Botenstoff der Liebe: Der Duft, der Frauen anmacht

Er hat bestimmt ein gutes Immunsystem

Menschen und Stichlinge haben eins gemeinsam: Den Stoff, der weibliche Herzen zum Schmelzen bringt

Bald schon könnte ein Parfüm hergestellt werden, das Frauenherzen unwillkürlich zum Schmelzen bringt. Zumindest ist das bereits bei Stichlingen gelungen. Denn Wissenschaftler der Universität Cardiff und der Max-Planck-Gesellschaft haben die Substanz isoliert und auch hergestellt, die männliche Stichlinge für Weibchen sexuell unwiderstehlich macht.

Der Stoff wirkt so anziehend, dass sogar die Tiere zum Zuge kamen, die vorher bei den Weibchen abgeblitzt waren. Eine Überdosis dagegen wirkte auf die Fischdamen abschreckend: Sie ließen die zuvor noch attraktiven Fischmänner links liegen. Praktisch, denn es ist zwar möglich, die Substanz künstlich herzustellen, aber auch extrem teuer.

Hintergrund: Der Liebesstoff ist Bestandteil des Immunsystems der Fische. Denn je unterschiedlicher die einzelnen Abwehrkräfte, desto leistungsfähiger weil kompletter das Immunsystem der Nachkommen. Damit die Stichlinge auch mitbekommen, welcher Partner immunologisch gut zu ihnen passt, senden sie eben Geruchsstoffe aus, die der andere wiederum deuten kann.

Riechen ja, aber gleich heiraten?

Die Ergebnisse der dreijährigen Studie gelten nach Angaben der Forscher auch für den Menschen, da das Immunsystem bei allen Wirbeltieren fast gleich sei. "Das Experiment hätten wir auch mit Menschen machen können" so Teammitglied Pete Griffiths. "Aber mit Stichlingen konnten wir einfacher arbeiten. Wir hätten zwar Studentinnen bewegen können, an Männerachseln zu schnuppern, aber nicht, die Männer auch zu heiraten und mit ihnen Kinder zu kriegen."

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