Probiotika: Gesund bleiben mit Bakterien

Die Milch macht´s
Schützen probiotische Jogurtdrinks vor Infektionen?

Wer jeden Tag ein probiotisches Getränk zu sich nimmt, den können die Milchsäure-Bakterien vor Infektionen schützen

Angst vor der Vogelgrippe? Vielleicht sollten Sie allmorgendlich zum funktionellen Jogurtdrink greifen. Die in probiotischen Getränken enthaltenen Milchsäurebakterien – meist aus der Lactobacillus-Familie – reduzieren die Gefahr einer Infektion des Magen-Darm-Traktes oder der Atemwege. Das ergab zumindest eine schwedische Studie im Auftrag der Firma Tetra Pak.

Die Tetra-Pak Studie

Insgesamt wurden 181 Angestellte zufällig ausgewählt. 87 Probanden bekamen täglich ein Scheinpräparat verabreicht. Die restlichen 94 Angestellten erhielten ein probiotisches Getränk mit dem Bakterium Lactobacillus reuteri. Beide Gruppen wussten nicht, ob sie nun wirklich Probiotika zu sich nahmen oder das Placebo. Nach 80 Tagen meldeten sich knapp 24 Prozent der Placebo-Gruppe und Immerhin nur elf Prozent der Probiotika-Gruppe krank.

Bei Schichtarbeitern war der Unterschied noch deutlicher: Alle 26 Testpersonen, die täglich ein probiotisches Getränk zu sich nahmen, blieben gesund. Von 53 Schichtarbeitern, die das Scheinpräparat erhielten, meldeten sich neun krank. Zumindest für die Studienleiter ist das Ergebnis klar: Die tägliche Einnahme von Probiotika verringert die Gefahr einer Infektion der Atemwege oder des Magen-Darm-Traktes und stärkt das Immunsystem.

Zweifel bleiben

Für die gesundheitsfördernde Wirkung von probiotischen Bakterienstämmen gibt es zwar erst wissenschaftliche Belege, jedoch besteht in vielen Bereichen weiterhin ein großer Forschungsbedarf. Die Besonderheit der probiotischen Bakterien liegt darin, dass sie – im Vergleich zu herkömmlichen Milchsäurebakterien – den Weg durch die Magenpassage besser überstehen.

Im Darm angekommen, fördern die probiotischen Bakterienstämme die Milchzucker-Verdauung, unterdrücken krankheitserregende Keime im Darm und helfen gegen Durchfall. Ob diese lebenden Mikroorganismen darüber hinaus tatsächlich den Cholesterinspiegel senken, Dickdarmkrebs eindämmen oder den Infektionsschutz erhöhen können, darüber ist sich die Wissenschaft bisher noch nicht ganz im Klaren.

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