Körper und Geist: Das gesündeste Bad

In seiner Badewanne war er der Kapitän
Was das perfekte Bad ausmacht

Eisfüße, Muskelkater oder Stress? Dann tauchen Sie ab in die Wanne. Wir verraten Ihnen, wie Sie richtig baden gehen

Das Workout in unserer Rubrik Fitness hat Ihnen einen fiesen Muskelkater zugefügt. Der Wintereinbruch hat Sie überrascht, Sie mussten ohne Handschuhe den Wagen freischaufeln, sind durchgefroren. Der Tag war so stressig, dass Sie völlig erschlagen sind. Und ausgerechnet heute ist niemand da, um Ihnen den Nacken zu massieren. Da hilft nur eines: ab in die Badewanne! Aber bitte ohne Risiken, sondern mit angenehmen Nebenwirkungen.

Das optimale Drumherum
Zuerst lüften Sie und lassen genug Sauerstoff in Ihren Badetempel. Sorgen Sie anschließend für eine angenehme Raumtemperatur. Und falls Sie entspannen wollen, dimmen Sie das Licht.

Manche mögen’s heiß
Nur Hummer dürfen in richtig heißes Wasser getaucht werden. Mehr als 35 bis 38 Grad sollten Sie bei einem normalen Vollbad (Ausnahme: Erkältungsbad) Ihrem Körper nicht zumuten. Höhere Temperaturen machen schlaff und belasten Herz und Kreislauf. Faustregel: Je kühler das Wasser, desto belebender wirkt das Bad. Länger als 15 bis 20 Minuten sollten Sie sich allerdings nicht als Wannenkapitän im Wasser räkeln, denn das tut Ihnen gar nicht gut. Heißes Wasser entzieht der Haut die Feuchtigkeit.

Schaumschläger
Duftende Badezusätze mit viel Schaum machen Laune, entfetten die Haut jedoch in hohem Maße. Wohltuender sind Schaum-Öl-Bäder. Nach einer Schaumschlacht sollten Sie sich deshalb abduschen und sofort eincremen – dann sind die Poren der Haut noch geöffnet, und pflegende Wirkstoffe werden besonders gut aufgenommen.

Schmierbremse
Cremebäder, auch Pflegebäder genannt, pflegen die Haut schon unter Wasser. Sie enthalten Substanzen wie Vitamin E, die der Haut Feuchtigkeit zuführen, ohne einen schleimigen Fettfilm zu hinterlassen. Je nachdem, wie fettig Ihre Haut ist, können Sie sich nach dem Bad das Eincremen sparen.

Geht runter wie Öl
Ölbäder sind besonders für trockene Haut geeignet. Wer jedoch von Unreinheiten am Rücken geplagt ist, sollte auf das lipidhaltige Badevergnügen verzichten. Die meisten Ölbäder müssen nicht abgeduscht werden, sondern dürfen draufbleiben, um ihre volle Pflegewirkung zu entfalten. Vorsicht beim Aussteigen: Das Öl hinterlässt einen glitschigen Film auf dem Wannenboden!

Baden wie im Meer
Badezusätze mit Wirkstoffen aus dem Meer – etwa Salz, Algen oder Schlamm – gehören zur so genannten Thalasso-Therapie, die man durchaus auch in den eigenen vier Wänden zelebrieren kann. Meersalz eignet sich als Body-Peeling (nicht bei Wunden und Verletzungen!), um raue Stellen zu glätten und die Durchblutung anzukurbeln. Im Wasser setzt das Salz unter anderem Calcium, Kalium, Magnesium und Jod frei. Besonders mineralienreich ist Salz aus dem Toten Meer. Diese Meersalze entziehen dem Gewebe Wasser, die Haut wird gestrafft, während die Mineralien und Spurenelemente aus den Salzen aufgenommen werden. Beim Baden im Salz ist jedoch Seife tabu, sie würde nämlich die Pflegewirkung zunichte machen. Spülen Sie die Haut nach dem Bad nur kurz ab. Eincremen ist nicht notwendig.

Natur-Power
Ätherische Öle sind Alleskönner. Sie wirken nicht nur über die Haut, sondern auch durch Inhalieren der Dämpfe. Praktischerweise stecken ätherische Öle in vielen Badezusätzen schon drin. Sie können sie jedoch auch einzeln in Reformhaus oder Apotheke kaufen. Zitrus wirkt erfrischend und belebend, Kastanie durchblutungsfördernd, Melisse beruhigend, Lavendel ist ideal bei unreiner Haut, Neroli gegen Stress, Pfefferminz hilft bei Erkältungen, Kamille und Eukalyptus befreien die Atemwege und Rosmarin entkrampft die Muskeln.

Die Öle sollten mit einem Emulgator gemischt werden (zehn Tropfen Öl auf drei Esslöffel Honig, Sahne, Milch, Obstessig oder Pflanzenöl) und erst nach dem Einlaufen des Wassers zugegeben werden, sonst schwimmen sie an der Wasseroberfläche und können Hautreizungen auslösen. Nicht in die Augen schmieren! Für ein maximal 15-minütiges Erkältungsbad können Sie die Wassertemperatur während des Badens auf bis zu 40 Grad erhöhen. Danach einige Minuten ausruhen, sonst wird Ihnen schnell schwindelig.

Wellenreiter
Wer im heimischen Badezimmer eine Wanne mit Whirlpool-Düsen haben möchte, muss tief in die Tasche greifen. Ein preisgünstiger Ersatz sind elektrische Matten, die den Sprudel-Effekt erzeugen. Erhältlich ab 100 Euro (bis zu 800 Euro mit Licht- und Musikeffekten) in Kauf- und Versandhäusern. Oder Sie bereiten sich ein (kurzes) sprudelndes Vergnügen mit duftenden „Badebomben“: Die Badetabletten oder -kugeln prickeln auf der Haut. Manche Männer mögen es besonders, wenn die Dinger in Nähe ihres besten Stücks explodieren, weil es so schön kitzelt.

Hochprozentiges
Champagner zwischen den Schaumwolken genießen? Klingt gut, ist es aber nicht. Alkohol in Kombination mit warmem Wasser belastet den Kreislauf. Stellen Sie lieber einen Fruchtsaft auf den Wannenrand.

Der kalte Guss danach
Duschen Sie sich nach dem Bad kalt ab: Das schließt die Poren, der Körper kann die Wärme besser speichern. Außerdem macht Sie ein eisiger Schauer am Ende widerstandsfähiger gegen Erkältungen.

Bedienung, bitte!
Wer keine Wanne hat, kann den mondänen Weg wählen: In den Ritz-Carlton-Hotels rund um den Globus kümmern sich „Bade-Butler“ nicht nur um die korrekte Wassertemperatur. Sie organisieren auch Schnickschnack wie Kerzen auf dem Wannenrand und beruhigende Musik. Eigens von der Kosmetikfirma Aveda geschult, sind die Bademeister auch Experten, wenn es um die Auswahl des optimalen Badezusatzes geht. Ein Bade-Menü offeriert für 50 bis 65 Mark verschiedene belebende oder entspannende Zusatz-Kompositionen. Beim „Catalina Bad“ etwa entfalten sich die reinigenden und energetischen Düfte von Mandarine und Lime. Je nach gewählter Zusammenstellung serviert der Butler dem Gast einen Frucht-Cocktail, heiße Milch mit Honig (für Gesundheitsbewusste) oder einen alkoholischen Drink, ehe er sich diskret zurückzieht.

Seite 27 von 27

Sponsored SectionAnzeige