test, der nur aussagt, ob man mehr oder weniger als 20 Millionen Spermien hat.
  2. Femtest von Chefaro Pharma, rund 30 Euro
    Handhabung: Auch hier muss das Ejakulat in einen Becher. Ein paar Tropfen davon kommen mit 2 Lösungen auf eine Testkassette. Das Ergebnis ist entweder gut oder schlecht.Fazit: Super einfach, super fix – nach 20 Minuten steht das (ungenaue) Ergebnis fest!

Kann ich mein Sperma verkaufen?

Wenn die Qualität stimmt, nimmt jede der 20 deutschen Samenbanken Ihr Sperma. Überprüft werden vorher Spermiendichte, -beweglichkeit und Ejakulatsmenge. Letztere muss zwischen drei und sechs Milliliter betragen – das ist etwa ein Teelöffel voll. "Stellen Sie sechs Monate vor Ihrer Spende das Rauchen ein, fangen Sie keine Diät an und treiben Sie drei Stunden Sport die Woche – all das erhöht die Qualität", sagt Männerarzt Sommer. Werden Sie als Spender akzeptiert, gibt's zwischen 50 und 80 Euro pro Spende. Eine Übersicht über Samenbanken finden Sie unter www.donogene-insemination.de.

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