Kauftipp: Das perfekte Kochmesser

Das richtige Küchenmesser hält Generationen
Die leichtesten Messer sind nicht die besten, es sollte vor allem gut in der Hand liegen

Die Klinge fürs Leben: Ein gutes Küchenmesser hält länger als Ihre Einbauküche. Neun Tipps für den Kauf.

Griff-Form
Sie haben zwei linke Hände? Dann steigen Sie auf Tiefkühlkost um oder kaufen Sie sich ein Kochmesser, das ergonomisch geformt ist, bei jeder Schneidebewegung perfekt in der Hand liegt (am besten gleich im Laden ausprobieren). Optimal: Der Griff ist ausreichend lang und in der Mitte etwas dicker, am Ende leicht nach unten gebogen, damit Sie nicht abrutschen.

Griff-Material
Holz fühlt sich gut an, Küchen-Profis schwören allerdings auf Kunststoff (z. B. Polypropylen). Die Vorteile: bessere Stoß- und Schlagfestigkeit sowie optimale Hygiene durch eine porenfreie und glatte Oberfläche – und das auch noch nach Jahren.

Klingen-Material
Pflegeleicht oder hart – Sie haben die Wahl. Edelstahl ist praktisch rostfrei und unempfindlich gegen Feuchtigkeit sowie viele Säuren. Normalstahl rostet schnell, ist allerdings härter und bleibt länger scharf. Sie können sich nicht entscheiden? Dann kaufen Sie doch ein Messer, bei dem die Klinge nicht aus einem Stück geschmiedet, sondern aus verschiedenen Stahlsorten – je nach Beanspruchung des Messerteils – zusammengeschweißt wurde (wie das abgebildete Five-Star-Kochmesser von Zwilling). Keine echte Alternative: Klingen aus Keramik. Sie sind zwar rostfrei und lange scharf, jedoch extrem teuer, bruchempfindlich und zu leicht, um damit gut arbeiten zu können.

Kropf
Damit Sie nur Zwiebeln, nicht jedoch die Finger fein hacken, sollte die Klinge am Griff-Ende dicker werden, so eine Schutzkan­te (Kropf) bilden.

Erl
Wirklich unzertrennlich werden Sie und Ihr Kochmesser nur dann, wenn Klinge und Griff wirklich unzertrennlich sind. Dafür sorgt der Erl, die Verlängerung der Klinge in den Messergriff. Gut sichtbar beim „Flacherl“ als durchgehender Stahlstreifen zwischen den zwei Griffhälften, zusammengehalten durch Nieten (Achtung: sind bei Billigmessern zumeist nur Attrappe). Wenn der Griff aus einem Guss ist, fragen Sie den Verkäufer, ob das Messer auch einen „Steckerl“ enthält. Dabei wird die Verlängerung der Klinge von außen unsichtbar im Kunststoffgriff festgeschmolzen und zusätzlich noch mit einem Kunstharz unlösbar verbunden.

Messerspitze
Messerrücken und Schneide sollten leicht gekrümmt sein und spitz zulaufen (fragen Sie einfach nach einem mittelspitzen Messer). Vorteil: Die Klinge rollt optimal ab, universelle Einsatzmöglichkeiten.

Klingen-Profil
Wie lange ein Messer scharf bleibt, hängt auch von dem (gedachten) Querschnitt durch die Klinge ab: Für Spitzenköche geeignet sind Klingen, die zur Schneide hin gleichmäßig dünner werden (stabilisiert und lässt sich sehr leicht nachschärfen). Noch nicht einmal für die Imbissbude taugen hohl geschliffene Klingen (Erkennungszeichen: Die oberen zwei Drittel sind gerade, erst kurz vor der Schneide wird das Profil spitzer).

Verarbeitung
Achten Sie beim Kauf unbedingt darauf, dass alle Teile fugenlos zusammengesetzt sind – sonst wird aus dem Kochmesser mit der Zeit eine Bakterienzuchtanstalt.

Pflege
Nach Gebrauch das Kochmesser einfach nur mit lauwarmem Wasser und eventuell etwas Spülmittel reinigen, danach sofort abtrocknen. Damit die Schärfe lange hält, das Messer nie als Schrauben­zieher oder als Dosenöffner miss­brauchen und nie auf ungeeigneten Unterlagen wie Porzellan oder Metallblechen schneiden. Auch der Aufenthalt in der Spülmaschine ist wegen der vergleichsweise aggressiven Reiniger nicht ratsam. Wichtig: Ein scharfes Messer ist sicherer als ein stumpfes, weil Sie beim Schneiden weniger Druck benötigen – deshalb das Messer rechtzeitig nachschärfen (lassen).

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