Männerleiden: Angst vor öffentlichem Urinieren

Nachschlagewerk
Allmählich hatte er sich häuslich eingerichtet

Etwa eine Million Deutsche haben Angst davor, in der Öffentlichkeit zu urinieren

Bei dem Leiden handele es sich um eine soziale Phobie namens Paruresis, berichtet Spiegel-Online. Die Betroffenen könnten in Gegenwart anderer Menschen nicht pinkeln. Aus Scham sprächen sie nicht über ihre Probleme, sondern vermieden Reisen und soziale Kontakte. Im schlimmsten Fall führe dies zu Depressionen und Selbstmord. Ein Großteil der Menschen mit schüchternen Harnblasen seien Männer. Die International Paruresis Association schätze, etwa sieben Prozent der Bevölkerung seien behandlungsbedürftig.

Die Ursachen
Der organische Hintergrund des Leidens ist geklärt: Normalerweise sind die Ringmuskeln rund um die Blase angespannt und der Blasenmuskel ist schlaff – damit wir nicht in die Hose machen. Beim Pinkeln sorgt das vegatative Nervensystem dann dafür, dass der Blasenmuskel an- und der Schließmuskel entspannt wird. Dieser Prozess klappt bei Paruretikern jedoch erst nach einer Ewigkeit. Oder gar nicht.

Die psychischen Hintergründe des Problems seien noch unklar, so Spiegel-Online. Möglicherweise beeinflusse ein klägliches Abschneiden beim pubertären Weitpinkeln die männliche Identitätsbildung negativ: Wer einmal nicht konnte, hat Angst, erneut zu versagen und steigert sich immer weiter in seine Angst hinein.

Anfällig seien vor allem Menschen, die nach außen hin gerne normal erscheinen möchten. Dass die Betroffenen zum Großteil Männer seien, könne auch mit der Gestaltung von Männertoiletten zusammenhängen.

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