Besser aussehen mit 40

Auch im mittlerem Alter gut aussehen
Auch im mittleren Alter kann man mit einigen "Reperaturen" jung und gepflegt aussehen

Bei der Zahnpflege geschlampt, voreilig "Evi forever" auf den Bizeps tätowieren lassen? Jugendsünden wiedergutzumachen ist aufwendig, aber machbar

Manche Männer fangen erst so um die 40 an, interessant auszusehen – eine Tatsache, die viele Frauen extrem ungerecht finden. Sie gehören zu diesen Glückspilzen? Dann bleiben Sie in Sachen Pflege dran und achten Sie darauf, genügend Schlaf zu bekommen – nur wenn Sie ruhen, werden Wachstumshormone ausgeschüttet, die Ihre Haut zur Regeneration braucht. Jetzt sieht mancher im Spiegel immer öfter Dinge, die ihn stören: Der Schopf wird lichter, wirkt zerrupft; Narben, Altersflecken oder Tattoos verunstalten die Haut, schwarze Amalgamfüllungen die Zähne. Das müssen Sie nicht hinnehmen – aber seien Sie darauf gefasst, dass Reparaturen Sie einiges kosten werden.

Haare: neue Rettungsversuche
Sie wollen wissen, welche Optio­nen Sie haben, um mit Haarausfall umzugehen? Die einfachste Lösung: Sie akzeptieren den Lauf der Dinge mit Würde und passen Ihre Frisur entsprechend an. Haarverlust wird erst dann peinlich, wenn Sie dünne Strähnen über die Platte kämmen.

  • Medikamente: Sind noch relativ viele Haare da, können Sie eine Rettungsaktion starten und sich beim Hautarzt eines der beiden Präparate verschreiben lassen, die nachweislich Haarausfall stoppen. "Sowohl der Wirkstoff Finasterid, den man einnehmen muss, als auch der Wirkstoff Minoxidil, den man 2-mal täglich auf die Kopfhaut aufträgt, wirken gut", so Professor Hans Wolff von der Universitäts-Hautklinik München. "Manche nehmen auch beides gleichzeitig, dann sind die Ergebnisse noch besser." In jedem Fall ist der Effekt umso größer, je früher man mit einer Behandlung beginnt. "Die Kosten dafür liegen bei rund einem Euro täglich", so Wolff. Falls Sie diese Option wählen, müssen Sie aber dranbleiben, denn sobald Sie die Medikamente absetzen, fallen Ihnen auch wieder die Haare aus.
  • Transplantation: Ist der Oberkopf schon sehr kahl, bringen die Medikamente nichts mehr – was weg ist, das bleibt weg. Der einzige Weg, daran etwas zu ändern, ist die Haartransplantation. Dabei wird nicht der Schopf eines anderen Menschen verpflanzt, sondern man verwendet Haare aus dem eigenen Kranz, der bei den meisten Männern stehen bleibt. Aus bislang nicht bekannten Gründen sind die Wurzeln dort nicht empfänglich für die Wirkung des Testosteron-Abkömmlings, der den Haarausfall hervorruft. Die Verpflanzung von Haaren aus anderen Körperregionen ist zwar möglich, wird aber selten vorgenommen, da Struktur, Farbe und Wuchseigenschaften sich meist zu sehr von den Kopfhaaren unterscheiden. "Wer den Weg der Eigenhaartransplantation gehen will, sollte sich beim Verband Deutscher Haarchirurgen unbedingt einen Ansprechpartner suchen – so können Sie sicher sein, sich einem seriösen Anbieter anzuvertrauen", rät Wolff. Auf der Internetseite des Verbandes ( www.vdhc. de) finden Sie darüber hinaus klar formulierte Infos zum Ablauf sowie zu den Vor- und Nachteilen der beiden wichtigsten Operationstechniken. Am neuen Ort fallen die Haare meist erst mal aus, ehe aus den transplantierten Wurzeln nach ungefähr 12 Wochen neue Haare wachsen. Diese können dann wie andere Haare auch behandelt werden. Für eine zufriedenstellende Haardichte erfolgt manchmal eine zweite Behandlung. Die Kosten richten sich nach dem Aufwand: Schon bei kleinen Kahlstellen müssen Sie mit 3000 Euro rechnen, eine Oberkopfglatze zu verdichten, kostet mindestens 7000. Wichtig zu wissen: Wer sich die Platte oder die Geheimratsecken wieder auffüllen lässt, sollte hinterher Medikamente gegen weiteren Haarausfall nehmen. Wolff: "Sonst entstehen so genannte Teufelshörnchen: Unempfindliche, transplantierte Haare bleiben stehen, während drum herum der Haarverlust fortschreitet."
  • Toupet: Ist ein Toupet gut gemacht, fällt es auch aus der Nähe nicht als solches auf. Für perfekten Sitz selbst beim Sport sorgt doppelseitiges Klebeband auf dem Kopf, das alle 2 Tage ausgetauscht wird. Eine gute Adresse für maßgefertigte Haarteile ist die Firma www. schillo. de, die Men's-Health-Redakteur Rufus Rieder selbst getestet hat (seinen Bericht können Sie unter MensHealth.de/toupet nachlesen). Ein gutes Toupet hält 1 bis 2 Jahre und kostet Sie ungefähr 1500 bis 2000 Euro. 

