Training zu zweit: Darum brauchen Sie dringend einen Trainingspartner

Darum brauchen Sie dringend einen Trainingspartner
Trainingspartner finden: Denn zu zweit macht Ihr Workout nicht nur mehr Spaß, sondern ist auch effektiver

Suchen Sie sich einen Workout-Buddy! Denn zu zweit macht Ihr Workout nicht nur mehr Spaß, sondern ist auch effektiver. Wir verraten, warum – und wie Sie den richtigen Trainingspartner finden

Zu zweit trainiert man mehr als alleine, behauptet eine schottische Studie der University of Aberdeen. Diese fand heraus, dass Sportler, die zusammen mit einem Partner ihre Einheiten absolvierten, deutlich öfter Sport trieben. Plus: Je höher dabei der emotionale Support des Buddys, umso größer war die Anzahl der Trainingseinheiten.

Darum brauchen Sie einen Trainingspartner

  • Gemeinsame Emotionen pushen: Klar, geteiltes Leid ist halbes Leid. Das gilt sowohl für den gemeinsamen Morgenlauf wie für das Studio-Workout in der Mittagspause. Der Grund: Sie fühlen sich sozial eingebunden, wenn Sie sich nicht alleine durchs Training kämpfen müssen, erklärt Dr. Christian Zepp, Diplom-Sportwissenschaftlicher und sportpsychologischer Experte an der Deutschen Sporthochschule Köln: „Emotionen sind für unser Wohlbefinden besonders wichtig. Und wenn diese positiv sind, ist auch unsere Leistung besser.“
  • Ihr Trainingspartner braucht Sie: Ist man beim Training aufeinander angewiesen, haben Sie das Gefühl gebraucht zu werden. Gerade beim Krafttraining kann ein Partner eine große Unterstützung sein: Er pusht Sie beispielsweise beim Bankdrücken, das Gewicht noch ein letztes Mal bis nach oben zu bringen. Nicht vergessen: Auch Anfeuern wirkt dabei sehr motivierend.
  • Termine sind verpflichtend: Einen Termin einfach absagen? Geht ohne Partner ganz leicht. Wenn Sie aber wissen, dass jemand auf Sie wartet, vielleicht sogar auf Sie angewiesen ist, überlegen Sie sich zweimal, ob Sie absagen (Stichwort: Gruppenzwang). Es fällt Ihnen leichter sich aufzuraffen. Legen Sie daher fürs Workout oder die Laufrunde immer verpflichtende Termine fest.
  • Gegenseitige Kontrolle: Beide können beim Partnertraining vom Erfahrungsschatz des anderen profitieren. Ihr Workout-Buddy kontrolliert nicht nur, wie oft Sie trainieren. Auch während des Workouts überprüft er, ob Sie die Übungen korrekt ausführen und kann damit Fehlhaltungen vorbeugen. So verbessern Sie Ihre Technik – und das völlig gratis.
  • Trainingspartner bringt mehr Vielfalt: Falls Sie schon seit Wochen oder Monaten die gleichen Übungen machen, hilft ein Partner, mehr Vielfalt ins Workout zu bringen. Tauschen Sie sich über Ideen, Übungen und Trainingspläne aus. Mit neuen Übungen setzen Sie zudem neue Trainingsreize. Nur so erreichen Sie auch langfristige Trainingsziele. 
  • Erfolge zusammen feiern: Ein Trainingspartner wird auch Ihren Trainingsfortschritt verfolgen. Selbst tut man sich oft schwer, sich zu loben und stolz die eigene Leistung anzuerkennen. Wenn Feedback und Bestätigung vom Trainingspartner kommen, ist das sehr hilfreich. Das pusht und motiviert. Am schönsten ist es, Erfolge zu teilen und diese zusammen zu feiern.
  • Gemeinsam Stress abbauen: Beim Training mit dem Partner können Sie Ärger und Stress abbauen. Denn Small Talk hilft dabei, die eigenen Probleme für einen Moment zu vergessen. Trainiert man dagegen allein, grübelt man oft weiter, alles wirkt viel anstrengender, die Zeit zieht sich.
  • Wettkampfgedanken ausschalten: Ein kleines Kräftemessen spornt an. Immerhin wollen Sie Ihrem Partner zeigen, dass Sie alles geben. Dennoch haben Wettkampfgedanken beim Training zu zweit nichts verloren. Das wirkt früher oder später für mindestens einen demotivierend, betont Experte Zepp.
  • Gruppentraining nicht für jedermann: Nicht jeder wird gemeinsames Sporteln mögen. Introvertierte Menschen genießen beim Training auch die Ruhe und wollen einfach mal abschalten.

