Der Motivations-Coach

Michèl Gleich
"Du musst tun, was du liebst" - das ist Michèl Gleichs Lebensmotto

Dieser Mann ging schon immer voran: als Elitesoldat, als Manager-Ausbilder und jetzt als Personal Trainer. Dr. Michèl Gleich ist ein Coach, den seine Vergangenheit stark macht – und sein Co-Trainer, Hund Manolo, auch

Der Kerl brennt für das, was er tut. Aber es hat lange gedauert, bis Michèl Gleich dahin gekommen ist, wo er immer sein wollte — bis er überhaupt rausfand, was das ist. Darum ist er nun auch mit so einer Begeisterung dabei. Nicht zuletzt diese Energie, die positive Ausstrahlung, hat dem Berliner in diesem Jahr den NEOS-Award als bester Newcomer eingebracht — eine der wichtigsten Ehrungen in der Personal-Trainer- Branche. Der Weg zu diesem Erfolg war dabei nicht branchenüblich: Gleich ist erst seit Anfang 2014 als Personal Trainer aktiv, vorher war er Soldat in Krisengebieten, später Manager-Berater in einem Weltkonzern. Der Spätzünder startete dann aber als Trainer richtig durch, konnte schnell einen Klienten nach dem anderen für sich gewinnen. Zusammen mit seinem tierischen Co-Trainer, dem belgischen Schäferhund Manolo, überträgt er seine Sportbegeisterung auf seine Kunden. Im Interview verrät er, wie er seinen Weg gefunden hat.

Zwölf Jahre waren Sie Infanterist, Scharfschütze, Elitesoldat. Sind Sie als Trainer nun auch der knallharte Drill-Instructor?
Klar, meine Kunden müssen auf alle meine Anweisungen mit einem lauten „Sir, ja, Sir!“ antworten. Nein, Quatsch. Ich begegne ihnen auf Augenhöhe und coache sie individuell. Von meiner beruflichen Vergangenheit profitiere ich in meinem Job als Personal Trainer aber durchaus.

Inwiefern profitieren Sie von Ihrem früheren Job als Soldat?
In meiner Zeit bei der Bundeswehr habe ich als Hauptmann bis zu 300 Soldaten geführt. Als Mitglied einer Spezialeinheit stand ich auf Abruf bereit, wir mussten von null auf hundert in die Vollen gehen. Von meinen Entscheidungen konnte oft abhängen, ob meine Leute und ich leben oder sterben. Aus solch extremen Situationen habe ich auch fürs zivile Leben gelernt: Sei stets konzentriert, fokussiert, schon eine kurze Unaufmerksamkeit kann negative Folgen für dich und andere haben.

Warum haben Sie Ihre Arbeit bei der Bundeswehr aufgegeben?
Nach 12 Jahren wollte ich etwas Neues ausprobieren. Ich bekam die Möglichkeit, bei einem internationalen Konzern Führungskräfte fachlich aus- und weiterzubilden. Das war noch mal eine ganz andere Art der Personalführung. Das waren angehende Manager, die richtig was drauf hatten. Aus diesen Top-Leuten noch mehr Leistung herauszukitzeln, davon konnte ich auch für mich viel mitnehmen. Etwa: Es geht immer noch mehr, auch wenn man denkt, man hätte seinen Leistungszenit erreicht.

Das hört sich nach einem sehr spannenden Job an ...
Ja! Aber nach 2 intensiven Jahren habe ich gemerkt, dass mir die körperliche Komponente fehlte. Ich musste pendeln, saß jeden Tag 3 Stunden im Zug. Zwar habe ich täglich spätabends immer noch Sport gemacht, aber irgendwann reichte mir das nicht mehr. Ich brauchte mehr Bewegung. Ich musste das, was ich liebte, auch im Job tun. Schnell stand für mich fest: Ich will Personal Trainer werden. Meine Leidenschaft für Leistung und Perfektion an andere weitergeben.

Von einem sicheren Job in die unsichere Selbstständigkeit. Ist dieser Schritt schwergefallen?
Nicht wirklich. Aus meinem Freundeskreis kamen immer schon mal Kommentare wie: „Kannst du mir einen Trainings- oder Ernährungsplan erstellen?“ Oder: „Deine Disziplin ist der Hammer!“ Da habe ich gedacht, wenn du so viele Leute inspirierst, mache daraus einen Job, gib das an andere weiter. Ich habe daraus auch gelernt: Es ist wichtig, auf sein Herz zu hören.

Im neuen Job mussten Sie wieder bei null anfangen.
Ja, ich hatte zwar viele Ideen, aber keine Kunden. Also habe ich mit meinem Hund Manolo, den ich auch heute noch bei so vielen Trainingseinheiten wie möglich dabei habe, Flyer verteilt, habe Anzeigen geschaltet, Website und Facebook- und Instagram-Profile erstellt. Eine 55-jährige Dame, die meine Anzeige in einem Wochenblatt gelesen hatte, war dann Anfang 2014 meine erste Kundin.

Mit der Sie dann im eigenen Studio gearbeitet haben?
Nein, ich habe bis heute kein eigenes Studio, brauche ich auch nicht. Denn in der Natur finden sich genug coole Sachen für ein umfassendes Training mit dem eigenen Körpergewicht. Ich sage den Leuten immer: Geht raus, nutzt euren eigenen Körper zum Training, er ist das beste Trainings-Tool überhaupt.

Was glauben Sie, warum buchen Ihre Kunden Sie als Coach?
Ich höre oft, dass sie gut finden, dass ich in meinen vorherigen Jobs viel gelernt und eine Menge Lebenserfahrung gesammelt habe, was ich gern weitergebe — das scheint viele meiner Kunden zu motivieren und zu inspirieren.

 

DER MOTIVATOR 
DR. MICHÈL GLEICH
Alter: 35
Beruf: Personal Trainer
Wohnort: Berlin
Meine Motivation: „Während meiner Zeit bei einer Spezialeinheit der Bundeswehr musste ich im wahrsten Sinne lebenswichtige Entscheidungen treffen. Es mag wie eine Floskel klingen, aber daraus habe ich gelernt, dass das Leben zu kurz ist, um verschwenderisch damit umzugehen. Genieße jeden einzelnen Tag und glaube an deine Träume. Das möchte ich als Personal Trainer an meine Kunden weitergeben: Nutze die Chancen, die sich dir eröffnen, und verfolge deine Ziele mit Ehrgeiz und Spaß.“

 

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