Bloß nicht allein sein

Männer wollen mehr
Er konnte einfach nicht alleine sein...

Was bewegt unglückliche Paare dazu, an ihrer Beziehung festzuhalten? Psychologen behaupten, dass nur wenig Selbstbewußte sich nicht trennen können.

Warum halten so viele Menschen an einer Beziehung fest, die sie als unglücklich oder frustrierend empfinden? Dieser Frage gingen die beiden US-Psychologen Joanne Davila von der State University of New York at Buffalo und Thomas N. Bradbury von der University of California, Los Angeles nach.

Zu oberflächlich fanden die beiden Psychologen dabei Antworten wie finanzielle Abhängigkeit und moralische Überzeugungen oder die Verantwortung für ein gemeinsames Kind. Deshalb überlegten sie sich, lieber nach den Persönlichkeitsmerkmalen der Beteiligten zu forschen, als diese zwar plausiblen aber wenig tiefgreifenden Argumente anzunehmen.

Zum Test ließen die beiden 172 frisch verheiratete Paare über vier Jahre hinweg zweimal im Jahr Fragebögen ausfüllen, in denen sie über ihre Beziehung Auskunft geben sollten. Aber auch über ihr körperliches Befinden, und ihre Einstellungen.

Glücklich, wer allein sein kann
Danach unterschieden sie die Paare in "glücklich verheiratet", " geschieden" und "unglücklich verheiratet". Und bei der Analyse der Fragebögen fanden sie heraus, dass Bindungsunsicherheit das zentrale Kriterium war, in dem sich unglücklich Verheiratete von Geschiedenen unterschieden. Für die Unsicheren hat die Beziehung im Leben einen extrem hohen Stellenwert, weil sie selbst unter einem schwachen Selbstwertgefühl leiden.

Für Davila und Bradbury liegt das Problem darin begründet, dass die Unglücklichen sagen:"Lieber eine schlechte Beziehung als gar keine." "Menschen, die in extremen Maße auf ihre Partnerschaft fixiert sind und gleichzeitig unter Verlassensängsten leiden, sind bestrebt, auch eine schlechte Beziehung um jeden Preis aufrecht zu erhalten", schreiben sie in ihrem Artikel im Fachjournal "Journal of Family Psychology".

Dass sie sich dabei allerdings ins eigene Fleisch schneiden, wurde in der Studie auch klar: Häufiger als glücklich Verheiratete, aber auch als Geschiedene leiden die unglücklich Liierten unter Depressionen, Unzufriedenheit oder Stress.

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