Best-Age-Revolution: Der Lebenszenit verschiebt sich

Nach der Jugend folgen drei mögliche Krisen
Nach der Jugend folgen drei mögliche Krisen: Quarterlife Crisis, Midlife Crisis und Later Life Crisis

Wenn man älter wird, ist das heute kein Niedergang, sondern eine Chance für neue Pläne

3. Wir stehen in unserem Lebenszenit besser da denn je
In diesem Prozess verschiebt sich der Lebenszenit von 30, 35 Jahren in die Mitte des Lebens bei etwa 50 Jahren. Hier finden wir alles in neuer Weise versammelt: Wir verfügen über körperliche Fitness, über Potenz, über einen durch Erfahrung herausgebildeten Geschmack, aber auch über Selbstwissen und Selbstkompetenz. Und wir haben größere finanzielle Mittel und Freiheiten, um diesen Zenit nach unseren Wünschen und Neigungen zu gestalten.

Angesichts dieser Entwicklung brauchen wir eine Neubewertung von Erfahrungswissen. Wenn es stimmt, dass die Zukunft der Wirtschaft durch Wissen geprägt ist, dann dürfen Ältere nicht zum alten Eisen gerechnet werden, sondern können in einer Welt lebenslangen Lernens wichtige Scharnierfunktionen ausüben – erfahrene Piloten können im Simulator junge Kollegen trainieren, ältere Manager die jungen Leistungsträger von morgen coachen.

Es ist unsinnig, dass wir zwischen 30 und 40 wie die Geisteskranken arbeiten und gleichzeitig die Familie vernachlässigen. Im Sinne eines lebenslangen Arbeitszeitkontos könnten wir Erwerbsarbeit in die höheren Lebensjahre verschieben und in der wilden Phase Zeitressourcen freisetzen.

4. Wir sind bis ins Alter attraktiv (nicht ganz freiwillig)
Ließen sich früher die Männer zwischen 40 und 50 in einer gesettelten Patriarchenrolle nieder, zogen sich hinter eine ordentliche Theke oder ins Kaffeehaus zurück und bildeten Altmännerkulturen, so kümmern wir uns heute verstärkt um unser Aussehen und unsere Attraktivität – die Zahl der Besucher von Fitness-Studios, der Jogger und Nordic Walker belegt dies.

Neben dem neuen Gesundheitsbewusstsein wird dies auch dadurch motiviert, dass wir immer länger und immer häufiger auf dem Partnermarkt sind. Es kann uns auch ohne Verwitwung leicht passieren, dass wir mit 50 oder 60 oder gar 70 Jahren wieder auf der Suche nach einem Partner sind. Außerdem erhöhen sich unsere Ansprüche. Auch in einer intakten Ehe oder Liebesbeziehung fordern wir von unseren Partnern Attraktivität.

Wo Frauen nicht mehr ökonomisch von Männern abhängig sind, entsteht eine andere Attraktivitätsbedrohung von beiden Seiten: Wenn du dich gehen lässt, verlasse ich dich!

Seite 10 von 30

Sponsored SectionAnzeige