Edles Tuch: Anzugstoffe

Beim Anzug ist ein qualitativ hochwertiger Stoff das A und O
Beim Anzug ist ein qualitativ hochwertiger Stoff das A und O

An einem toll geschnittenen Anzug aus einem unbequemen Stoff hat man keine Freude. Prüfen Sie genau

Der Stoff: Die beste Verarbeitung ist nur halb so viel wert, wenn der Zwirn den Aufwand nicht lohnt. Ob der Stoff taugt, können Sie mit den Fingerspitzen ertasten. Gute Ware fasst sich einfach besser an: weicher, feiner, glatter, schöner. Billiger Stoff wirkt dagegen kratzig, steif, rau.

Vergleichen Sie einfach, indem Sie den billigsten Anzug aus dem Angebot neben den teuersten legen und beide anfühlen. Sie werden den Unterschied sofort merken. Der Blick aufs Kleingedruckte hilft zusätzlich. In der Innentasche finden Sie auf einem Etikett alle relevanten Daten des Anzugs, das sind Größe, Modellnummer, Schnitt und die Codenummer des Stoffs (mit der können Sie aber nur bei Reklamationen was anfangen). In Sachen Qualität zählen die anderen Angaben wie "100 Prozent Schurwolle" oder "80 Prozent Schurwolle, 10 Prozent Seide, 10 Prozent Kaschmir".

Kaufen Sie grundsätzlich nie Anzüge aus Synthetikfasern, das gilt auch fürs Futter. Ausnahme sind minimale Beimischungen von Kunstfasern (maximal fünf Prozent) bei ganz leichten Stoffen, um das Knittern zu verhindern.

Diese Stoffe eignen sich am besten für einen Anzug:

Reine Schurwolle ist erstmalig verarbeitete Wolle von lebenden Schafen. Sie ist sehr weich, schmutzabweisend und kann viel Feuchtigkeit aufnehmen. Dank ihrer temperaturausgleichenden Eigenschaften eignet sie sich für Sommer- wie für Winteranzüge.

Baumwolle wird aus den Samenhaaren der Baumwollpflanze gewonnen. Sie ist hautfreundlich, atmungsaktiv und äußerst strapazierfähig. Baumwollgewebe sind luftdurchlässig und können Feuchtigkeit gut aufnehmen – ideal für leichte Sommeranzüge.

Kaschmir ist sehr leicht, wärmt sehr gut und hat einen besonders weichen Griff. Ein perfektes Tuch für den Winter. Die Haarfasern für den edlen Stoff werden aus dem Unterfell der Kaschmirziege gekämmt. Eine Ziege liefert im Schnitt nur 150 Gramm pro Jahr!

Leinen stammt aus den Stängeln der Flachspflanze. Es hält den Körper bei Hitze angenehm kühl und wirkt zudem antiallergisch. Nachteil: Wegen des sprichwörtlichen starken Knitterns ("Leinen knittert edel") ist der Stoff für den Business-Einsatz eher ungeeignet.

Seide erhält man, indem man den Faden abwickelt, aus dem der Kokon der Seidenraupe besteht. Der Stoff hat ­einen feinen, schimmernden Glanz, wirkt hautberuhigend, temperaturaus­gleichend und eignet sich ebenfalls sehr gut für elegante Sommeranzüge.

Mohair stammt aus den Haaren der Angora-Ziege. Je jünger das Tier, desto feiner und zarter das Garn. Die Wolle ist leicht, weich, extrem elastisch und äußerst wärmend. Mischgewebe aus Mohair und Schurwolle sind sowohl leicht als auch knitter-resistent.

Woran erkennt man einen guten, hochwertigen Stoff?
Namhafte Stoff-Fabrikanten führen ihr eigenes Etikett (das sogenannte Weber­etikett), das vom Anzugschneider in die Innenseite des Jacketts eingenäht wird. Wenn Sie so etwas in Ihrem Sakko vorfinden, ist das ein Indiz für gute Qualität. Verlassen Sie sich aber auch auf Ihr Gefühl: Hat der Stoff einen guten Griff? Fühlt er sich weich und gefällig an? Knittert er sofort? Diese Qualitätsmerkmale können Sie auch als Laie bei der Anprobe sehr gut selbst beurteilen.

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