Gefahren für die Lunge: Atemwegsinfektion vermeiden

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Jeden Tag gefährden Viren, Feinstaub und andere Feinde die Lunge. Hier lesen Sie, wie Sie Atemwegsinfektion vermeiden

Gefahren für die Lunge: Tröpfcheninfektion (Niesen): Bakterien können eine Lungenentzündung verursachen

Gefahr: Nicht alle Bakterien sind böse. Manche braucht Ihr Organismus sogar, um arbeiten zu können, zum Beispiel viele Millionen Darmbakterien. Doch auch andere Bakterienstämme tragen Sie ganz ohne eine Infektion stets mit sich herum, etwa Pneumokokken. Die sind zunächst harmlos und werden vom Immunsystem des Körpers locker in Schach gehalten. Sie können aber eine Lungenentzündung verursachen, wenn das Immunsystem durch eine Virusinfektion bereits geschwächt ist und die Erreger es darum leicht überwinden können. Pneumologe und Allergologe Professor Rainer Wiewrodt von der Uni- klinik Münster erklärt: „Diese einzelligen Lebewesen vermehren sich durch Teilung. Es kann passieren, dass sich plötzlich einfach zu viele bilden.“ Dann ist der Körper doppelt gefordert. Insofern ist eine solide Abwehr gegen Virenbefall ein wirksamer Schutz vor bakteriellen Infektionen. Aber natürlich kommen auch ungebetene bakterielle Gäste von außen hinzu. Klassischer Weg einer Neuinfektion über die Atemwege ist die Tröpfcheninfektion durch Erkrankte, sprich: das Anniesen.

Lösung: Das A und O im Umgang mit Bakterien: Ihr Immunsystem stark halten. Das gelingt am besten durch eine ausgewogene Ernährung mit viel frischem Obst und Gemüse sowie Vollkornprodukten und Fisch. Deren wichtigster Inhaltsstoff hinsichtlich Erkältungsschutz ist Vitamin D. Am besten lassen Sie Ihren Vitamin-D-Wert vom Arzt bestimmen. Ist er zu niedrig? Dann essen Sie viel fetten Seefisch (etwa Hering) oder helfen notfalls mit Supplementen nach. Auch Ausdauersport stärkt den Schutzpanzer, trainiert die am Schleimtransport beteiligten Zellen der Atemwege. Hat’s Sie doch erwischt, gilt: Ausruhen statt Aktionismus! „Machen Sie eine Pause und lassen Sie Ihr Immunsystem arbeiten“, sagt Experte Wiewrodt. Ruhe und viel Flüssigkeit helfen dem Körper, seine Arbeit zu tun. Ihr Zustand verschlimmert sich? Sie bekommen hohes Fieber? Dann kann der Arzt oft nur Antibiotika verschreiben – die töten Erreger ab beziehungsweise bremsen deren Vermehrung.

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Gefahren für die Lunge: Herd, Ofen, Kamin: Bei Kohlenmonoxid-Vergiftung droht Erstickung

Gefahr: Das geruchlose Gas ist in niedriger Konzentration ungefährlich und verflüchtigt sich bei ausreichender Luftzufuhr rasch. Es kann sich aber sammeln, wenn Ihr Gasherd nicht richtig arbeitet oder Ihr Kamin mehr Rauch ins Zimmer bläst als den Schornstein hinauf. Dann wird es gefährlich: Kohlenmonoxid verbindet sich im Körper sehr leicht mit dem Transportprotein Hämoglobin und behindert in dieser Verbindung die Sauerstoffaufnahme. „Im schlimmsten Fall droht eine Kohlenmonoxid-Vergiftung: Sie werden plötzlich ohnmächtig, ohne vorher irgendetwas Verdächtiges bemerkt zu haben“, sagt Wiewrodt.

