Hirnforschung: Betablocker beseitigt Angst

Eine spezielle Substanz löscht Angstzustände aus dem Angstgedächtnis
Eine spezielle Substanz kann Angstzustände löschen

Eine Substanz zur Behandlung von Bluthochdruck kann bei Menschen Angstzustände löschen

Der zur Behandlung von Bluthochdruck eingesetzte Betablocker Propranolol kann offenbar dauerhaft Angstzustände ausradieren. Diese befinden sich im so genannten Angstgedächtnis, das Erinnerungen an traumatische oder angsterregende Erlebnisse speichert, so eine niederländische Studie.

Die Forscher der Universität Amsterdam hatten bei Freiwilligen mit Bildern und ohrenbetäubendem Lärm Angstassoziationen erzeugt. Die Angst wurde über das Zucken der Augenlider gemessen. Danach erhielt ein Teil der Probanden die Substanz Propranolol, der andere Teil bekam ein Scheinmedikament. Ergebnis: Bei den Propranolol-Probanden waren die Angstzustände komplett gelöscht, erklärt Studienleiter Merel Kindt. Bei der Kontrollgruppe, die nur ein Scheinmedikament bekommen hatte, waren die Angstzustände hingegen unverändert.

Ob durch Propranolol die Gedächtnisinhalte komplett gelöscht werden oder nur der Abruf der Angstzustände gestört wird, ist noch unklar. Die Forscher hoffen, in Zukunft Therapien zur Behandlung von traumatischen Belastungsstörungen entwickeln zu können.

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