Woche 8: Bald zwei Monate ohne Zigarette

Gartenarbeit befreit den Geist und befriedet die Seele. Rauchen ist einem dabei völlig wurscht. Probieren Sie es aus!
Gartenarbeit befreit den Geist und befriedet die Seele. Rauchen ist einem dabei völlig wurscht. Probieren Sie es aus!

Ich halte durch. Doch hin und wieder zehrt die Anstrengung, nicht zu rauchen, doch an meinen Nerven. Am Sonntag habe ich einen Termin. Natürlich nicht beim Arzt, sondern bei etwas, was ich schon immer ausprobieren wollte: ein Allen-Carr-Nichtraucher-Kurs

Tag 50

Heute bin ich gut drauf. Mein aktueller Artikel ist so gut wie fertig und ich komme somit endlich mal wieder dazu, die vielen überflüssigerweise gespeicherten Emails zu löschen.

Der Abend ist heiter: Zuerst Laufen im Süden Hamburgs – huh, es war wirklich wieder an der Zeit. Entsprechend anstrengend, aber auch wohltuend ist das abendliche Galoppieren. Danach noch ab zu Strand Pauli an den Landungsbrücken und zwei lecker Bierchen aus der Astra-Knolle genossen. Der ganze Spaß geht übrigens auch ohne Rauchen ganz hervorragend.

Tag 51

Ich habe heute frei! Und trotzdem wird der Tag anstrengender als in der Redaktion zu arbeiten. Besuche bei Bank, Schuster, Motorrad-Händler und Schrauber-Werkstatt füllen meinen Tag über das sonst übliche Arbeitspensum hinaus.

Und obwohl es antrengend und nervenaufreibend ist, sich ausgerechnet an einem Freitag den gesamten Tag durch Hamburgs Straßen zu quälen, muss ich nicht rauchen. Ich habe keine Karotten dabei und auch sonst keinen Ersatz. So gefällt mir das.

Tag 52

Der Samstag ist leider nicht viel besser als der Freitag. Es ist mal wieder großes Werkstatt-Roulette angesagt. Eines von Theos Motorrädern muss zur Inspektion, also fahren wir auf derer zwei zur Werkstatt.

Dort quatschen wir mit dem Mechaniker und trinken Kaffee. Motorrad-Werkstatt und Kaffee ohne Kippe? Es funktioniert tadellos. Ich vermisse das Mistding nicht die Bohne. Auf dem Rückweg holen wir – mal wieder – das Auto aus der Werkstatt ab. Das darf ich natürlich fahren, während Theo schön mit dem Motorrad nach Hause fahren kann. Macht aber nix: Ich schmeiße den Klassik-Sender an und genieße dieses Mal sogar das Cruisen auf vier Rädern.

Tag 53

Ein aufregender Sonntag. Okay, ich muss schon um 6 Uhr morgens raus. Aber ich fahre nach Hannover zu einem Allen-Carr-Seminar! Die Allen-Carr-Methode ist so berühmt, dass ich schon vor 12 Jahren davon gehört habe – und da habe ich noch lange nicht ans Aufhören gedacht.

Wie auch bei der Rauchentwöhnung per Hypnose sind hier etwa 10 arme Würstchen versammelt, die sich nicht mehr anders zu helfen wissen, als ein Seminar zu besuchen.

Keine schlechte Idee – immerhin ist die Allen-Carr-Methode nicht gerade unerfolgreich. Die Trainerin gefällt mir, denn sie ist professionell. Sie argumentiert schlüssig und ist in ihren Aussagen radikal ohne deswegen unsympathisch zu sein. Außerdem hat sie ihren Stoff einfach intus: Sauber formulierte Sätze, kein Gestotter. Vor allem die Veranschaulichung durch immer wieder gleiche Gesten imponiert mir.

Zwar mag dies manchmal etwas steif wirken, doch der Trick mit der Wiederholung ist nicht verkehrt. Im Gegenteil: Nur so merkt man sich die Aussagen der Trainerin wirklich. Die vehemente Abkehr vom Rauchen verleiht dem Ganzen auch einen Touch von gemeinsamem Kampf gegen das Rauchen.

Dabei geht es der Trainerin nicht um einen Kampf. Gekämpft wird nicht, denn wer gegen das eigene Rauchen kämpfen muss, hat den Kurs nicht verstanden. Bei Allen Carr funktioniert das Nichtrauchen über Einsicht. Über die simple Einsicht, dass Rauchen keinen einzigen Vorteil, sondern nur Nachteile bietet.

Die Trainerin hat recht.

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