Alleskönner Aspirin

Schmerzen entstehen oft nicht am körperlichen Auslöser

Dass Aspirin gegen Kopfschmerzen hilft ist ein alter Hut. Jetzt fanden Forscher heraus, dass das Volksmedikament sogar Viren den Garaus machen kann.

"Nimm ´ne Aspirin" heißt es schon lange nicht mehr nur, wenn man Kopfschmerzen hat. Im Laufe der Zeit fanden Forscher heraus, dass Aspirin auch als Fiebersenker wirkt und vor Infarkten und Thrombosen schützt. Es soll sogar krebsartige Geschwulsten im Darm schrumpfen lassen.

Eine ganz neue Anwendungsmöglichkeit des über 100 Jahre alten Medikaments entdeckten jetzt Thomas Shenk und seine Kollegen von der Princeton Universität in New Jersey: Nahe Verwandte des Aspirin schützen vor den weit verbreitete Cytomegalon-Viren(CMV).

Shenk hat in Versuchen gezeigt, dass dem Aspirin verwandte Chemikalien die Vermehrung von CMV in menschlichen Zellen verhindern. Dieses Virus trägt jeder Zehnte in sich. Es kann Herpes verursachen oder Entzündungen im Auge. CMV kann bei Säuglingen zu Hörproblemen führen. Nichts Schlimmes eigentlich, denn ein gesunder Körper hält das Virus in Schach. Gefährlich wird es für Patienten mit Immunschwäche: Sie können daran sterben. Das gilt auch für Organ-Empfänger, die Medikamente zur Verträglichkeit des fremden Gewebes einnehmen.

Shrenk stellt sich nach diesen Untersuchungen vor, dass geringe Dosen des Medikaments Schwangere und Immunschwache vor CMV schützen könnte. Ob es auch gegen andere Viren hilft, müssen weitere Tests zeigen.

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