iPod mit Videokamera: Der iPod nano lernt filmen

iPod nano bei Videoaufnahme
Von den 3 neuen iPods, die Apple im September 2009 vorgestellt hat, bietet der iPod nano die spektakulärsten neuen Eigenschaften

Der neue iPod nano ist so dünn und leicht wie eine Kaugummipackung. Erstmals nimmt der MP3-Player auch Videos auf – mit garantierten Spaßeffekten

Testobjekt:MP3-Player mit Videoaufnahmefunktion
Produkt: iPod nano
Hersteller: Apple
www.apple.de
Preis: um 140 Euro (8 GB Speicher), beziehungsweise um 170 Euro (16 GB)

Eigentlich rechneten Beobachter damit, dass Apple dem größeren und teureren Modell iPod touch eine Kamera spendiert. Aber im dünnen iPod nano ist diese Funktion fast noch spannender. Der MP3-Player ist so klein und dünn, dass man sich überhaupt nicht vorstellen kann, dass Videoaufnahmen damit möglich sein könnten.

Es geht aber einwandfrei und startet sogar Apple-typisch intuitiv mit wenigen Clicks auf Mitteltaste und Bewegungen des Clickwheels (das Drehrad rund um die Taste). Besonders lobenswert ist die Einblendung der zur Verfügung stehenden Video-Effekte. Die Bandbreite reicht von Pseudo-Wärmebildkamera über Kratzer und Körner alter Schwarzweiß-Filme bis zu Kaleidoskop- und Gulli-Wirbeleffekten. Mein Favorit ist der Cyborg-Effekt à la Terminator. Da man sich unter manchen Namen der insgesamt 16 Effekte weniger vorstellen kann, als wenn man sie wirklich sieht, hat Apple eine Live-Vorschau eingebaut. Der iPod nano zeigt vorher schon genau das an, was den Betrachter erwartet. Aber: Ein Effekt lässt sich nur vor dem Start der Aufnahme auswählen, nicht nachträglich anwenden.

Zeig nie den Zeigefinger
Alle Videoaufnahmen des iPod nano besitzen VGA-Auflösung, also 640 mal 480 Pixel. Das Gerät schaltet automatisch zwischen Hochformat und Querformat um, je nach dem wie man den iPod bei der Aufnahme hält. Als Dateiformat verwendet er MPEG-4, das die meisten Bearbeitungs- und Wiedergabeprogramme beherrschen, und das sich auch mühelos mit einem Mac oder Windows-PC auf YouTube hochladen lässt. Einzelbilder lassen sich mit dem iPod nano allerdings nicht fotografieren.

Aufpassen muss man beim Filmen mit dem Zeigefinger. Denn eines ist nicht intuitiv beim neuen iPod: Die Position des Kameraobjektivs. Es befindet sich auf der Rückseite des MP3-Players etwa auf Höhe des Clickwheels. Also genau dort, wo man die Hand platziert um den iPod zu bedienen. Es ist praktisch unvermeidbar, dass man bei den ersten Videos immer mal wieder mit dem Finger zumindest teilweise vor die Linse kommt. Wenn's passiert, sieht man das Missgeschick immerhin sofort auf dem Display und man kann die Hand schnell wieder zur Seite nehmen. Der ideale Platz für die Linse wäre aber hinter dem Display, und nicht hinter dem Clickwheel.

Eine Aufnahme aus dem Meerschweinchenstall mit dem Cyborg-Effekt des iPod nano. Bemerkenswert ist die Schärfe der Kamera bei Nahaufnahmen

Eine Aufnahme aus dem Meerschweinchenstall mit dem Cyborg-Effekt des iPod nano. Bemerkenswert ist die Schärfe der Kamera bei Nahaufnahmen

Rangehen!
Die Bildqualität liegt auf ordentlichem YouTube-Niveau und ist so gut, wie man von solch einer Mini-Kamera erwarten kann (siehe die beiden Beispiele auf dieser Seite). Im direkten Vergleich mit einem iPhone (Mobiltelefon von Apple) oder gar einem ausgewachsenen Camcorder kann der iPod nano nicht ganz mithalten. Seine Ergebnisse übertreffen aber jene der meisten Handys anderer Hersteller.

Das Objektiv ist vergleichsweise weitwinklig und erlaubt Aufnahmen auf engstem Raum. Besonders lobenswert ist die gute Schärfe bei nahen Objekten. Selbst Meerschweinchen oder andere Objekte, die bis auf wenige Zentimeter Distanz an den iPod heranschnuppern, werden noch scharf gefilmt.

Video des iPod nano mit Spiegeleffekt. Aus einem einzigen Pferd macht der MP3-Player 2 Pferde

Aus 1 mach 2. Der Spiegeleffekt des iPod nano liefert erstklassige Verdoppelungs- und Verschmelzungsmöglichkeiten. Nicht nur für Ponys, auch für Partnerinnen geeignet

Alle neuen iPod nanos

Den neuen iPod nano bietet Hersteller Apple in 9 verschiedenen Farben an

Fazit: Winzig gewinnt
Der neue iPod nano ist so klein, flach und leicht, dass man ihn immer einstecken kann ohne das etwas um einen herum baumelt und ohne das man eine Extra-Tasche mitnehmen muss. Er passt in die Hosentasche, in die Jackentasche und sogar in die Hemdtasche. Das ist ein nicht zu unterschätzender Vorteil.

Denn oft geht man abends oder am Wochenende irgendwohin – auf ein Fest, zum Fußball oder zum Ponyreiten, und man überlegt: Nehme ich jetzt den Camcorder mit? Nee, das ist mir zu viel Aufwand. Nehme ich den Fotoapparat mit? Ach nein, dann brauche ich wieder die Kameratasche, und dann habe ich die dauernd um den Hals hängen. Nehme ich den iPod nano mit? Klar! Der geht immer irgendwo rein. Den bemerke ich gar nicht. Ach ja, übrigens, MP3-Musik spielt er auch, und FM-Radio. Letzteres sogar mit Live-Pause. Das bedeutet, man kann die Radio-Sendung unterbrechen und kurze Zeit später an gleicher Stelle weiterhören.

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