Nachschlag, bitte: Darum sind dicke Kellner gut fürs Geschäft

Darum machen dicke Kellner die fettesten Umsätze
Nachschlag geordert? Der Grund dafür könnte nicht Ihr Hungergefühl, sondern das Gewicht der Kellnerin gewesen sein

Obwohl Sie sich fest vorgenommen haben, heute mal nicht so viel zu essen, bestellen Sie im Restaurant doch wieder den XXL-Burger – plus Nachtisch. Und wer ist schuld? Der übergewichtige Kellner natürlich, so eine Studie

Hooters-Girls haben anscheinend ausgedient: Denn wer dachte, die (sexy) Optik der Bedienung animiert die Kunden dazu, mehr zu bestellen, liegt komplett daneben. Kellner/-innen mit ein wenig mehr auf den Hüften sind hier nämlich überraschenderweise deutlich erfolgreicher. Denn laut einer Studie, die in der Fachzeitschrift "Environment an Behavior" veröffentlicht wurde, animieren uns übergewichtige Kellner dazu, mehr zu ordern – vor allem Desserts. 

Ein Forscher-Duo der Friedrich-Schiller-Universität Jena und der Cornell-Universität in New York, nahm die für ihre Studie die Bestellvorgänge von rund 500 Personen in 60 Restaurants weltweit genauer unter die Lupe, um herauszufinden, ob es einen Zusammenhang zwischen dem Gewicht des Kellners und den bestellten Gerichten gibt.

So lassen korpulente Kellner die Kasse klingeln

Na danke: Dieses Dessert hätten Sie bei einer dünnen Bedienung wahrscheinlich nicht bestellt – © Anna Hoychuk / Shutterstock.com

Die Studie konnte beweisen, dass Restaurantbesucher bei übergewichtigen Kellnern und Kellnerinnen generell mehr bestellen als bei schlanken Kollegen. Besonders hoch im Kurs standen hierbei sündige Desserts: Die Forscher fanden nämlich heraus, dass 4-mal häufiger Nachtisch bei einem korpulenten Kellner bestellt wird. Auch die Nachfrage nach Alkohol stieg um rund 18 Prozent, wenn man von einem fülligeren Kellner bedient wurde. Als „dick“ definierten die Forscher übrigens Personen mit einem BMI (Body Mass Index) von über 25. Der BMI beschreibt das Verhältnis zwischen Körpergrösse und -gewicht an und beschreibt ab einem Wert von 25 „Übergewicht“. Übrigens: Auch unter Einbezug von  Geschlecht, Alter oder Grösse, blieb das Ergebnis unverändert: Allein der BMI der Servicekraft war ausschlaggebend für das Verhalten der Gäste.

Schlechtes Gewissen wird kleiner, die Portionen größer

Als möglichen Grund für die Ergebnisse geben die Studien-Leiter an, dass das Übergewicht des Kellners eine Art „soziale Norm“ festsetze. Das heißt: Beim Anblick eines übergewichtigen Kellners oder einer Kellnerin vergisst man sein eigenes (Über-)Gewicht und fühlt sich bei der Wahl der Gerichte nicht so unter Druck gesetzt, wie bei schlanken Bedienungen. Die könnten ja schlecht von einem denken, wenn man noch ein Dessert bestellt. Dadurch wird das schlechte Gewissen kleiner, die Portion aber scheinbar größer. 

Übrigens: Auch ältere Studien kamen zu ähnlichen Ergebnissen: Eine im Journal of Consumer Research veröffentlichte Studie fand vor Jahren heraus 2011 dass beim Anblick von dicken Menschen häufig die guten Vorsätze bezüglich der eigenen Ernährung dahin schwinden. Auch dicke Kollegen stellen ein Risiko für unser eigenes Gewicht dar: US-amerikanische Forscher haben bei der Auswertung von Langzeit-Studien über den Gesundheitszustand Beschäftigter verschiedener Branchen nämlich festgestellt, dass dicke Kollegen das Risiko, selbst übergewichtig zu werden, enorm erhöhen.

So entkommen Sie der Dessert-Verlockung

Nie wieder Nachtisch? Nö! Verzichten müssen Sie auf Ihr Dessert in Zukunft nicht – wenn Sie das Richtige wählen:

Ordern sie zum Abschluss beim ... 

  • Franzosen: Sorbet (100 kcal/100 g) statt Mousse au Chocolat (325 kcal/100 g). 
  • Chinesen: Litschis (75 kcal/100 g) statt gebackene Banane (330 kcal/100 g). 
  • Griechen: Jogurt mit Honig & Walnüssen (235 kcal/100 g) statt Halva (500 kcal/100 g).
  • Italiener: Pannacotta (190 kcal/100 g) statt Tiramisu (310 kcal/100 g) – oder nur einen Espresso mit Keks (zirka 40 kcal).

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