Bewusstlos: Aus Ohnmacht wecken

Die Unterlagen hauten sie aus den Socken
Die Unterlagen hauten sie aus den Socken

Kaum sagt sie „Mir ist so schwindelig“, fällt sie auch schon um. Plumps

Weil Sie wieder einmal nichts gegessen, zu viel getrunken oder beim Horrorfilm doch ein Auge riskiert hat. Sie ist kreidebleich, sagt keinen Ton und ihr Schweiß läuft kalt. Bleiben Sie cool und legen Sie die Beine hoch. Aber die Ihrer Freundin, damit das Blut nach diesem orthostatischen Kollaps (der Ohnmacht) wieder Richtung Gehirn fließen kann (Mangeldurchblutung im Gehirn ist der eigentliche Auslöser ihres kurzfristigen Abgangs). „Außerdem sollte man sofort die Bewusstseinslage prüfen“, sagt Dr. Karsten Jaeger vom Zentrum Anästhesiologie der Medizinischen Hochschule Hannover. Pulsschlag okay? Atmet sie?

„Bei leichten Formen der Bewusstseinsstörung kann die Person durch Rütteln an den Schultern geweckt werden. Schwerere Fälle reagieren dagegen nur noch auf Schmerzreize wie Kneifen mit den Fingernägeln in die Nasenlöcher.“ Die Alternative ist der so genannte Esmarchsche Handgriff: „Man drückt den Zeigefinger in den Kieferwinkel am Ohr, dadurch wird der Unterkiefer etwas vorgeschoben, der Mundboden angehoben. Und das macht dann die Atemwege frei.“

Auf keinen Fall sollten Sie der Ohnmächtigen einen Eimer Wasser ins Gesicht kippen: „Bei tiefer Bewusstlosigkeit setzen Husten- und Schutzreflexe aus. Gelangt Wasser in den Mund, könnte sie ersticken“, warnt Jaeger. Ebenfalls indiskutabel, wenn auch in den Hollywoodfilmen manchmal wirksam, sind Ohrfeigen.

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