Filmtipp "Zero Dark Thirty": Auf der Jagd nach Bin Laden

Trailer zum Film
Trailer zum Film "Zero Dark Thirty"

Eine CIA-Agentin heftet sich jahrelang an die Fersen von Top-Terrorist Osama Bin Laden. Der Politthriller „Zero Dark Thirty“ beweist, dass ein Actionfilm auch anspruchsvoll sein kann

Ermitteln, warten, verhören, foltern. Das ist der jahrelange Alltag von CIA-Agentin Maya (Jessica Chastain) und ihrer Kollegen bei der Suche nach Amerikas meist gesuchtem Terroristen. Der FilmZero Dark Thirty porträtiert diese langwierige Jagd auf Al-Qaida-Chef Osama Bin Laden als hochspannenden Action-Thriller. Hier vermischt sich Fakt mit Fiktion, Action mit Anspruch. Ergebnis: Ein Meisterwerk, das beindruckt und zugleich verstört.

Fast 10 Jahre ist CIA-Ermittlerin Maya Lambert (Jessica Chastain) der Führungsspitze der Al-Qaida-Terrororganisation auf der Spur
Fast 10 Jahre ist CIA-Ermittlerin Maya Lambert (Jessica Chastain) der Führungsspitze der Al-Qaida-Terrororganisation auf der Spur

Darum geht’s in Zero Dark Thirty: Fast 10 Jahre ist CIA-Ermittlerin Maya Lambert (Jessica Chastain) der Führungsspitze der Al-Qaida-Terrororganisation auf der Spur. Zwei Jahre nach den Anschlägen vom 11. September 2001 tauchen erste Spuren von einem engen Vertrauten Bin Ladens auf, denen ihre Vorgesetzten allerdings nicht trauen. Maya gibt dennoch nicht auf. Beharrlich setzt sie ihre Jagd von Schreibtischen oder in Verhörzimmern rund um den Globus fort, trotz diverser Rückschläge. Bis sie am 2. Mai 2011, durch einen Einsatz der Navy Seals im pakistanischen Abbottabad, Bin Ladens Tötung veranlasst. „Zero Dark Thirty“ benennt übrigens den Zeitpunkt im Militärcode, 0:30 Uhr, zu dem die Navy Seals mit dem Angriff auf Bin Ladens Wohnkomplex beginnen.

Am 2. Mai 2011 stürmt ein Team Navy Seals im pakistanischen Abbottabad Bin Ladens Wohnkomplex
Am 2. Mai 2011 stürmt ein Team Navy Seals im pakistanischen Abbottabad Bin Ladens Wohnkomplex

Schonungsloser Blick auf die Arbeit des CIA
Regisseurin Kathryn Bigelow und Autor Mark Boal hatten bereits 2008 in Tödliches Kommando – The Hurt Locker (2008) eindrucksvoll den Alltag eines US-Bombenräumkommandos im Irak geschildert. In Zero Dark Thirty zeigen sie 10 Jahre Fahndungsarbeit des CIA in fragmentarischen Häppchen, mit vielen Zeitsprüngen. Nüchtern, fast dokumentarisch und vor allem akribisch gewähren Boal und Bigelow einen schonungslosen Einblick in den Alltag und die Methoden des Geheimdienstes, wie etwa die grausamen Folterpraktiken. Das Besondere: Weder der US-Präsident, noch weitere wichtige Personen aus der Politik spielen im Film eine Rolle. Die Geschehnisse werden einzig allein aus der Perspektive der CIA-Analystin Maya geschildert. Andere Meinungen oder Kritik an den vom CIA angewandten Verhör- und Foltertechniken gibt es im Film nicht. Bigelow und Boal fällen darüber kein Urteil. Das bleibt dem Zuschauer überlassen. Daher ist Zero Dark Thirty auch keine pathetische Heldengeschichte geworden, was auch an der großartigen schauspielerischen Leistung von Jessica Chastain liegt.

Fazit: Am Ende des Films hat sich das Ermitteln, Warten und Verhören aus Sicht der CIA gelohnt. Zu welchem Preis muss der Zuschauer selbst bewerten. Denn der entscheidende Tipp, der zur Tötung Bin Ladens führt, wurde nicht durch Folter erzielt. Zero Dark Thirty ist ein atemberaubender Thriller, der viele Fragen aufwirft.

Zero Dark Thirty (USA 2012)
Regie: Kathryn Bigelow
Drehbuch: Mark Boal
Darsteller: Jessica Chastain, Joel Edgerton, Chris Pratt
Länge: 157 Minuten
Start: 31. Januar 2013

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