Darauf sollten sie bei der Wahl des Trainingspartners achten

  • Ähnliche Ziele anstreben: Optimal ist, wenn Sie und Ihr Trainingspartner ein ähnliches Trainingsziel und gleiche Fähigkeiten haben. Dann fällt Ihnen ein gemeinsames Training leicht, so der Experte. Aber: Jeder arbeitet an seinem eigenen Ziel – am besten ohne Wettkampf oder Kräftemessen. Als Buddys gilt es, sich gegenseitig zu unterstützen! Ob Ihr Trainingspartner ein Mann oder eine Frau ist, sollte egal sein. Wichtig ist jedoch, dass weder Sie noch Ihr Trainingspartner oder -partnerin sich über- oder unterfordert fühlen.
  • Der Freund als Trainingspartner: Ihr bester Kumpel ist ideal. Wichtig: Sprechen Sie vorher über Ihre Ziele. Schließlich soll sich keiner verletzt oder gekränkt fühlen, wenn der andere besser oder schneller ist. Besonderer Vorteil: die soziale Verpflichtung. Selbst wenn die eigene Motivation fürs Training fehlt, würden Sie Ihrem Kumpel nicht so leicht absagen.
  • Der Kollege als Trainingspartner: Trainieren Sie mit Kollegen, kann es sein, dass der Konkurrenzdruck, den Sie unter Umständen im Job miteinander erleben, auch beim Sport auftaucht. Ein solches Training wäre eher kontraproduktiv. Vorsicht vor falscher Vertrautheit: Wer beim Sport unbedacht etwas ausplaudert, könnte es bei der nächsten Konferenz bitter bereuen. Daher immer den gemeinsamen Zweck im Blick behalten: fit zu werden oder zu bleiben.  
  • Die Freundin als Trainingspartner: Das Training mit der Liebsten kann problematisch sein. Noch mehr Nähe sorgt in der Partnerschaft möglicherweise nicht für weniger Stress, sondern für zusätzliche psychische Belastung. Hitzige Diskussionen könnten entstehen, wenn die eigene Freundin etwas erklärt oder kritisiert. Eine neutrale Person ist hier meist besser geeignet.
  • So werden Sie zum perfekten Trainings-Buddy: Das Wichtigste ist zuhören. Interessieren Sie sich für Ihren Partner und reden Sie nicht nur von sich selbst. Was hat er für Ziele? Was will er erreichen? Wie können Sie ihn unterstützen? Was sind seine Bedürfnisse? Wissen Sie die Antworten auf diese Fragen nicht, fragen Sie nach. So können Sie sicher gehen, Ihren Partner optimal zu unterstützen und ihn beim Erreichen seiner Ziele zu begleiten. Denken Sie auch daran, seine Bedürfnisse zu respektieren, ihm seine Freiräume zu lassen und nicht vorzuschreiben, was er zu tun hat. 
  • So finden Sie den richtigen Trainingspartner: Es gibt viele gratis Sportpartner-Börsen (z.B. Sportpartnerboerse.com, Spontacts.com) im Netz oder als App (z.B. Gymder), über die Sie sich einen Trainingspartner in Ihrer Region suchen können. Auch einige Krankenkassen bieten einen solchen Service an. Für Läufer gibt es in nahezu jeder Stadt Lauftreffs (Eine Lauftreff-Suche gibt es bei unseren Kollegen von Runner’s World), im Fitness-Studio fragen Sie am besten einfach mal nach. Die Trainer vermitteln Ihnen meist gerne einen Trainingspartner (Meist kennen sie auch den Trainingslevel aller potentiellen Kandidaten).
Unser Experte: Dr. Christian Zepp ist Dipl.-Sportwissenschaftler und sportpsychologischer Experte. Er arbeitet im Psychologischen Institut in der Abteilung für Gesundheit und Sozialpsychologie der Deutschen Sporthochschule Köln. 

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