Filmtipp "The Ides of March": Clooney for President

Ryan Gosling und George Clooney verkaufen beim Kampf ums US-Präsidentenamt ihre Seele. Wir verraten, ob sich das für Sie bezahlt macht

Würden Sie für eine politische Karriere Ihre Seele verkaufen? Nein? Dann haben Sie wahrscheinlich keine Chance, jemals Präsident zu werden. Denn Politik ist ein schmutziges Geschäft. Das ist selbst hierzulande kein Geheimnis mehr. Wie hinterhältig es beim US-Wahlkampf zugeht, zeigt George Clooney eindrucksvoll in seinem neuen Kinofilm. Der bekennende Demokrat hat sich dafür in TheIdes of March - Tage des Verrats die Vorwahlen seiner Partei fürs Präsidentenamt vorgeknöpft: Ein aussichtsreicher, makellos erscheinender Kandidat und sein junger, ehrgeiziger Wahlkampfstratege treffen auf die Polit-Wirklichkeit. Ergebnis: ein hochgradig fesselnder Abgesang auf Anstand, Moral und das zynische Polit-Establishment – mit einem fantastischen Ryan Gosling in der Hauptrolle.

Der aussichtsreiche Präsidentschaftskandidat: Gouverneur Mike Morris (Clooney).
Der charismatische Gouverneur Mike Morris (George Clooney) muss sich im Politsumpf behaupten

Darum geht’s: Stephen Meyers (Ryan Gosling), gerade 30 geworden, ist stellvertretender Wahlkampfleiter für den aussichtsreichsten Präsidentschaftskandidaten, den charismatischen Gouverneur Mike Morris (Clooney). Leidenschaftlich tritt Meyers für seine Ideale ein, seine Karriere geht steil nach oben. Selbst eine Affäre mit der jungen Praktikantin Molly (Evan Rachel Wood) wirft ihn nicht aus der Bahn. Als ihm der gegnerische und erfahrene Wahlkampfmanager Tom Duffy (Paul Giamatti) eine Falle stellt, erkennt Meyers erst zu spät, in was für eine Schlangengrube er sich begeben hat. Plötzlich muss er sich entscheiden – zwischen Karriere oder seinen Idealen.

Stephen Meyers (Ryan Gosling) hat eine Affäre mit der jungen Praktikantin Molly (Evan Rachel Wood)
Stephen (Ryan Gosling) ist zielstrebig: Selbst eine Affäre mit der jungen Praktikantin Molly (Evan Rachel Wood) wirft ihn nicht aus der Bahn

Willkommen im Politsumpf
Clooney schickt seine Figuren tief in den dreckigen Politsumpf. Verrat und Intrigen gehören hier lediglich zur Aufnahmeprüfung. Sie werden staunen, was ein Politiker alles über sich ergehen lassen muss, um überhaupt die Chance auf ein hohes politisches Amt zu erlangen. Pluspunkt zu vielen anderen Politdramen: The Ides of March – Tage des Verrats, das auf dem Theaterstück Farragut North (2008) basiert, ist durchweg glaubwürdig. Das liegt vor allem an der hervorragenden Leistung der Schauspieler.

Fazit:The Ides of March – Tage des Verrats ist ein schonungsloser Blick ins Politgeschäft – ruhig, aber immer spannend inszeniert.

 

The Ides of March – Tage des Verrats (USA 2011)
Regie: George Clooney
Drehbuch: George Clooney, Grant Heslov, Beau Willimon (Vorlage)
Darsteller: Ryan Gosling, George Clooney, Philip Seymour Hoffman, Paul Giamatti, Evan Rachel Wood
Länge: 101 Minuten
Start: 22. Dezember

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