Bauchschmerzen: Alternative zur Magenspiegelung?

Frage: Seit einiger Zeit leide ich öfter unter Bauchschmerzen und Übelkeit. Aus großem Respekt vor Magenspiegelungen habe ich noch keinen Arzt konsultiert. Ist eine Magenspiegelung immer erforderlich?
Andreas P., Böblingen
Magenspiegelung beste Untersuchungsmethode
Magenspiegelungen sind schon lange Standard bei der Untersuchung des Magen-Darm-Traktes

Unsere Antwort:

"Sie sollten sich zunächst darüber bewusst sein, dass Ihre Beschwerden ernstzunehmen sind", sagt Prof. Dr. Peter Malfertheiner, Direktor der Klinik für Gastroenterologie/ Hepatologie der Uniklinik Magdeburg. Schmerzen im Oberbauch sind nicht selten auf ein Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwür zurückzuführen, so Malfertheimer. Sie sollten auf jeden Fall einen Arzt aufsuchen. Magenspiegelungen sind schon lange Standard bei der Untersuchung des Magen-Darm-Traktes. Es gibt noch eine andere Möglichkeit, um die Ursache Ihrer Beschwerden herauszufinden. Man weiß heute, dass das Bakterium Helicobacter pylori für die Entstehung von über 90 % der Zwölffingerdarm- und für ca. zwei Drittel aller Magengeschwüre verantwortlich ist.

Zur Diagnose dieses Bakteriums wurde ein neuer Test entwickelt, der 13C-Harnstoff-Atemtest. Sie müssen dabei in ein Röhrchen blasen. Gerade bei Patienten unter 45 Jahren, die unter Oberbauchbeschwerden leiden, reicht dieser Atemtest zunächst aus. Aber nur, wenn Sie keine sonstigen Alarmsymptome wie plötzlichen Gewichtsverlust aufweisen, oder es in Ihrer Familie schon Fälle von Magen/Darmkrebs gab. Diesen 13C-Harnstoff-Atemtest kann auch Ihr Hausarzt ausführen. Bei gesetzlich Versicherten ist eventuell mit einer Zuzahlung zu rechnen, da der Arzt die Kosten bei den Krankenkassen möglicherweise nicht voll abrechnen kann.

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