Problem in der Achsel: Ausgekugelte Schulter

Boxunfälle
Fällt ein Boxer auf den abgewinkelten Arm, ist die Gefahr groß, dass er sich dabei die Schulter ausrenkt

Zwar wird der Oberarmkopf nur von Muskeln, Bändern und der Gelenkkapsel am Schulterblatt festgehalten. Diese komplexe Konstruktion ist allerdings derart ausgereift, dass die Schulter nicht nur das beweglichste, sondern auch ein sehr stabiles Gelenk ist – ohne weiteres kugelt es nicht aus

„Es sei denn, man fällt auf den abgewinkelten und nach außen gedrehten Arm“, sagt Ringarzt Gruber. Etwa bei einem Niederschlag, wenn man sich nach hinten abstützen will. Durch den Stoß rutscht der Oberarmkopf in die Achselhöhle. Damit boxt niemand mehr, der Kampf wäre zu Ende. Zudem ist schnell ein Arzt nötig, weil Sehnen und Nerven gefährdet sind.

„Die Schulter renke ich deshalb noch vor Ort unter Einsatz eines Kurzzeit-Narkosemittels wieder ein“, erklärt Gruber. In manchen Fällen ist später eine Operation erforderlich, an die sich erst eine Reha und dann drei Monate Box-Pause anschließen. Wenn die Schulter ausgekugelt, aber kein Arzt in Sicht ist, darf keinesfalls versucht werden, das Gelenk nach Rambo-Manier mit einem kräftigen Stoß gegen Türrahmen oder Baumstamm einzurenken. Es funktioniert garantiert nicht, kann aber schlimme, zusätzliche Verletzungen im Gelenk bringen.

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