Hellgate London: Dämonenjagd im Team

Ständig brutzelt man sich durch riesige Gegnerhorden
Die Dämonenbrut muss brennen!

Hellgate London könnte die Kopie der genialen Diablo-Reihe von Blizzard Entertainment sein – nur in 3D

Das Action-Rollenspiel "Hellgate: London" trägt viele Diablo-Elemente in sich: Zufallsgenerierte Karten, massenhaft Gegner und ein sofort aufkommender Sammeltrieb nach immer besserer Ausrüstung. Auch das Charaktersystem ist abwechslungsreich: Zur Auswahl stehen drei Hauptklassen – Templer, Jäger und Kabbalist, unterteilt in sechs Unterklassen. Entscheiden Sie sich beispielsweise für den Jäger, können Sie als Scharfschütze mächtig viel Schaden austeilen, oder als Ingenieur kleine Drohnen bauen, die Sie auf dem Schlachtfeld wirkungsvoll unterstützen.

Die Story ist schnell erklärt: Dämonen haben London überflutet, nun muss die teuflische Bande zurück in die Unterwelt getrieben werden. Das Spielprinzip ist ebenfalls simpel: Die meiste Zeit sind Sie damit beschäftigt, sich mit Waffengewalt und Magie von A nach B durchzuschlagen. Dazwischen wimmelt es nur so von diabolischen Abgesandten der Hölle, die Jagd auf Überlebende machen. Okay, das war jetzt alles weniger spannend erklärt. Nicht schlimm, denn die Hauptmotiviation beschwört Hellgate, neben dem typischen "Hack & Slay"-Prinzip, über die ständige Jagd nach besserer Ausrüstung, dem nächsten Levelaufstieg und neuen Fertigkeiten.

Ständig brutzelt man sich durch riesige Gegnerhorden

Der doppelte Feuerstrahl heizt den Höllenschergen ordentlich ein

Teuflische Hassliebe

So gut das Konzept von Hellgate im Grunde auch sein mag, schnell fallen einem massive Bugs auf, die mit der Zeit den Spielspaß drücken. Da währen beispielsweise regelmäßige Spielabstürze oder nervende Anzeigenfehler. Nicht selten passiert es, dass man mit einigen Online-Kumpels durch einen Teleporter hüpft und auf der anderen Seite bestehen die Kameraden plötzlich nur noch aus ihren herumballernden Schießprügeln. Das sieht zwar ulkig aus, der Atmosphäre kommt das jedoch nicht zugute.

Nach zwei Stunden Gekloppe fällt schon der nächste störende Fehler auf: Während der eigene Charakter in edlen Texturen erstrahlt, sind die der anderen Spieler so matschig wie ein Feld nach einem Open-Air-Konzert mit Dauerregen. Für einige mag dieser Bug vielleicht nebensächlich sein, aber geht es im Multiplayer nicht vor allem auch darum, sich vor anderen zu profilieren? Wer macht den meisten Schaden? Wer sieht am coolsten aus? Und wer hat eigentlich die längste Wumme?

Der Weg zum Endboss wird von Fleischbällchen versperrt

Ein ganzes Level lang Giftblasen zum Platzen bringen? Wer hat sich dieses Gähnquest ausgedacht?

Eine Ohrfeige verdient Hellgate auch für das Leveldesign. Die Instanzen werden nach dem Baukastenprinzip per Zufall generiert. Das soll für Abwechslung sorgen, doch ist es letztendlich egal, ob es an der nächsten Ecke links statt (wie im letzten Level) rechts abgeht, solange man zum zigsten Mal durch die immer gleiche Art von Lagerhaus marschieren muss. Das frustriert mit der Zeit; und kurz bevor man das Spiel am liebsten in die Ecke pfeffern will, wird das Gemüt mit einem spannenden Quest oder neuen (!) Leveltexturen besänftigt. Die Motivationskurve schwankt ständig zwischen Top und Flop.

Fazit
Es fällt schwer, sich ein Urteil über Hellgate zu bilden. Das Grundprinzip ist stimmig, begeistert wie in der Diablo-Reihe. Was dem Spiel jedoch fehlt ist eine durchgehend spannende Atmosphäre. Schuld daran sind die vielen ähnlichen Instanzen und Gegner, eine dünne Hauptstory und viele Bugs. Das Erstlingswerk von Flagship Studios könnte ein Hit sein, letztendlich ist es aber (nur) ein gutes Spiel mit vielen Macken – die immerhin teilweise mit Patches behoben werden könnten.

Plattform: PC
Preis: knapp 50 Euro
USK: keine Jugendfreigabe
Website:www.eu.hellgatelondon.com

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