Hautfleck: So geht er weg
Viele störende Hauterscheinungen lassen sich durch Laserbehandlungen entfernen oder zumindest deutlich mildern: Narben, große Poren, Altersflecken, Feuermale, erweiterte Äderchen und nicht zuletzt unerwünschte Tattoos. Für diese Aufgaben stehen 22 verschiedene Laser zur Verfügung. "So einen Gerätepark haben aber nur Spezialisten", sagt Dr. Gerd Kautz von der Deutschen Dermatologischen Lasergesellschaft (www. ddl. de). "Das trifft auf die meisten Kollegen zu, die Patienten über die Ärztesuche der DDL finden können." Ein Großteil von ihnen hat den Studiengang für Lasermedizin absolviert. Die Kosten hängen von der behandelten Fläche ab und betragen für kleinere Bereiche etwa 80 Euro pro Sitzung, von denen die Krankenkassen nichts übernehmen. Laut Kautz sind im Schnitt 5 Sitzungen nötig. Manche Laser werden gut vertragen, andere schmerzen und können nur unter lokaler Betäubung angewendet werden. Wenn diese abklingt, bleibt kurzfristig ein Gefühl zurück, dass an einen leichten Sonnenbrand erinnert. Wie gut das Ergebnis ist, hängt auch davon ab, wie die Haut reagiert. So lassen sich Altersflecken gut entfernen, bei Narben ist es schwieriger. Bei Tattoos kann die Stelle, wo früher das Bild war, heller oder dunkler werden als die Haut drum herum, oder es bildet sich gar Narbengewebe. "Geht es gut, sieht man gar nichts", so Kautz.

  • Gebiss: Beißer restaurieren: Eine weitere Baustelle dieser Altersgruppe ist der Mund. Sofern Sie zum Durchschnitt gehören, sind bei Ihnen jetzt nur noch etwa 14 Zähne gesund, der Rest ist gefüllt oder fehlt (siehe Tabelle, oben). Fast immer lassen sich Schäden restaurieren, aber die Kassen zahlen nur einen Festbetrag dazu, der sich nach dem zu behebenden Defekt richtet. Meist deckt er nur einen geringen Teil der Gesamtkosten.
  • Dunkle Füllungen: Irgendwann müssen alte Amalgam-Füllungen ohnehin erneuert werden – das ist die Gelegenheit, sie unsichtbar werden zu lassen. Kleinere Schäden sind am besten mit Komposit auszubessern, einem Kunststoff, der direkt im Zahn verarbeitet und mit Licht ausgehärtet wird (Kosten: rund 70 Euro). Haltbarer (mit bis zu 500 Euro aber auch teurer) sind Inlays aus Keramik, die vom Zahntechniker angefertigt werden. "Die kann man heute ins Loch einkleben, so dass man, anders als früher, bei der Präparation nicht so viel gesunde Zahnsubstanz wegschleifen muss", erklärt Zahnmediziner Schiffner.
  • Hässliche Frontzähne: Sind die Schneidezähne beschädigt, kommt ebenfalls Keramik zum Einsatz: als Veneers – dünne Verblendschalen, die auf die angeschliffenen Zähne geklebt werden. Es lohnt sich, einen Könner damit zu beauftragen – den finden Sie zum Beispiel über die Deutsche Gesellschaft für ästhetische Zahnheilkunde (www. dgaez. de, unter "Aktive Mitglieder"). Besprechen Sie mit ihm im Vorwege genau, was Sie schön finden (natürliche Anmutung oder makelloser Holly-wood-Stil?) und investieren Sie bei größeren Änderungen in ein Mock-up. Das sind Kunststoff-Veneers in der geplanten Form, die man probeweise tragen kann. Rechnen Sie dafür mit Gesamtkosten von ungefähr 1000 Euro.
  • Zahnlücken-Implantate: kommen dem natürlichen Zustand am nächsten. Dabei wird zuerst eine Titanschraube in den Knochen eingesetzt und das Zahnfleisch darüber vernäht. Bis die Schraube nach einigen Monaten eingeheilt ist, kaut der Patient provisorisch auf einer geklebten Brücke. Dann bekommt die Schraube einen Aufbau. Nach einer erneuten Heilphase wird der Knochen zuerst durch Kunststoffkronen an den Kaudruck gewöhnt, ehe schließlich die endgültige Keramikkrone aufgesetzt wird. Die Kosten variieren je nach Aufwand sehr, aber mit 2500 Euro pro Zahn müssen Sie kalkulieren. Das Ganze erfordert viel Spezialwissen, darum sollten Sie sich an einen Experten wenden. Die Deutsche Gesellschaft für Implantologie (www. dgi-ev. de) und der Bundesverband der implantologisch tätigen Zahnärzte (www. bdiz. de) bieten eine Arztsuche an. Übrigens: Glauben Sie ja nicht, dass Sie mit viel Keramik im Mund weniger putzen müssen! Wenn Sie auch in einigen Jahrzehnten noch gut aussehen wollen, führt um eine perfekte Pflege kein Weg herum.
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