Handy-Rechnung: Bei Betrug muss man nicht zahlen

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Telefonieren ohne Sorgen: Wer betrogen wird, muss auch nicht zahlen

Allmonatliches Erschrecken dank der Handyrechnung. Doch was, wenn man gar nicht an den Beträgen schuld ist?

Wem in Zukunft eine Handy-Rechnung über mehrere Tausend Euro ins Haus flattert, der muss diese vielleicht nicht bezahlen – vorausgesetzt natürlich, er hat sie nicht verursacht und kann das auch beweisen. Denn laut einem Gerichtsurteil müssen nun die Telefongesellschaften vor Gericht beweisen, dass ihre Kunden auch tatsächlich entsprechend viel telefoniert haben. Bislang lag die Beweispflicht beim Handynutzer – es war seine Aufgabe, im Zweifelsfalle einen Richter zu überzeugen, dass er die Anrufe nicht getätigt hat. Das Urteil ist deshalb ein klarer Sieg für Handy-Nutzer.

Im konkreten Fall sollte ein Handy-Besitzer eine Rechnung von 14.000 Euro bezahlen. Laut der Telefongesellschaft hatte er mehrere Stunden mit teuren Hotlines und Erotik-Nummern telefoniert. Allerdings wollte der Mobilfunkanbieter nicht einmal auflisten, um welche Telefonnummern es sich handelte. Zudem soll der Kunde mehrere Nächte durchgehend telefoniert haben. Doch dessen Freunde gaben an, ihn in diesem Zeitraum getroffen zu haben – und das ohne Handy am Ohr.

Derart lange und kostspielige Gespräche passen nicht zum üblichen Telefonverhalten des Mannes, stellte der Richter fest. So lautete das Urteil des Augsburger Landesgerichtes: Klage abgewiesen!

Wer aber tatsächlich die immense Rechnung verursacht hat, kann der Handy-Nutzer nur vermuten. Er glaubt, ein Hacker hätte über Bluetooth sein Mobiltelefon geknackt und auf seine Kosten telefoniert.

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