Strategie gegen Untreue: Angetäuschte Begattung verhindert Seitensprung

Auf seinen Trick fielen (fast) alle rein
Was sie nicht wussten: Es war alles von rein virtueller Natur

So trickst der Hahn die Hühner aus: Er lässt sie glauben, er würde sie begatten, nur damit sie ihm nicht weglaufen

Vorgetäuschter Geschlechtsverkehr mindert das Risiko von Seitensprüngen. Das trifft zumindest bei Hühnern zu. Bei vielen Tieren gibt es Sex ohne tatsächlichen Vollzug, quasi virtuelle Fortpflanzung, ohne dass Biologen dafür bisher eine Erklärung hatten. Jetzt schon: Die Männchen verschaffen sich dadurch einen Wettbewerbsvorteil bei der Fortpflanzung: Sie sparen Samen und halten dabei trotzdem die Konkurrenz auf Distanz.

Für ihre Studie hatten die Wissenschaftler der Uni Oxford mit einem technischen Trick verhindert, dass bei der Hennenbesteigung Samen übertragen wurde. Trotzdem verspürte das weibliche Hühnervolk danach keinerlei Verlangen, ihren Hahn mit einem anderen zu betrügen. Doch genau das tun die treulosen Hühner normalerweise, wenn sie das Gefühl bekommen, ihr Kammträger täte nicht genug für die Familienplanung. Nach Angaben der Forscher gilt dieses Verhalten auch für andere Tiere, beispielsweise Pinguine. Für den Menschen machten die Forscher keine Angaben.

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