Gute Laune nur mit Pillen: Wenn die Medikamenten-Sucht krank macht

Pillen sehen harmlos aus, lassen den Konsumen aber schnell nicht mehr los
Wenn Medikamente zur Sucht werden, ist professionelle Hilfe nötig

Medikamente sind wichtig, um gesund zu werden. Eine Medikamenten-Sucht bringt meist allerdings das Gegenteil – Erfahren Sie hier mehr zum Thema

Das Suchtmittel: Der Oberbegriff „Weckamine“ bezeichnet verschiedene Medikamente mit einer anregenden, stimmungsaufhellenden und leistungssteigernden Wirkung. Beispiele sind Amphetamine oder Adrenalin. Diese aufputschenden Effekte sind vor allem im Sport oft erwünscht, weshalb Amphetamine hier häufig alsDopingmittel missbraucht werden.

Konsumformen

Medikamente liegen typischerweise als Tabletten oder als Injektionen vor. Von Süchtigen werden diese in übermäßigen Mengen eingenommen oder gespritzt.

Wirkung von aufputschenden Medikamenten

Aufputschende Medikamente sorgen für eine höhere Leistungsfähigkeit und Belastbarkeit des Konsumenten. Glücksgefühle werden ausgelöst. Im Extremfall treten Sinnestäuschungen auf.

Tablettensüchtige haben die Kontrolle über ihre Medikamenteneinnahme verloren
Tablettensüchtige haben die Kontrolle über ihre Medikamenteneinnahme verloren

Suchtfaktor

Bei Medikamenten kann es zu einer körperlichen Abhängigkeit kommen, welche die typischen Anzeichen eines Entzugs nach sich zieht. Spätestens wenn die Wirkung des Medikaments nachlässt, treten häufig Depressionen oder Angstzustände auf, die wiederum mit weiteren Medikamenten bekämpft werden müssen. Auch eine psychische Abhängigkeit und damit das Gefühl, ohne die Medikamente nicht mehr durch den Tag zu kommen, stellt sich rasch ein.

Kurzfristige Risiken und Langzeitfolgen

Die anregender Wirkung der Medikamente kann bei Missbrauch außer Kontrolle geraten. Schlafstörungen, Ruhelosigkeit und Reizbarkeit treten bei übermäßigem Konsum an die Stelle von Euphorie. Hier werden darauf beruhigende Medikamente eingesetzt, um entspannen zu können.

Der Entzug

Die Sucht nach einem Medikament löst oft die Einnahme zahlreicher weiterer Präparate aus. Um aus diesem Teufelskreis zu entkommen, ist es dringend nötig, dass die Süchtigen sich in professionelle Hände begeben. Hier finden Sie weitere Informationen über Anlaufstellen in der Suchtberatung.

Zum Weiterlesen

Wolfgang Poser, Dietrich Roscher, und Sigrid Poser: Ratgeber für Medikamentenabhängige und ihre Angehörigen

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