High Five: Begrüßung unter Kumpels?

Frage: Frauen geben sich links und rechts ein Bussi, Opas reichen sich die Hand. Aber was ist eine angemessene Begrüßung unter Kumpels? High Five?
Anonym, per E-Mail
Begrüßung unter Kumpels?
Flüchtige Bekannte oder alte Kumpels? Die Begrüßung richtet sich nach dem Verhältnis der beiden Männer

Unsere Antwort:

Von mir aus können Sie sich um den Hals fallen. Meinen besten Kumpel begrüße ich jedes Mal per Umarmung, auch wenn wir uns gestern erst gesehen haben. Das ist ein Ritual, und eben so fällt es aus: zügig und ohne Geschrei. Es gibt jedoch Leute, die bereits das als übertrieben ansehen. Nach einer 6-monatigen Weltumsegelung ist in jedem Fall etwas mehr Brimborium angemessen.

Wichtig ist auch, in welchem Verhältnis Sie zueinander stehen – flüchtige Bekannte oder alte Kumpels – und in welchem Zusammenhang Sie sich begegnen. In den eigenen vier Wänden darf eine Begrüßung lautstärker ausfallen als in der Oper. Aber was wollen Sie schon mit einem Kumpel in der Oper? Ich bin auch ein großer Freund des Handschlags, ob klassisch oder sportlich (mit umfassten Daumen) – das zeigt Zugehörigkeit an. Ich rate jedoch dazu, es nicht krampfhaft darauf anzulegen, dass der Handschlag auch richtig knallt. Unter manchen Kerlen gilt es als Ehrensache, es so oft zu probieren, bis der Sound stimmt. Im kleinen Rahmen ist das witzig, sonst affig.

High Five, Low Five und wie sie alle heißen – einzeln und für sich sind sie okay, wenn sie beiläufig abgeleistet werden. Begrüßungstänze, die alles kombinieren, haben unter Hip-Hoppern ihre Berechtigung, aber nur dort. Der zuletzt in Mode gekommene Knuckle-Gruß (Faust tippt an Faust) ist ein taugliches Kerle-Ritual, das jedoch verabredet sein muss, sonst umfasst plötzlich der eine die Faust des anderen. Am besten ist da die einfache, klare Variante: Reichen Sie Ihrem Gegenüber die Hand, packen Sie dabei kräftig zu, aber brechen Sie ihm nicht die Knochen und lösen Sie den Griff spätestens nach 10 Sekunden wieder.

Es mag Männer geben, die eine Hand während des gesamten Dialogs festhalten – aber das löst bei manchem schon Fluchtinstinkte aus. Außerdem tun das meistens nur Politiker, und mit denen sind die wenigsten befreundet.

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