Todsünde 1: Demontage

"Verklemmte Kuh, Du bist genauso spiessig wie Deine Mutter"

EXEGESE
Oft fallen solche Hass-Sätze im Streit. Im Kern haben sie die Botschaft: Du bist nicht okay, so wie du bist – und das, obwohl man kurz zuvor schwor, man liebe alles am Partner. Der Kommunikationswissenschaftler Dr. Werner Troxler erklärt: "Worte sind leicht gesagt, doch sie richten oft einen größeren Schaden an, als man zunächst denkt. Vor allem, wenn man dabei auch noch eine Schwachstelle des anderen trifft."

Todsündig an solchen Sätzen ist, dass man die Verletzungen nie wieder zurücknehmen kann. Eine Frau wird die "verklemmte Kuh" nicht wieder vergessen – ganz egal, wie reuig Sie sich zeigen. Sie wird immer denken: Im Grunde findet er mich doof. Die Liebe hat einen Kratzer. Und der geht nicht mehr raus.

EXERZITIEN
3 Übungen, um die Demontage zu vermeiden

  1. Die Liebe muss über allem stehen.
    Troxler: "Wer dazu neigt, beim Streiten außer Kontrolle zu geraten, sollte sich in klaren Momenten vergegenwärtigen, dass er den anderen nicht verletzen darf. Er muss lernen sich zu kontrollieren." Sagen Sie sich: Wertschätzung ist mir wichtiger als Wut. So können Sie im Eifer des Gefechts einen Gang zurückschalten.

  2. Bleiben Sie bei der Sache!
    Für jede Auseinandersetzung gibt es eine konkrete Ursache. Suchen Sie nur dafür eine Lösung, denn Gespräche geraten vollends aus dem Ruder, wenn man gleich noch Altes mit aufwärmt, à la "damals hast du auch" oder "und überhaupt".

  3. Schutz durch Vermeidung.
    Das Sündenregister der Dispute enthält nach Troxler drei Arten von Aussagen: abqualifizierende Vergleiche aus der Tierwelt und mit Verwandten; zynisch-ironische, eiskalte oder lächerlich machende Aussagen; die gefährlichen, absoluten Äußerungen: "immer", "nie", "Du bist die Dümmste". Sparen Sie sich alle drei Arten.
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