Krebsgefahr reduzieren: Darmkrebs durch rotes Fleisch?

Der Darm kann an vielen Stellen betroffen sein
Männer haben generell ein erhöhtes Darmkrebs-Risiko, unabhängig vom Fleischkonsum

Manche Wissenschaftler können einem die Lust auf Schweinebraten und Roastbeef tierisch verderben. Doch ist rotes Fleisch wirklich ein Risikofaktor für Darmkrebs? Wir klären auf

Die EPIC-Studie hat ergeben, dass der Konsum von rotem Fleisch und Fleischprodukten mit dem Darmkrebs-Risiko in Zusammenhang steht. Laut den Ergebnissen steigt das Risiko einer Erkrankung um 49 Prozent, wenn Sie den Konsum von rotem Fleisch von 70 auf 170 Gramm täglich erhöhen. Bei verarbeiteten Fleischprodukten wie etwa Wurst sieht es noch dramatischer aus. 100 Gramm zusätzlich erhöhen das Risiko um 70 Prozent.

Nimmt man die Studienlage jedoch genauer unter die Lupe, sehen die Zahlen anders aus. An der Entwicklung einer Krebserkrankung sind viele Faktoren beteiligt, auch Lebensstilaspekte wie Rauchen, körperliche Aktivität und Übergewicht. Eine Untersuchung der Universität Hannover kommt zu dem Ergebnis, dass ein gänzlicher Verzicht auf Fleisch nicht automatisch die Reduzierung des Darmkrebs-Risikos bedeutet. „Vegetarier haben meist einen gesünderen Lebensstil als Menschen, die viel rotes Fleisch essen, darum schneiden sie in Studien auch besser ab“, erklärt Ernährungs-Experte Worm. „Wenn man Vegetarier wiederum mit gesundheitsbewussten Fleischessern vergleicht, dann zeigen sich kaum Unterschiede.“ Die Hannoveraner Untersuchung kam zudem zu dem Ergebnis, dass Menschen mit einer hohen Muskelaktivität – also Leute, die sich viel bewegen – seltener an Darmkrebs erkranken. Auch eine größere Abwechslung beim Essen, insbesondere mit Fisch und Meeresfrüchten, senkt das Risiko.

Lediglich das männliche Y-Chromosom könnte Ihnen einen Strich durch die Rechnung machen. Eine Studie der Universität München kam zu dem Schluss, dass Männer ein doppelt so hohes Risiko haben, an Darmkrebs zu erkranken, wie Frauen. Entwarnung gibt es hingegen für die Prostata. Entgegen früheren Vermutungen steigt das Prostatakrebs-Risiko nicht durch höheren Fleischkonsum. Dies ist ein weiteres Ergebnis der EPIC-Studie.

Fazit: Moderater Konsum von rotem Fleisch ist unbedenklich für Darm und andere Organe. Setzen Sie neben Fleisch mindestens 2-mal pro Woche ein Stück Meeresfisch auf den Speiseplan. Zudem sollten Sie 30 Gramm Ballaststoffe täglich zu sich nehmen – am besten in Form von Obst, Gemüse und Vollkornprodukten. So halten Sie den Verdauungstrakt in Bestform. Machen Sie außerdem mindestens 3-mal pro Woche 1 Stunde Kraft- oder Ausdauersport.

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