Stimmungstief: Depressive schauen weg

Weniger Augenkontakt bei Depressionen
Traurige Menschen vermeiden häufiger den Blickkontakt zu anderen und verstärken damit ihre Isolation

Wer unglücklich ist, vermeidet Augenkontakt zu anderen Menschen und kann Gesichtsausdrücke schlechter einschätzen

Depressive und traurige Menschen vermeiden häufiger den Augenkontakt mit anderen Personen, während glückliche Menschen aktiv danach suchen. Das ergab eine britische Studie an der Anglia Ruskin University in Cambridge. Zudem seien glückliche Menschen eher in der Lage, die Mimik von Personen einzuschätzen und zu deuten, so die Meinung der Forscher.

Grund dafür sei, dass gut gelaunte Menschen sich mehr auf die so genannten unveränderlichen Merkmale wie Augen, Nase oder Mund konzentrieren, die etwas über den Gemütszustand des Gegenüber verraten. Menschen mit einer depressiven Grundstimmung hingegen fokussierten eher veränderliche Merkmale, wie beispielsweise die Haarfrisur, die jedoch keinerlei Aussagekraft bezüglich der Stimmung einer Person habe.

Für ihre Studie kreierten die Wissenschaftler um Dr. Michael Lewis und Dr. Peter Hills am Computer zwölf Gesichter mit unterschiedlicher Mimik. Die Probanden wurden mittels Musik in wahlweise traurige oder fröhliche Stimmung versetzt und sollten daraufhin die Mimik der einzelnen Gesichter deuten.

Ergebnis: Die Probanden in trauriger Stimmung nahmen Feinheiten in den Gesichtszügen weniger genau wahr als diejenigen aus der "fröhlichen" Testgruppe. Für die Wissenschaftler ist die Tatsache, dass depressive Menschen den Blickkontakt scheuen, ein erheblicher Grund für deren oftmals voranschreitende Isolation im Laufe ihrer Krankheit.

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