Urlaub auf Firmenkosten: Blaumachen für Profis

Vor allem im Urlaub warten Viren und Bakterien - so schützen Sie sich
Fürs Blaumachen ist der Freitag tabu. Besser: Dienstag oder Donnerstag

Sie wollen einen freien Tag, haben aber keinen Urlaub mehr? Hier die besten Tricks

Taktische Vorbereitung: "Wer an einem Freitag plötzlich krank wird, macht sich verdächtig", erklärt Maik Matthias vom Harzer Blaumachersuchdienst in Schierke. Unauffälliger sind Dienstage und Donnerstage. Falls Sie am Weltmännertag fehlen wollen (einem Freitag), melden Sie sich einen Tag zuvor ab.

Ihr Krankheitsbild: Am allereinfachsten ist es, eine Gehirnerschütterung vorzutäuschen. "Denn deren Symptome kann ein Arzt durch Stuhl-, Blut- oder Urin-Probe nicht belegen", sagt Matthias. Erfinden Sie aber keine irrwitzigen Geschichten – die Story, dass Sie abends beim Squash gegen die Mauer gelaufen sind, ist glaubwürdig genug. Tipp: Da bei einer Gehirnerschütterung meist eine Pupille größer ist, etwas Atropin (aus der Apotheke) in ein Auge tröpfeln.

Richtig abmelden: Rufen Sie bei der Arbeit an, bevor Sie zum Arzt gehen. Das hat den Vorteil, dass Ihre Stimme gleich nach dem Aufstehen verschlafen klingt – und sich glaubhaft nach Krankheit anhört. Wer seine Stimmbänder bereits geölt hat, versucht es mit einer Clint-Eastwood-Imitation. Aber nicht übertreiben. "Das wirkt unglaubwürdig", so Matthias.

Für echte Härtefälle: Ein Attest (Entgeltfortzahlungsgesetz § 5) müssen Sie ab dem dritten Tag vorweisen. Vorsicht: Steht im Arbeits- oder Tarifvertrag eine andere Regelung, ist diese gültig. Sollte man als Profiblaumacher keinen Arzt mehr finden, der einem ein Attest ausstellt, "wird oft ein anderer Mann mit echter Krankheit zum Arzt geschickt – und zwar mit der Versicherungskarte des Blaumachers", so weiß der Experte. Achtung: Treten aufgrund von Kurzerkrankungen innerhalb von zwei Jahren Fehlzeiten von mehr als 15 Prozent der Arbeitstage auf, so ist eine Kündigung gerechtfertigt.

Zurück im Berufsleben:
Und hinterher? Verkneifen Sie sich Details. "Wer wirklich krank war, macht keine großen Worte."

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