Lösung: Kontrollieren Sie Herd, Ofen, Kamin. Zieht der Rauch gut ab? Gasherd- Check: Schimmert die Flamme eher gelb als blau? Ein Zeichen, dass die Verbrennung nicht optimal funktioniert! Lassen Sie einen Experten kommen: Er guckt sich den Herd an und stellt ihn gegebenenfalls neu ein. Auf dem Abzug liegt Ruß? Der Experte wird Ihnen sagen können, ob der Kamin neu gebaut werden muss. Außerdem: „Lüften Sie die betreffenden Räume oft und ausgiebig“, rät Lungenfacharzt Wiewrodt. Erste Zeichen einer Vergiftung: Müdigkeit, Kopfschmerzen, Übelkeit. Sofort lüften! Es kann sinnvoll sein, neben einem Rauch- auch einen Kohlenmonoxid-Melder (ab 30 Euro, im Fachhandel) zu installieren.

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Gefahren für die Lunge: Parfüm, Haushaltsreiniger: Düfte können das Nervensystem schädigen

Gefahr: Jeden Winkel der Welt mit Parfüm zu besprenkeln, fordert einen hohen Preis. Forschungen zeigen, dass parfümierte Lufterfrischer, Kosmetika und Haushaltsreiniger im Durchschnitt 17 verschiedene flüchtige organische Verbindungen (VOC) abgeben. Auch Lösungsmittel, Weichmacher und Antioxidationsmittel sind belastet. „Die Konzentration ist meist sehr gering, gesundheitliche Folgen sind daher nicht zu befürchten“, beruhigt Wiewrodt. Aber: Einige dieser gas- und dampfförmigen Verbindungen, zum Beispiel Formaldehyd, werden in großen Mengen als giftig oder gefährlich eingestuft und stehen in Verdacht, die Spermienqualität zu verschlechtern sowie Asthma und Krebs auszulösen. Ob durch die Nase oder über die Haut aufgenommen, VOC können ins Blut und ins Hirn gelangen und – je nach Substanz und Häufigkeit des Kontaktes – das Zentrale Nervensystem schädigen.

Lösung: Hersteller sind nicht verpflichtet anzugeben, ob ihre Produkte flüchtige organische Verbindungen enthalten. Halten Sie sich daher an Produkte mit Umweltzeichen wie dem Blauen Engel. Lüften Sie Ihre Wohnung regelmäßig, um ungesunde Verbindungen frühzeitig loszuwerden, und meiden Sie Raumerfrischer – das hilft, den VOC-Gehalt in der Raumluft zu senken. US-Forscher der University of Georgia haben 2009 herausgefunden, dass bestimmte Zimmerpflanzen (etwa Wachsblumen oder Efeu) VOC aus der Luft filtern. Treten undefinierbare Gerüche in Ihren Wohnräumen auf oder leiden Sie an nicht zuzuordnenden Reizungen und Symptomen, sollten Sie sich an Fachleute wenden. Gesundheits- und Umweltämter haben Listen mit VOC-atmenden Materialien. Sie können Ihnen Sachverständige empfehlen, die Wohnungen auf VOC-Belastung überprüfen, durch gezielte Fragen an Sie die Ursachen dafür herausfinden und Sie bei der Beseitigung der Quellen unterstützen.

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Gefahren für die Lunge: Abgase: Feinstaub macht anfällig für Bronchitis und Schlaganfälle

Gefahr: Aaah, das tut gut! Die Fenster zu öffnen und frische Luft hereinzulassen, sorgt oft für Entspannung und neue Energie. Doch Vorsicht! Die vermeintlich frische Luft ist gerade in Großstädten nicht selten verpestet, zum Beispiel durch Ruß- und Mineral-Partikel aus Auto- und Industrie-Abgasen. Je trockener die Luft, desto höher der Anteil des so genannten Feinstaubs. Atmen Sie dieses giftige Gemisch ein, sammelt es sich in Ihrer Lunge. Kleinste Partikel gelangen von der Lunge über die Blutbahn in Hirn und Herz. Folgen: Die Anfälligkeit für Bronchitis nimmt zu, Asthmatiker bekommen Probleme. „Plötzlich leiden selbst trainierte Menschen unter Atemnot“, sagt Klima-Experte Witt. Und als wäre das alles noch nicht genug, zeigte eine im Jahr 2012 im US-Magazin „Archives of Internal Medicine“ publizierte Studie auf, dass die Gefahr eines Schlaganfalls bei Kontakt mit Luftverschmutzung um 34 Prozent steigt, selbst bei als ungefährlich eingestuften Mengen.

