Selbst ist der Arzt: Arterien

Er hatte das Bauchgefühl
Er hatte das Bauchgefühl

Schaden: verengte Blutgefäße

Wenn Ihre Leitungen anfangen zu verstopfen wie der Elbtunnel im Berufsverkehr, verbessert sich der Blutfluss normalerweise automatisch, indem der Körper vorhandene Arterien vergrößert, neue Gefäße wachsen lässt. Diesen natürlichen Prozess nennen Wissenschaftler Angiogenese. Außerdem nutzt der Körper verstärkt Direktverbindungen zwischen zwei Blutgefäßen (Anastomosen). Sie funktionieren wie Ortsumgehungen für den Schnellverkehr, können aber auch als Umleitungen für staugeplagte Arterien genutzt werden. „Das Blut kann durch Anastomosen zu einem unverschlossenen Gefäß fließen, um dort seinen Weg fortzusetzen“, erklärt Dr. Ronald L. Terjung von der Uni Missouri.

Natürliche Abwehr des Körpers

Reinigen sie ihre Leitungen
Forscher der Harvard-Uni verglichen das Gewebe zweier Gruppen von Herzpatienten – eine mit verschlossenen Gefäßen, die andere mit gesunden – und fanden heraus, dass sogar verschlossene Gefäße noch in der Lage sind, Wachstumssignale zu senden. „Angiogenese kann stattfinden, auch wenn Zellen im Blutgefäß bereits beschädigt sind“, so Dr. Roger J. Laham, Direktor des Angiogenese-Forschungszentrums von Harvard. Ein zu hoher Cholesterinwert kann allerdings mögliche Reparaturprozesse in einem in Not befindlichen Blutgefäß ausbremsen. Also, halten Sie Ihre Cholesterinwerte möglichst niedrig!

Bauen sie neue Umgehungen
Schwimmen, laufen, Tore schießen – was auch immer es braucht, damit Ihr Herz viel Blut pumpt: Tun Sie es! Einer Studie zufolge steigt der Wert für Endostatin (ein Arterien-Wachstumsfaktor) um 73 Prozent, wenn Testpersonen 10 Minuten auf dem Laufband hecheln (in der Studie mit einem Schnitt von 8 km/h). Auch Injektionen könnten eine Tages helfen. Forscher der Universität Cincinnati haben Herzpatienten testweise den Wachstumsfaktor FGF1 gespritzt, eine Art Anschaltmechanismus für das Wachstum von Arterien. Nach drei Monaten verfügten die Patienten über winzige neue Arterien, wiesen einen verbesserten Blutfluss auf. Eine Zulassung dieser Art von Behandlung ist aber erst für 2006 geplant.

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