Schlafend zum Erfolg

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Ein gutes Gehalt ist ein sanftes Ruhekissen

Wer immer nur arbeitet, wirkt zwar engagiert, leistet allerdings weniger, als er könnte. Denn das Geheimnis des Erfolges lautet: Pause machen. Am besten gleich schlafend.

Obwohl es seit langem wissenschaftlich bewiesen ist, dass Tagträumereien die Kreativität, Konzentration und Arbeitsenergie fördern, denken die meisten Leute (und vor allem Arbeitgeber) beim Begriff Pause immer gleich an Faulenzen und Müßiggang. Zwei Drittel aller Führungskräfte machen daher selbst keine regelmäßigen Breaks. Fatale Folge des ewigen Durchkeulens: Die Produktivität sinkt während der (ganz natürlichen) Müdigkeitsphasen nachweisbar.

Warum werden wir tagsüber müde?
„Das liegt an den drei biologischen Rhythmen, die in unserem Körper wirken“, erklärt Dr. Jürgen Zulley, Leiter des Schlafmedizinischen Zentrums an der Uni Regensburg: „Der so genannte Zwölf-Stunden-Rhythmus sorgt täglich für einen Leistungsab-fall zwischen 13 und 14 Uhr. Der Vier-Stunden-Rhythmus lässt uns darüber hinaus etwa alle vier Stunden müde und unkonzentriert werden. Dann gibt es noch den Schlafrhythmus, der für das Schlaftief zwischen drei und vier Uhr morgens verantwortlich ist.“ Ob Sie wollen oder nicht.

Lernen, auf die Signale zu achten
Bei der täglichen Plackerei haben viele Männer aber verlernt, auf die Signale zu achten, die ihr Körper aussendet. Sie beginnen zu gähnen, zu seufzen, herumzutrödeln und unkonzentriert zu werden, ohne richtig darauf zu reagieren. Deshalb:

Wenn sich Ihr Körper beim täglichen Hochtouren häufig verspannt, Ihre Gedanken abschweifen und Ihnen öfter Flüchtigkeitsfehler unterlaufen, legen Sie einen Stopp ein.
Eine längere Auszeit ist notwendig, wenn Sie immer ungeschickter werden, Fehlentscheidungen treffen, vergesslich werden, zunehmend reizbar und launisch sind.
Wenn Sie bereits Schlafstörungen oder Herz-Kreislauf-Beschwerden feststellen, brechen Sie die Arbeit ab und trainieren Sie die verschiedenen Methoden, um Formtiefs zu überwinden.

Beispiele für gut genutzte Pausen:

Mikro-Pause
Vorteil: Man kann sie einlegen, ohne bei den Kollegen durch lautes Schnarchen unangenehm aufzufallen.
Unterbrechen Sie Ihre Arbeit und erledigen Sie ein paar Routinesachen, die kaum Aufmerksamkeit erfordern: alte Post-its vom Computer lösen, Bleistifte anspitzen, Urlaubskarten aussortieren, Rechnungen abheften.
Blicken Sie aus dem Fenster und träumen Sie. Gehen Sie die letzte Nacht mit dieser unglaublich tollen Frau in Gedanken noch einmal durch (aber bleiben Sie dabei sitzen).
Sich kurz mal aus dem Alltag auszuklinken „geht am schnellsten mit leiser Musik“, so Jürgen Zulley. Sorgen Sie nur dafür, dass ein Kollege Schmiere steht. Setzen Sie den Walkman-Kopfhörer auf, schließen Sie die Augen und lassen Sie sich vom sanften (!) Sound berieseln.

Die Fünf-Minuten-Atemübung:
Versuchen Sie, Ihre Atmung von durchschnittlich 16 auf vier Atemzüge pro Minute zu reduzieren. Setzen Sie sich locker hin und atmen Sie tief und ruhig ein und aus.
Lernen Sie den Power-Schlaf. US-Wissenschaftler haben herausgefunden: Zweimal fünf Minuten Schlaf pro Tag ersparen zwei Stunden in der Nacht.

20-Minuten-Pause
Experten aus aller Welt sind sich einig: Das Beste gegen das mittägliche Leistungstief ist ein 20-minütiges Nickerchen. „Wir können zwar nach wie vor nicht erklären, warum das einen so immensen Erholungsfaktor hat, doch wir wissen, dass er die Konzentration hebt, das Immunsystem stärkt und für gute Laune sorgt“, erklärt Zulley.
Wichtig ist das Zeitlimit, um nicht nach einer halben Stunde in die Tiefschlafphase zu sinken und dann wie verkatert zu erwachen. Voraussetzung für so ein Nickerchen im Job ist allerdings, dass Sie sich unbeobachtet fühlen.

Wer einen Sessel mit einer Kippautomatik besitzt, kann die Füße auf den Schreibtisch legen und in entspannter Rückenlage schlummern. Oder Sie legen Ihren Kopf auf den Schreibtisch, am besten leicht erhöht.
Bewährt hat sich ebenfalls die „Kutscherhaltung“, bei der Sie sich im Sitzen vornüberbeugen und die Ellenbogen auf den Oberschenkeln abstützen. Damit Sie nicht zu tief einschlafen, nehmen Sie Ihren Schlüsselbund in die Hand: Sobald Sie sich ganz entspannen, öffnen Sie automatisch die Hand – der Schlüsselbund klimpert zu Boden.

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