Lösung: „Vermeiden Sie langes Joggen entlang von Hauptstraßen“, rät Witt. Untersuchungen belegen, dass Sportler, die viel an Straßen laufen, deutlich öfter Lungenprobleme haben als jene, die in Parks unterwegs sind. Sie haben keine Grünanlage in Ihrer Nähe? Dann laufen Sie am frühen Morgen, wenn noch nicht so viele Autos unterwegs sind. Ein Tipp für den kommenden Sommer: Am besten ist es, an besonders heißen Tagen das Haus nicht ohne Not zu verlassen. Das gilt vor allem für Raucher: „Im Sommer gehen die meisten eher für eine Zigarette nach draußen. Da sind sie dann zwei Belastungen ausgesetzt“, sagt der Experte. „Zudem sollte sich jeder überlegen, was er mit seinem Auto an Schadstoffen in die Luft bläst, und das Fahrzeug an solchen Tagen wenn irgend möglich stehen lassen.“ Ach ja, auch Laserdrucker produzieren Feinstaub. Stellen Sie solche Geräte deshalb am besten nicht direkt neben Ihrem Arbeitsplatz auf. Falls das nicht möglich ist, sollten Sie den Raum noch häufiger lüften, als Sie es sonst schon tun.

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Die Lunge und ihre Nachbar-Organe: Fünf Gefahrenstellen – und Hilfsmaßnahmen

Der Atem legt von der Nase bis zur Lunge einen weiten Weg zurück. Dabei haben Schadstoffe und Erreger viele Chancen, Halt zu machen und Organe anzugreifen.

Mandeln: Erste Abwehrreihe gegen Eindringlinge. Hier toben große Schlachten, jede davon äußert sich als Entzündung. Tipp: Mandeln nicht vorschnell entfernen lassen, denn sie sind
wichtige Organe des Immunsystems.

Rachen: Diverse Schadstoffe und Viren lösen im Übergang zwischen Nasenhöhle und Luftröhre Heiserkeit und Entzündungen aus. Tipp: Nase täglich mit Kochsalzlösung gründlich spülen.

Kehlkopf: Hohe Belastung (viel reden, rufen) macht ihn anfällig für Entzündungen. Tipp: Zuckerfreie Bonbons verbessern die Befeuchtung.

Lungenbläschen: Tausende von Sackgassen am Ende der Luftwege, Treff für Schmutzpartikel und Krankheitserreger. Tipp: Hohes Fieber bei Erkältungen kann ein Warnzeichen für Lungenentzündung sein. Ernst nehmen!

Bronchien: Fremdkörper und Schleim verkleistern den Durchgang und verhindern, dass Luft durchströmen kann. Besonders eng wird es für Asthmatiker. Tipp: Ausdauersport – er regt die Durchblutung an und beschleunigt den Schleimabbau.

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Gefahren für die Lunge: Im Bett: Milben-Kot kann Allergien auslösen

Gefahr: Nicht nur Menschen machen im Bett Babys. Gut möglich, dass sich auch in Ihrer Matratze und Ihrem Kissen Zehntausende von Staubmilben fortpflanzen. Die feuchtwarme Umgebung ist ein perfekter Lebensraum. „Auf Hausstaubmilben reagieren viele Menschen mit einer Allergie“, sagt Wiewrodt. Dabei sind nicht die Tierchen selbst das Problem, sondern ihre Hinterlassenschaften: ihr Kot. Sind Sie dagegen allergisch, tränen Ihre Augen, läuft die Nase, niesen Sie oft. Bei dauerhafter Belastung kann lebensbedrohliches Asthma enstehen.

