Bachmairs BIZZtipps:<br>Teammanagement – Auf den Hund gekommen

BIZZ-Moderator Dominik Bachmair
BIZZModerator Dominik Bachmair verrät seine Erfolgsrezepte exklusiv für MensHealth.de-Leser

Egal in welcher Firma man arbeitet – solange es nicht die eigene ist, kann man sich die Kollegen leider nicht aussuchen. Man kann nur lernen, mit ihnen umzugehen. Hier eine ungewöhnliche Methode.

Aber wer denkt schon daran, dass es mit den Kollegen auch tierisch viel leichter gehen kann? Wie so viele habe auch ich mich zunächst einmal mit kollegialen Kleinkämpfen aufgehalten.

Gleich bei meinem zweiten Job wurde ich in ein Großraumbüro gesetzt. Dieses Konzept soll ja bekanntlich für mehr Transparenz sorgen: Jeder weiß, was die anderen gerade machen. In Wirklichkeit ist der Großraum aber vor allem eine Spielwiese für Profilneurotiker. Kaum betrat ich morgens das Büro, krakelte mir der Kollege am zweiten Tisch schon irgendeine Unverschämtheit entgegen. Natürlich war mein damals noch in Ausbildung befindliches männliches Ego gekränkt, schließlich haben die Mädel an Tisch sechs alles mitbekommen.

Welche Wahl hatte ich? Entweder ewiger Loser oder zurückschlagen! Also bin ich zum Gegenangriff übergegangen. Jeden Morgen im Vorbeigehen bekam der Kollege, bevor er Luft holen konnte, von mir die verbale Breitseite. Das hat für Ruhe, aber auch für ein leicht angespanntes Klima gesorgt. Das Positive an dieser Methode: Man lässt den Ärger sofort raus, allemal besser, als ihn mit nach Hause zu nehmen. Auf Dauer ist die Verbalkeule aber anstrengend und empfiehlt sich nur als letztes Mittel bei Menschen, die notorisch Streit suchen.

Doch wie begegnet man den vielen anderen Kollegen, die ganz alltägliche Macken haben? Sie ist überempfindlich, er will immer Recht haben, sie korrigiert ständig Rechtschreibfehler, er sucht den Seelsorger... Ich dachte eigentlich, ich werde fürs Arbeiten bezahlt und nicht als Psycho-Onkel. Genau darauf zielt die Transaktions-Analyse ab, die ich in meinem nächsten Job ausprobiert habe. Sie soll helfen, besser mit Menschen zu kommunizieren. In Seminaren habe ich gelernt, auf die emotionalen Aspekte in Gesprächen zu achten.

Sie:
"Du, ich finde das nicht in Ordnung, dass Du Dir immer die besten Aufträge krallst."
Achtung:
Unsichere Person, kein Selbstbewusstsein, traut sich nicht als erster, die Hand zu heben.
Strategie:
Ihr Selbstbewusstsein stärken, Konflikte vermeiden, sie wird Dich lieben.

Er poltert:
"Bachmair, wieder Flüchtigkeitsfehler! Hättest Du Zeitung gelesen, wäre Dir das nicht passiert."
Achtung:
Zwanghaftes Sich-als-Chef-aufspielen, kriegt nicht genügend Streicheinheiten, als Kind vermutlichen einen zu strengen Vater gehabt.
Strategie:
Immer loben, vorher um Rat fragen, er wird Dir aus lauter Liebe in Zukunft das Mittagessen aus der Kantine mitbringen.

Der Nachteil der Transaktions-Analyse ist, dass man sich bald wie in einer Teerunde von Psychologiestudenten im fünften Semester fühlt. Ständig Verständnis aufbringen macht ja nun nicht wirklich Spaß. Außerdem habe ich mich immer gefragt, ob ich wirklich ein Ohr für die privaten Sorgen der Kollegen haben muss, schließlich arbeite ich ja nur mit ihnen.

Auch die anderen Spielarten aus den Lehrbüchern waren kein echter Erfolg: böser Bulle, guter Bulle – der eine schimpft, der andere streichelt. Die Kollegen auf ein Bier einladen, einschleimen, beim Chef verpetzen, nichts hilft wirklich gegen Hierarchie-Gerangel und Geschlechterkampf im Büro.

Bis ich eines Tages meinen Hund ins Büro mitbrachte und ihn unter dem Schreibtisch versteckte! Das blieb nicht lange unentdeckt: Frauen, bei denen ich mir sicher war, dass sie unter einer ausgeprägten Hundephobie litten, lagen kuschelnd mit meinem Mischling am Boden. Männer, denen ich jede Tierhaar-Allergie zutraute, knuddelten den Hund. Und so kam ich selbst mit den verkniffensten Kollegen spielend leicht ins Gespräch.

All das, was im zwischenmenschlichen Bereich für Probleme sorgte, war über den Umweg Hund weggefegt. Man kann alle Chefs nur auffordern: Lasst Hunde in die Firmen! Unsichere Kollegen trauen sich plötzlich zu reden, Profilneurotiker quatschen den Hund und nicht einen selbst zu. Und selbst Kollegen, die stinksauer sind, lassen ihre Wut im Fellknäuel verdampfen. Den Hund juckt das alles nicht. Und wenn es ihm doch mal zu viel wird, bellt er eben.

Mehr zum Thema:
Was echte Kerle mit einem Hund anfangen können, erfahren Sie hier: Auf den Hund gekommen

Über die heilende Kraft von Hunden im Büro berichteten wir schon. Lesen Sie hier: Hund als Therapeut im Büro

Falls Sie keinen Hund haben und es doch mal mit der Transaktions-Analyse probieren wollen, können sie das unter www.dgta.de/ tun.

Welche Funktionen Tiere im menschlichen Zusammenleben haben, erläutern die Artikel unter diesen Links www.iemt.at/forschung/forschung_index.html und www.mtw-ev.de/images/buero.jpg

Damit Sie mit oder ohne Hund den guten Umgangston mit den Kollegen nicht vergessen, finden Sie hier einen kleinen Auffrischungskurs www.businessgerman.com/business-knigge/

Und wer noch mehr wissen will, hier ein Buchtipp: "30 Minuten für den Umgang mit schwierigen Kollegen" von Cary Cooper und Valery Sutherland.

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