Ausgerenkt: Der Schultern-Doc

Schultern: Empfindliches Muskel-Sehnen-Knochen-System
Schulter: viele, wenig robuste Bausteine

Eine ausgerenkte Schulter, das tut weh. Orthopäde Johannes Holz zeigt, wie man das Gelenk zusammenflickt

Die Schulter ist ein kompliziertes und vor allem empfindliches Knochen-Sehnen-System. Kompliziert deshalb, weil relativ viele Bausteine an ihm beteiligt sind, und empfindlich, weil diese Bausteine alles andere als robust konstruiert sind.

Der Oberarmkopf, also das obere Ende des Oberarmknochens, ist stabil. Doch die Gelenkpfanne, in der sich der Oberarmkopf bewegt und die Gelenklippe (Labrum), die den Kopf an seiner Stelle hält, sind verhältnismäßig fragil. Viele Menschen haben vor allem mit der Gelenklippe immer wieder Probleme, weil diese bei einer ausgerenkten Schulter meist abreißt.

Orthopäden wie Dr. Johannes Holz "reparieren" diese Schäden, indem sie sich arthroskopisch Zugang zum Schultergelenk verschaffen und die Gelenklippe mit einer Millimeter kleinen Nadel wieder annähen.

Dr. Johannes Holz aus Hamburg (www.park-klinik-manhagen.de) hat uns einige seiner OP-Videos zur Verfügung gestellt, um heutige arthroskopische Operationstechniken anschaulich darzustellen.

Platz für die Rotorenmanschette: Da der Knochen des Schulterdaches oft auf die empfindliche Rotorenmanschette drückt, wird er mit einem Messer manchmal ein wenig abgefräst und die enstehenden Knochenspäne abgesaugt

Das Labrum wird wieder angenäht: Eine angerissene Gelenklippe kann in den meisten Fällen arthroskopisch angenäht werden. Ihr Gewebe wächst gut mit der Gelenkpfanne zusammen. Dafür wird die Schulter zunächst wieder eingerengt. Dann legen die Chirurgen wie im Video gezeigt zwei bis drei Haltefäden durch das Labrum und die Pfanne und verknoten sie

Das Schultergelenk: Die Gelenklippe besteht aus Faserknorpel und dient als Rahmen, der den Gelenkkopf in der Gelenkpfanne hält. Renkt die Schulter aus, schleift der Gelenkkopf über die Pfanne hinaus aus und reißt in den überwiegenden Fällen einen Teil der Gelenklippe ab

Das Labrum wächst an: Nach der OP darf der Patient den Arm für etwa sechs Wochen nicht hoch heben oder nach außen drehen. Danach kann er ihn wieder ganz normal bewegen. Nach drei bis sechs Monaten, manchmal auch früher, darf er wieder Sport machen

Anriss der Rotorenmanschette: Wenn die Rotatorenmanschette (oder Sehnenhaube über dem Oberarmkopf) reißt, dann kann der Patient den Arm seitlich nicht mehr kraftvoll und schmerzlos heben. In diesem Fall muss die Rotatorenmanschette in arthroskopischer oder offener Technik rekonstruiert werden

Der Riss wird verschlossen: Um den Maschettenriss zu flicken, benutzen die Chirurgen meistens durch den Körper abbaubare Schrauben mit anhängenden Fäden. Nachdem sie die Schrauben in die Knochen gedreht haben, durchflechten sie die Rotatorenmanschette mit den Fäden und fixieren die gerissenen Teile wieder an ihrem ursprüglichen Ort

Der Knoten geht zu: Ist der Knoten geschlossen, wächst das Gewebe in der Regel innerhalb von sechs Wochen zusammen. Nach etwa zwölf Wochen ist die Schulter wieder sportlich belastbar

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