Lösung: Um das Ungeziefer vernichtend zu schlagen, gehen Sie in die Offensive, machen gründlich sauber. Eine in der US-Zeitschrift „Environmental Health Perspectives“ veröffentlichte Studie belegt, dass der Gebrauch von milbenabweisenden Matratzenhüllen, so genannten Encasings, sowie heißes Waschen der Bettwäsche und regelmäßiges, intensives Staubsaugen helfen, Milbenpopulationen um 95 Prozent zu reduzieren. Wiewrodt splittet diese Zahl weiter auf: „Eine milbenfreie Matratze löst das Problem zu 90 Prozent, der Rest verteilt sich auf Teppichböden, Plüschzeug und sonstige Textilien.“ Entsorgen Sie alte Matratzen, wie bequem sie auch sein mögen: „Sie sind für Allergiker das reinste Gift.“

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Gefahren für die Lunge: Radioaktives Gas: Radon kann Krebs verursachen

Gefahr: Auch der Keller birgt so manche Gefahr, denn dort inhalieren Sie möglicherweise gefährliche Mengen an Radon. Das radioaktive Gas entsteht beim Zerfall von Uran und Thorium im Erdreich und steigt von dort aus nach oben. Durch Risse im Fundament des Hauses kann es in den Keller gelangen und sich dort in geschlossenen Räumen sammeln. Danach wandert das Gas in Ihren Körper, sammelt sich in der Lunge an und verändert die DNA der Zellen. „Das kann auch zu Krebs führen“, erläutert Lungenfacharzt Witt. Nach Berechnungen des Bundesamtes für Strahlenschutz sterben in Deutschland Jahr für Jahr ungefähr 1900 Lungenkrebs-Patienten an den Folgen von Radon.

Lösung: Überprüfen Sie, ob Sie in einem Gebiet mit hoher Radon-Konzentration leben (www.radon-info.de). Schiefer- und Granitgestein fördern die Anreicherung von Radon in der Bodenluft. Entsprechend gefährdet sind etwa Regionen rund ums Erz- und Fichtelgebirge, den Schwarzwald und den Bayerischen Wald. Aber selbst wenn Sie in einer unbelasteten Gegend leben, sollten Sie Ihr Haus auf Radon prüfen. Entsprechende Tests gibt es im Internet (etwa unter www.inlabo.de) zu kaufen. Laut Weltgesundheitsorganisation steigt ab Strahlungswerten von 100 bis 200 Becquerel pro Kubikmeter Raumluft Ihr Lungenkrebs-Risiko stark an. Verringern Sie die Belastung, indem Sie Risse im Fundament abdichten, Keller und Wohnräume täglich mindestens 20 Minuten lüften.

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Gefahren für die Lunge: Risiken im Alltag

Haaatschi! Hat Sie schon wieder jemand in der U-Bahn angeniest? Herbst und Winter ist Erkältungszeit, wo immer Sie sich aufhalten, stürmen Erreger auf Sie ein. Und ehe Sie sich’s versehen, niesen und husten Sie selbst und sind ans Bett gefesselt. Kein Wunder, denn die Atemwege bieten allen Arten von Eindringlingen den direktesten Zugang in das Körperinnere. „Die Lunge ist Portalregion für Atemwegserkrankungen. Dort  landet die Luft – und mit ihr viele Fremdkörper“, so Professor Christian Witt, Pneumologe und Klima-Experte an der Berliner Charité. Neben Viren und Bakterien lauern auch giftige Gase, Feinstaub, Milbenkot und Pilzsporen auf Sie. Die meisten Schadstoffe sind unsichtbar, arbeiten im Stillen. Alle haben es auf Ihre Gesundheit abgesehen. Im Frühjahr wird es nicht besser – ist der Winter vorbei, droht anderweitig Gefahr. Der Experte: „Die Klima-Erwärmung lässt den Staubanteil in der Luft steigen – und damit die Zahl der Allergene.“

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Gefahren für die Lunge: Pilzsporen: Schimmelpilze rufen Allergien bis hin zu Lungenentzündungen hervor

Gefahr: Wenn sich auf Ihrem Essen blau-weißer Flaum bildet, werfen Sie es weg. Aber Luft? Aspergillus und Penicillium sind die häufigsten Schimmelpilze. Sie leben überall: auf Ihrer Haut, im Boden, an feuchten Wänden – und ihre Sporen wabern durch die Luft. Wiewrodt: „Die Sporen können allergische Reaktionen hervorrufen.“ Einer finnischen Studie zufolge können selbst Nichtallergiker davon Entzündungen bekommen. Wenn Ihr Immunsystem geschwächt ist, können Pilze zu einer lebensgefährlichen Lungeninfektion führen.

