Reisemedizin: Arznei-Einnahme bei Zeitverschiebung ändern?

Frage: Ich muss zu bestimmten Zeiten Medikamente nehmen. Wie passe ich das an die Zeitverschiebung im Flieger an?
Rainer Klein, per E-Mail
In Gebieten mit hoher Arbeitslosigkeit liegt der Verbrauch von Medikamenten höher
Der Einnahme-Rhythmus von Medikamenten muss auch bei langen Flugreisen über mehrere Zeitzonen hinweg stimmen

Unsere Antwort:

Leider hat der Reisegott die Qual vor die Erholung gesetzt. Nicht selten sind vor dem Urlaub acht oder zehn Flugstunden zu absolvieren, mit all ihren Nachteilen: Reisestress, Zeitverschiebung, Jetlag. Wenn man dann noch Medikamente zu festen Zeiten einnehmen muss, ist das Durcheinander schon programmiert. Gerade bei Medikamenten gegen Herzleiden oder Diabetes ist der Einnahme-Rhythmus wichtig. Doch es gibt eine Faustregel für die Einnahme von Arzneien auf Interkontinentalflügen: "Der prozentualen Tagesverlängerung entsprechend muss man auch prozentual mehr Medikamente nehmen", erklärt Fliegerarzt Dr. Lutz Bergau.

Ein Beispiel: Von Frankfurt/Main nach New York verlängert sich der Tag von 24 auf 30 Stunden. Das sind 6 Stunden (25 Prozent) mehr, und ebenso viel mehr muss nun prozentual an Medikamenten genommen werden. Wenn Sie also zwei Tabletten täglich schlucken, müssen Sie am Abend noch einmal eine halbe Tablette nehmen. Dasselbe Prinzip, nur umgekehrt, gilt für Flüge in Richtung Osten. Da sich die Tageszeit verkürzt, reichen weniger Medikamente. Orientieren Sie sich bei den Einnahmezeiten an der real verstrichenen Zeit, so dass die Abstände zwischen den Medikamenten-Einnahmen immer gleich bleiben.

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