Öffentliches Knutschen stört Frauen stärker

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Sein Problem: Wenn er sich in der Öffentlichkeit zeigte, wollten gleich alle Bussi, Bussi

Frauen finden es unangenehmer als Männer, wenn sie Paare in der Öffentlichkeit schmusen sehen, fand eine US-Psychologin heraus.

Wer verliebt ist, will küssen – aber was denken Passanten, die gezwungen sind, Paaren beim Knutschen zuzusehen? Diese Frage stellten sich Sharalyn L. Young von der Rouchester-Universität und ihre Kollegin Dr. Brenda J. Kirby – und entwickelten dazu einen Test:

Um es vorweg zu nehmen: 90 Prozent der Frauen haben damit ein Problem, Männer nehmen das etwas gelassener.

Wie fanden die Wissenschaftlerinnen das heraus? Sie teilten 69 Studenten in zwei Gruppen ein, die sich einen Natur-Dokumentarfilm ansehen sollten. Davor und danach beantworteten die Kandidaten, Fragen zu ihren Gemütszuständen. In der zweiten Gruppe schleusten Young und Kirby ein Pärchen ein, dass während der gesamten Spielzeit ungezwungen schmuste.

Das Ergebnis: Die Zärtlichkeit des Paares schien die Stimmung der Zuschauer deutlich zu beeinflussen. Während die erste Gruppe sich beim Ansehen der Dokumentation entspannte, weil niemand sie störte, konnte man das in der zweiten Gruppe mit dem verliebten Pärchen nicht beobachten.

Bei der Auswertung fanden Young und Kirby heraus, dass 68 Prozent der Frauen und nur 42 Prozent der Männer sich unwohl fühlten oder verärgert waren, wenn sie das Pärchen sahen. Auf die Frage, ob sie damit "ein Problem" hätten, antworteten neun von 10 Frauen mit ja, verglichen mit zwei Drittel der Männer.

Warum haben die meisten Frauen ein Problem damit? Kirby sagt, dass Männer selbst eher mit dem Schmusen in der Öffentlichkeit anfangen und deshalb gegenüber anderen toleranter sind oder es ihnen gar nicht auffällt. In früheren Studien wurde auch schon gezeigt, dass Menschen in südlichen Ländern eher Zärtlichkeiten vor Publikum austauschen, als in "kälteren" Regionen, küssende Paare dort also eher zum Straßenbild gehören.

Kirby hat noch eine weitere Erklärung: Psychologen haben eine Theorie, nach der Männer meist mit dem Anfassen und Streicheln beginnen, um ihre Macht auszudrücken. Wenn das stimmt, so Kirby, könnten sich Frauen unwohl fühlen, wenn sie ihre Artgenossinen als Ziel so einer Machtdemonstration sehen.

Eine andere Frage ist aber, ob die Zuschauerinnen sich nicht vorstellen können, dass die geküsste Frau gerade enorm viel Spaß hat…

Ihre Untersuchung stellten die beiden Forscherinnen auf dem jährlichen Treffen der Amerikanischen Psychologischen Gesellschaft vor.

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