Lösung: Sie müssen die Nachschubwege des Schimmels kappen. Da hilft nur eines: Alles muss raus, denn selbst tote Pilze können noch allergische Reaktionen hervorrufen. Lüften und trocknen lassen, Schimmelreste entfernen. Das geht auf Fliesen mit einem Schwamm und einem Anti- Schimmel-Mittel, etwa hochkonzentrierter Essigsäure. Dabei unbedingt Gummihandschuhe und Mundschutz tragen! Tapeten erneuern. Mieter sprechen das Vorgehen mit dem Vermieter ab, der gegebenenfalls einen Spezialisten beauftragt, den Schimmel aufzuspüren und zu beseitigen.

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Gefahren für die Lunge: Infektion mit einem Virus: Viren führen zu Grippe

Gefahr: Viren gelangen oftmals über die Schleimhäute der Atemwege in den Körper, vor allem im Winter, wenn sie durch kalte, trockene Luft strapaziert sind und kleine Risse aufweisen. Weil Viren sich nicht selbst vermehren können, nutzen sie den Körper als Wirt. Vermehren sie sich übermäßig, lösen sie entweder selbst Krankheiten aus (von harmlosen Infekten über Grippe bis zur Lungenentzündung) oder schwächen die Abwehr, was dann andere Organismen ausnutzen.

Lösung: Hüten Sie sich in der nasskalten Jahreszeit vor Hustern und Schniefern und waschen Sie sich die Hände noch öfter als sonst. Sind Sie infiziert, kümmert sich Ihr Immunsystem um die Erreger – Ihre Aufgabe ist es, die Abwehr dabei nicht zu behindern, also: nicht auf Teufel komm raus fit werden wollen, fiebersenkende Mittel meiden. Solange es nicht über 39 Grad steigt, ist Fieber gut, weil es Viren das Leben schwer macht. „Viel Ruhe, trinken, schwitzen“, rät Wiewrodt. Eine Grippe-Impfung ist sinnvoll, wenn Sie an einem Ort mit hohem Ansteckungsrisiko arbeiten.

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Gefahren für die Lunge: Raucher: Zigarettenrauch gefährdet auch Passivraucher

Gefahr: Sie rauchen gar nicht oder seit Jahren nicht mehr? Super! Dumm nur, dass es Ihrem Körper ausreicht, den Qualm eines anderen aufzunehmen. „Rauch aus zweiter oder gar dritter Hand – also etwa die Ausdünstungen einer Raucherjacke – genügt, die Atemwege zu reizen“, sagt Wiewrodt. Dabei ist nicht der Rauch selbst giftig, sondern ein Teil der darin enthaltenen Stoffe. „Es ist nachgewiesen, dass das Lungenkrebsrisiko steigt, je höher die Belastung durch Passivrauchen ist.“ Laut Bundesforschungsministerium erkranken jährlich knapp 50.000 Menschen an Lungenkrebs. Die meisten davon sterben, 80 bis 90 Prozent der Opfer waren Raucher. Durch das Passivrauchen sterben in Deutschland Jahr für Jahr immerhin rund 3300 Menschen.

Lösung: Im Raucherbereich des Bahnsteigs stehen Herrschaften mit Glimmstängel in der Hand? Meiden Sie diesen Bereich (und die Personen). Wird außerhalb des gekennzeichneten Areals gequalmt, wenden Sie sich ans Bahnpersonal. Ihre Freunde rauchen? Bitten Sie die Kumpels, in Ihrer Gegenwart darauf zu verzichten. Die lieben Nachbarn paffen? Seit einem Urteil des Düsseldorfer Amtsgerichts (AZ: 24 C 1355/13) müssen qualmende Mitmieter mit der Kündigung rechnen, wenn sie ihrer Sucht auch im Treppenhaus frönen. Kollegen quarzen? Sprechen Sie den Chef darauf an. In vielen Betrieben gilt inzwischen ein totales Rauchverbot. Wenn Sie (und Ihre Kleidung) Rauch ausgesetzt waren, waschen Sie die Klamotten einmal durch. Das verhindert zumindest die fortgesetzte Belastung durch daran haften gebliebene Rauchpartikel.

 
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