Gemeinschaftsverhalten: Augen-Fotos machen ehrlicher

Im Visier
Starrer Blick vom Foto: Genügt, um die Kaffeekasse zu füllen

Gefühlte Beobachtung: Ein Bild mit Augen über dem Preisschild und schon werden Menschen ehrlich

Ein bloßes Foto mit einem Augenpaar darauf schüchtert die Menschen offenbar so ein, dass sie automatisch ehrlicher werden. Zumindest reichte es aus, dass in der Kaffeekasse eines englischen Psychologie-Instituts fast dreimal mehr Geld lag als gewöhnlich.

Forscher der Universität Newcastle hatten im wöchentlichen Wechsel Fotos von menschlichen Augen und von Blumen über dem Preisschild für den Kaffee aufhängt. Ergebnis: In den Augen-Wochen fühlten sich die Institutsmitglieder offenbar beobachtet und legten freiwillig den geforderten Obolus in die Gemeinschaftskasse. „Wir denken, dass das unterschwellige Gefühl, beobachtet zu werden, das gemeinnützige Verhalten der Teilnehmer gefördert hat“, so Untersuchungsleiterin Melissa Bateson. Das Bemühen um einen guten Stand in der Gemeinschaft sei „eine extrem starke Motivation, sich kooperativ zu verhalten.“

Die Konsequenzen des Experiments, an dem die Mitarbeiter und Studenten der Psychologischen Fakultät der Uni Newcastle ohne ihr Wissen teilnahmen, sind weitreichend: Augenbilder könnten überall dort zum Einsatz kommen, wo man sich von Kontrolle positive Effekte verspricht. Sie seien wesentlich wirksamer als abstrakte Kamerasymbole.

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